Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten

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Tipps während der Reise

Für Reisende empfiehlt es sich, ein paar Grundregeln zu kennen und sie zu beachten.

Allgemein gilt:

  • Je besser Sie sich auf eine Reise vorbereiten, desto mehr profitieren Sie davon und desto kleiner ist das Risiko von unangenehmen Überraschungen.
  • Gefahrensituationen können sich rasch ändern und sind oft unklar oder nicht voraussehbar. Informieren Sie sich deshalb regelmässig über die aktuelle Lage im Land und bleiben Sie in Kontakt mit der Reiseleitung. Die lokalen Behörden sind auch für die Sicherheit der ausländischen Besucher zuständig; befolgen Sie deshalb deren Anweisungen wie z.B. Vorsichtsmassnahmen, Sperrzonen, Evakuierungen.
  • Nehmen Sie bei ernsthaften Krisen mit der nächsten schweizerischen Botschaft oder dem nächsten Konsulat Verbindung auf. Bleiben Sie in Kontakt mit Ihren Angehörigen.
  • In Krisengebieten gewähren lokale Konfliktparteien dem Personal der schweizerischen Vertretungen oft keinen Zugang und lehnen jede Einflussnahme ab. Die Schweiz verfügt dort folglich nur über eng begrenzte oder überhaupt keine Möglichkeiten zur Hilfeleistung.
  • Wenn Sie unterwegs den Reiseplan ändern, aktualisieren Sie auch Ihre Online-Registrierung und informieren Sie jene Personen, die Ihren Reiseplan erhalten haben.

itineris

Reisende sind dem Recht des Aufenthaltsstaats unterstellt. Die Rechtsauffassung und die Strafmasse unterscheiden sich oft wesentlich von den schweizerischen Normen, besonders in Ländern mit islamisch geprägtem Recht (Scharia). Beachten Sie unter anderem folgende Punkte:

  • Halten Sie sich strikt an Aufenthaltszweck und -dauer, die im Visum, im Einreisestempel oder im Einreiseformular definiert sind. Andernfalls müssen Sie mit strafrechtlichen Konsequenzen und/oder einer Ausschaffung rechnen.
  • Im Falle eines Passverlusts muss in gewissen Ländern für die Ausreise ein Ersatzpass beantragt werden, manchmal auch ein Ersatzvisum. Kontaktieren Sie bei einem Passverlust umgehend die nächste schweizerische Vertretung (Botschaft oder Konsulat), um sich über das Vorgehen zu informieren.
  • Drogen- und Alkoholvergehen werden in manchen Ländern äusserst hart bestraft. Im schlimmsten Fall droht bei Drogendelikten die Todesstrafe.
  • Antiquitäten und Kulturgüter aller Art dürfen häufig nicht oder nur mit einer staatlichen Bewilligung ausgeführt werden, selbst wenn sie offen zum Kauf angeboten werden. Unter diese Regelung fallen zum Beispiel alte Gegenstände und Münzen, Fossilien, behauene Steine etc. Neben hohen Bussen können mehrjährige Haftstrafen drohen.
  • Viele Tiere, Pflanzen sowie tierische und pflanzliche Produkte sind durch das Artenschutzübereinkommen geschützt. Dazu gehören z.B. auch gewisse Muscheln, Korallen, Federn von geschützten Vögeln etc. Beachten Sie die Informationen des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen und denken Sie bei der Wahl der Souvenirs daran.
  • Aussereheliche Beziehungen, Prostitution und gleichgeschlechtliche Handlungen sind in zahlreichen Staaten verboten. Ebenfalls häufig verboten sind Pornografie und der Besitz von pornografischen Erzeugnissen.
  • Respektieren Sie Grundbesitz. In vielen Staaten gibt es grosse Ländereien, die sich im Besitz von Privatpersonen oder Firmen befinden. Solche Gelände (auch Wälder, Strände etc.) dürfen nicht von jedermann genutzt oder betreten werden, selbst wenn sie nicht klar gekennzeichnet sind. Erkundigen Sie sich vor Ort über die lokalen Verhältnisse.
  • Herstellung und Besitz von Raubkopien von Luxus- und elektronischen Gütern werden vermehrt strafrechtlich verfolgt.
  • In Ländern mit muslimischem Recht und in einigen anderen Staaten sind missionarische Aktivitäten verboten, dazu gehört z.B. auch das Verteilen von biblischen Texten. Ausserdem muss mit heftigen Reaktionen der Bevölkerung gerechnet werden.
  • Im Ausland begangene Straftaten können auch in der Schweiz geahndet werden (z.B. Pädophilie).
  • Wer im Ausland verhaftet wird, hat das Recht, mit der nächstgelegenen schweizerischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) Kontakt aufzunehmen.
  • In verschiedenen Ländern ist Korruption auch unter Beamten verbreitet. Allgemein gültige Verhaltensregeln gibt es nicht. Versuchen Sie, Ihre Interessen überlegt und höflich zu wahren. Bestechung von ausländischen Behörden ist auch in der Schweiz strafbar.

Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen: Artenschutz
Eidgenössische Zollverwaltung: Merkblätter und Broschüren
schweizerische Vertretungen
Staatssekretariat für Wirtschaft: Korruption

Sie sind Gast in einem fremden Land:

  • Respektieren Sie die lokalen Sitten und Bräuche. Treten Sie zurückhaltend auf.
  • Profitieren Sie von der Erfahrung der lokalen Bevölkerung und beachten Sie deren Warnungen vor Witterungsumschlägen, Meeresströmungen, Kriminalität etc.

Ein gesundes Misstrauen gegenüber Unbekannten ist angebracht:

  • Transportieren Sie keine Gepäckstücke oder Geschenke für Fremde oder flüchtige Bekannte; Sie könnten für Drogentransporte missbraucht werden.
  • Tragen Sie Wertgegenstände nicht offen zur Schau. Packen Sie Ausweise und Wertgegenstände nicht ins eingecheckte Fluggepäck, und lassen sie diese auch nicht im geparkten Auto zurück. Bewahren Sie nicht alle Ausweise, Kreditkarten und Bargeld am selben Ort auf.
  • Es kommt in vielen Ländern vor, dass Ausländern überhöhte Preise in Rechnung gestellt werden, sei es in Restaurants, Taxis oder für angeblich wertvolle Waren. Erkundigen sie sich im Voraus nach den Preisen, und seien Sie zurückhaltend beim Kaufen von Waren, deren Qualität Sie selbst nicht beurteilen können.
  • Lassen Sie bei Freiwilligenarbeit bei gemeinnützigen Organisationen eine gewisse Vorsicht walten, besonders bei Kinderheimen oder wenn ein grösserer Unkostenbeitrag verlangt wird. Zum Teil täuschen skrupellose lokale oder internationale Organisationen armutsrelevante Projekte vor, um die Grosszügigkeit der Reisenden auszunutzen oder Visagefälligkeiten zu erlangen. Informieren Sie sich vor Abreise beim Hauptsitz der Organisation über die Anstellungsbedingungen, die Art der Arbeit, die Versicherungsdeckung, etc. Ausserdem wird in den meisten Ländern auch für unentgeltliche Freiwilligenarbeit eine Arbeitsbewilligung verlangt, die vor der Reise eingeholt werden muss.

Auch Esswaren und Getränke erfordern eine gewisse Vorsicht:

  • Die hygienischen Verhältnisse können ungenügend sein. Beachten Sie vor allem in tropischen Ländern beim Essen die alte Faustregel: "Schäl es, koch es oder lass es bleiben". Vorsicht bei Eiswürfeln und Leitungswasser!
  • In verschiedenen Ländern hat es Fälle gegeben, in denen illegaler, gepanschter Alkohol zu Gesundheitsschäden oder Todesfällen geführt hat. Halten Sie sich im Zweifelsfall an die grösseren Hotels und Warenhäuser, oder fragen Sie Ihren Reiseleiter oder eine lokale Vertrauensperson, wo legal hergestellte Getränke erworben werden können.
  • Vorsicht KO-Tropfen! Nehmen Sie keine Drinks von Unbekannten an, und lassen Sie Ihre Getränke nie unbeaufsichtigt. Beachten Sie die Informationen des Bundesamtes für Gesundheit.

Bundesamt für Gesundheit


Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.