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Bevölkerungsdaten
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Multikulturelle Schweiz
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Soziale Vorsorge

In der Schweiz wohnen knapp 7,7 Millionen Personen, rund 22% davon haben keinen Schweizer Pass. Die Geburtenrate ist im europäischen Vergleich relativ niedrig: Durchschnittlich haben Frauen 1,4 Kinder. Das Bevölkerungswachstum ist somit hauptsächlich auf die Einwanderung zurückzuführen. 2008 belief sich die Bevölkerungszunahme auf 1,4%. Immer mehr Menschen wohnen allein oder zu zweit, die Hälfte der Bevölkerung lebt in einem Familienhaushalt mit Kindern. 
 

Bevölkerungsdaten
  • Gesamtbevölkerung: Mio. 7,7
  • Niedergelassene ausländische Bevölkerung: % der Bevölkerung 21,7
  • Bevölkerungswachstum: % 1,4
  • Bevölkerungsdichte: Einwohner/km2 184
  • Haushaltgrösse: Ø Personen 2,3
  • Privathaushalte: Mio. 3,3
  • Einpersonenhaushalte: % 36,9
  • Familienhaushalte: % 61,8
  • Nichtfamilienhaushalte: % 1,3
  • Altersstruktur, bis 15 Jahre: % 16 
                        15 bis 24 Jahre: % 12 
                        25 bis 49 Jahre: % 37 
                        50 bis 64 Jahre: % 19 
                    65 Jahre und älter: % 16
  • Kinder pro Frau: Anzahl 1,4
  • Lebenserwartung Männer: Jahre 79,2
  • Lebenserwartung Frauen: Jahre 84,2
  • Sozialleistungen: % des BIP 25,4
    (Bundesamt für Statistik 2008)

Die Bevölkerungsdichte ist hoch, aber je nach Region sehr unterschiedlich und auf das Mittelland konzentriert. Ein Drittel der ständigen Wohnbevölkerung lebt in den Agglomerationen der fünf grossen Städte Zürich, Basel, Genf, Bern und Lausanne, ein Drittel in den übrigen städtischen Regionen und ein Drittel in ländlichen Gegenden.
 

Sprachenvielfalt

 
Die Schweiz ist multikulturell und vielsprachig. Ihren Ursprung hat diese Sprach- und Kulturvielfalt in der Lage der Schweiz im Zentrum der drei grossen europäischen Kulturen – der französischen, der deutschen und der italienischen.

Man zählt in der Schweiz vier Landessprachen, aber nicht alle werden gleich häufig gesprochen.

  • Deutsch (64%): Zwei Drittel der Bevölkerung leben in der Deutschschweiz, wo deutsch gesprochen wird. Diese Sprache wird in 17 der 26 Kantone gesprochen. In der Deutschschweiz gibt es zudem eine Vielzahl von Deutschschweizer Dialekten.
     
  • Französisch (20%): Im Westen der Schweiz, in der Romandie, ist Französisch die Hauptsprache. Vier Kantone sind ganz französischsprachig: Genf, Waadt, Neuchâtel und Jura. Drei Kantone sind zweisprachig (deutsch und französisch): Bern, Fribourg und Wallis. 
     
  • Italienisch (6%): Im Tessin und in den südlichen Tälern Graubündens ist Italienisch die offizielle Sprache. Auf dem Land und zum Teil auch in den Städten sprechen die Menschen im Allgemeinen lokale lombardische Dialekte. 
     
  • Rätoromanisch: Diese Sprache hat lateinische Wurzeln und wird nur noch durch eine Minderheit in Graubünden, einem dreisprachigen Kanton, gelebt. Es wird dort deutsch, italienisch und rätoromanisch gesprochen. Die Rätoromanen bilden mit 0,5% der Schweizer Bevölkerung die kleinste Sprachgruppe.

Viele Schweizerinnen und Schweizer beherrschen neben ihrer Muttersprache eine weitere Landessprache oder Englisch. Ausländische Staatsangehörige, die in der Schweiz wohnen, haben weitere Sprachen mitgebracht.

Die Kultur der verschiedenen Sprachregionen ist stark von der Kultur der Nachbarländer mit derselben Sprache geprägt. Jede Sprachregion besitzt eigene Radio- und Fernsehsender und zahlreiche Zeitungen.
 

Multikulturelle Schweiz

 
In der Schweiz leben mehr als 1,5 Millionen Ausländerinnen und Ausländer. Fast ein Viertel davon ist im Land geboren und gehört somit zur zweiten oder gar dritten Generation. Im internationalen Vergleich ist der Ausländeranteil hoch, was hauptsächlich mit den relativ strengen Einbürgerungsbestimmungen zusammenhängt. Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat sich die Zusammensetzung der ausländischen Bevölkerung aufgrund der wirtschaftlichen Lage und politischen Veränderungen stark gewandelt. Ende der 60er Jahre kamen aus Italien die ersten Saisonniers in die Schweiz. Später folgten solche aus Spanien, Portugal und Jugoslawien. Die grösste ausländische Bevölkerungsgruppe stellen heute die italienischen Staatsangehörigen (17,5%), gefolgt von den deutschen (14,1%), den portugiesischen (11,8%) und denjenigen aus Serbien und Montenegro (11,1%). Die Mehrheit der ausländischen Bevölkerung, die in der Schweiz lebt (86,5%), stammt aus europäischen Ländern.

Umgekehrt leben 676’000 Schweizerinnen und Schweizer im Ausland. Mit Abstand am meisten Schweizer Staatsangehörige leben in Frankreich, gefolgt von Deutschland und den USA. Die Interessen der Auslandschweizer werden von der Auslandschweizer-Organisation (ASO) und vom Auslandschweizerdienst des EDA vertreten. Diese haben auch das Recht, schriftlich an den Abstimmungen und Wahlen in ihrem Heimatland teilnehmen. 
 

Religion

 
Die Schweiz ist ein christlicher Staat. Gemäss aktuellen Statistiken bleiben Katholizismus und Protestantismus mit 42% bzw. 36% der Bevölkerung die beiden Hauptreligionen. Die Muslime bilden die drittgrösste Religionsgruppe der Schweiz. Stark am Zunehmen ist der Anteil der Personen, die sich keiner Religion zugehörig fühlen. Zu dieser Gruppe zählen sich heute mehr als 11% der Bevölkerung.
Zahlreiche Feste, Bräuche und lokale Traditionen sind religiösen Ursprungs. 
 

Gesundheitswesen

 
Alle in der Schweiz wohnhaften Personen müssen eine Krankenversicherung abschliessen. Das Bundesgesetz über die Kranken- und Unfallversicherung (KUVG) wurde im Jahr 1914 eingeführt und 1996 durch das neue Krankenversicherungsgesetz (KVG) ersetzt. Auf 100’000 Einwohner kommen in der Schweiz 390 berufstätige Ärzte. 2007 beliefen sich die Gesundheitsausgaben auf 11,3% des Bruttoinlandprodukts, gegenüber 8,1% im Jahr 1990. Die Gründe für diesen Anstieg liegen in einem verbesserten Angebot mit erweitertem Leistungskatalog, zunehmender Spezialisierung und technischem Fortschritt, aber auch in der Alterung der Bevölkerung. 
 

Soziale Vorsorge

 
Die Altersvorsorge der Schweiz beruht auf drei Säulen: 

  • Die erste Säule bildet die 1948 eingeführte Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV). Es handelt sich dabei um eine staatliche, obligatorische Vorsorge. Bei der Einführung der AHV finanzierten zehn Erwerbstätige eine AHV-Rente, heute nur mehr vier. 
     
  • Die zweite Säule, die berufliche Vorsorge, ist nur für Erwerbstätige obligatorisch. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen je zur Hälfte einen Beitrag an eine Vorsorgeeinrichtung (Pensionskasse). 
     
  • Die dritte Säule ist freiwillig. Es handelt sich um eine individuelle Vorsorge, die jedem Einzelnen die Möglichkeit gibt, Geld auf die Seite zu legen und im Ruhestand eine zusätzliche Rente zu erhalten. Das Rentenalter liegt bei 65 Jahren für Männer und 64 Jahren für Frauen.