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Die Schweizer Wirtschaft verdankt ihren hohen Entwicklungsstand dem liberalen Wirtschaftssystem, der politischen Stabilität und der engen Verflechtung mit ausländischen Volkswirtschaften.

Die nationale Währung ist der Schweizer Franken (CHF). Im Jahr 2008 betrug das Bruttoinlandprodukt der Schweiz 541’827 Millionen Franken.
 

Wirtschaftssektoren

 
Die Wirtschaft ist hauptsächlich auf Dienstleistungen ausgerichtet: 72% der Erwerbstätigen arbeiten im tertiären Sektor (Dienstleistungen), 24% im sekundären Sektor (Industrie) und vier Prozent im primären Sektor (Landwirtschaft). Zum Dienstleistungssektor gehören Versicherungen, Banken, Handel und Tourismus. Im sekundären Sektor dominieren Maschinen-, Elektro- und Metall- sowie die chemisch-pharmazeutische Industrie. Die Landwirtschaft befindet sich in einer Veränderungsphase aufgrund des gestiegenen Bedarfs an Bioprodukten und der Förderung umweltschonender Anbaumethoden.

Das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft bilden die Klein- und Mittleren Betriebe (KMU), das heisst Unternehmen mit weniger als 250 Angestellten. Sie machen 99% der in der Schweiz registrierten Unternehmen aus und schaffen zwei Drittel der Arbeitsplätze. Zahlreiche ausländische Unternehmen und internationale Schweizer Firmen haben hier im Land ihren Hauptsitz und sind wichtige Akteure in der Schweizer Wirtschaft. 
 

Arbeitsmarkt

 
Die Schweiz gehört zu den Ländern mit den längsten Arbeitszeiten: Gut 1’800 Stunden sind es pro Jahr und Kopf. Die Arbeitslosenrate ist gering und die Beziehungen zwischen den Sozialpartnern sind im Allgemeinen kaum durch Streiks belastet. Das 1937 in der Maschinenindustrie zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern erstmals abgeschlossene Friedensabkommen legt Schlichtungsstellen fest, an welche man sich bei Konflikten wenden kann. 
 

Aussenhandel

 
Als kleines Land hat die Schweiz einen beschränkten Heimmarkt. Deshalb betreibt sie einen regen Import und Export von Waren und Dienstleistungen und gehört zu den Ländern mit dem höchsten Anteil des Aussenhandels am Bruttoinlandprodukt (BIP).

Der überwiegende Teil der Dienstleistungen und industriellen Erzeugnisse wird ins Ausland exportiert. Die bedeutendsten Exportgüter sind chemisch-pharmazeutische Produkte, Maschinen, Präzisionsinstrumente, Uhren und Bijouterie. Zwei Drittel des gesamten Warenverkehrs findet mit der europäischen Union statt, die somit den wichtigsten Handelspartner der Schweiz darstellt.

Die Schweizer Wirtschaft zeichnet sich durch die Herstellung von qualitativ hochwertigen Produkten aus und ist deshalb auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen. Die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz ist vor allem dank den technologischen Innovationen hoch. Zu den wichtigsten Branchen zählen die Mikrotechnologie, die Biotechnologie sowie die Pharmaindustrie. 
 

Verkehr
  • Strassennetz: Das Land ist von einem dichten Strassennetz überzogen. Im Jahr 2007 existierten 1’800 km Nationalstrassen, darunter 1’400 km Autobahn, 18’000 km Kantonsstrassen und 51’500 km Gemeindestrassen. Über fünf Millionen motorisierte Fahrzeuge sind in der Schweiz registriert, davon alleine 4 Millionen PKW. Rund 80% der Haushalte besitzen mindestens ein Auto. 
     
  • Bahnverkehr: Die Schweiz besitzt ein 5’100 km langes Schienennetz. Die Verkehrsintensität ist eine der höchsten der Welt. Ungefähr 290 Millionen Passagiere und 60 Millionen Tonnen Güter werden jährlich mit der Schweizerischen Bundesbahn SBB befördert. 2008 hat jeder Einwohner im Durchschnitt 2’422 km mit der Bahn zurückgelegt. Das sich im Bau befindende Herzstück der Transitverbindungen ist die Neue Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT), welche den Nord-Süd Schienenverkehr erleichtern wird. 
     
  • Flugverkehr: Die internationalen Flughäfen sind Zürich-Kloten, Genf und Basel. Diese drei Flughäfen verzeichnen bei wachsendem Passagieraufkommen inklusive Transit bei Linienflügen und Charter für 2008 folgende Frequenzen: 22,1 Millionen, 11,3 Millionen und 4,2 Millionen Personen. 
     
  • Schifffahrt: Der Rhein ist der einzige schiffbare Zugang der Schweiz zu den Weltmeeren. Der Warentransport betrug 2008 mehr als 7,2 Millionen Tonnen. Basel ist der Heimathafen der schweizerischen Hochseeflotten. Auf den Schweizer Seen und Flüssen sind 200 Fahrgastschiffe im Einsatz, die jährlich rund 13 Millionen Passagiere befördern. Zusätzlich sind fast 100'000 Sport- und Freizeitschiffe zugelassen.
Tourismus

 
In der Schweiz ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftszweig, der 6% des Bruttoinlandproduktes beiträgt. Die Restauration und die Hotellerie zählen etwa 225’000 Beschäftigte und ungefähr 30’000 Betriebe. 2008 verbuchte die Schweizer Hotellerie, der die Hotels wie auch die Kuranstalten angehören, 37,3 Millionen Übernachtungen.

Die touristische Infrastruktur der Schweiz umfasst Angebote für das ganze Jahr, Orte mit ausgeprägtem Winter- oder Sommertourismus, aber auch Thermalbäder und Kongresshotels. Wichtigstes Kapital des Tourismus bleibt jedoch die Landschaft, sowohl unberührte Natur als auch die Kulturlandschaft. Schweiz Tourismus sowie zahlreiche regionale Organisationen unternehmen hohe Werbeanstrengungen, um die Schweiz als Reiseland optimal zu positionieren. 
 

Informationsgesellschaft und Medien

 
Die Vielsprachigkeit und kulturelle Struktur der Schweiz haben eine abwechslungsreiche Medienlandschaft geschaffen.

  • Radio, Fernsehen und Multimedia: Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft SRG SSR idée suisse umfasst insgesamt 8 Fernsehprogramme und 18 Radioprogramme in den vier Landessprachen, ergänzende Websites und Teletext. In der Schweiz gibt es zusätzlich gut 40 Lokal- und Regionalfernsehsender sowie rund 50 private Radiostationen. Über 85% der Schweizer Haushalte sind am Kabel angeschlossen und haben dadurch Zugang zu mindestens 50 in- und ausländischen Programmen. 3 von 4 Haushalten besitzen einen Computer mit Internetzugang. 
     
  • Presse: Nirgendwo gibt es so viele Zeitungen auf so kleinem Raum wie in der Schweiz. Die Auswahl an Tageszeitungen ist mittlerweile auf 84 gesunken, doch werden immer noch über 200 Zeitungen mit einer Gesamtauflage von 3,8 Millionen Exemplaren angeboten. Bei den Pendlern sind vor allem die Gratiszeitungen sehr beliebt. Anzumerken bleibt, dass es in der Vergangenheit in der Schweizer Presselandschaft zu einigen Fusionen gekommen ist.