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Reisehinweise für: Kolumbien

gültig am:  
Publiziert am: 05.03.2013

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.

Beachten Sie unbedingt auch die nebenstehenden Rubriken; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.



Grundsätzliche Einschätzung
Spezifische regionale Risiken
Kriminalität
Verkehr und Infrastruktur
Besondere rechtliche Bestimmungen
Naturbedingte Risiken

Medizinische Versorgung
Nützliche Adressen


Grundsätzliche Einschätzung

Die politische Lage kann als relativ stabil bezeichnet werden. Reisende sind jedoch gehalten, ihrer persönlichen Sicherheit grosse Aufmerksamkeit zu schenken.

In den letzten Jahren hat sich die Sicherheitslage merklich verbessert, vor allem in den grösseren Städten, den Touristenzentren und entlang der Hauptverkehrsachsen. Dennoch bleiben in einigen ländlichen Regionen Guerilla- und andere bewaffnete illegale Gruppierungen aktiv (siehe unten). Politisch motivierte Anschläge und andere Übergriffe kommen vereinzelt vor. Am 15. Mai 2012 forderte ein Bombenanschlag in Bogotà mehrere Todesopfer und Verletzte. Ausserdem sieht sich das Land mit organisierter und anderen Formen der Kriminalität konfrontiert. Politisch motivierte Entführungen und Entführungen mit Lösegeldforderungen kommen immer noch vor. Die Entführungsopfer sind primär ortsansässige Personen, doch sind auch vermehrt und wiederholt ausländische Staatsangehörige entführt worden; so zum Beispiel zwei deutsche Touristen im November 2012 im Nordosten Kolumbiens sowie ein kanadischer und zwei peruanische Staatsangehörige im Januar 2013 im Norden Kolumbiens. Beachten Sie auch die Rubrik Terrorismus und Entführungen.

Schenken Ihrer persönlichen Sicherheit die gebührende Aufmerksamkeit, und halten Sie sich vorzugsweise an folgenden Orten auf:

  • grössere Städte, Hauptorte der Departemente und deren Umgebung.
  • generell Destinationen mit einer entwickelten touristischen Infrastruktur, die von anerkannten Reiseveranstaltern angeboten werden.

Beachten Sie auch die Informationen und Empfehlungen der folgenden Kapitel. Schliessen Sie sich vorzugsweise einer geführten Gruppenreise an.



Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Grenzgebiete zu Venezuela und Ecuador: Es besteht eine erhöhte Gefahr, Opfer eines Gewaltverbrechens oder einer Entführung zu werden. Zwei deutsche Touristen wurden im November 2012 nahe der venezolanischen Grenze entführt. Von Reisen in die folgende Departemente wird deshalb abgeraten: Nariño, Putumayo, Guainía, Vichada, Arauca, Boyacá, Norte de Santander, Cesar und La Guajira.

Ländliche Gebiete: In einigen ländlichen Gebieten sind Guerillas, andere illegale bewaffnete Gruppierungen und Kriminelle aktiv. Sie setzen in abgelegenen Gebieten auch Antipersonen-Minen ein, was Spaziergänge gefährlich macht. Gelegentlich kommt es zu bewaffneten Zusammenstössen. Die Gruppierungen agieren sehr mobil, so dass sich die Gefahrenzonen laufend ändern. Generell gilt: In abgelegenen, wenig erschlossenen Gebieten sind diese Risiken höher (einschliesslich das Entführungsrisiko).
Ist eine Reise in diese Gebiete unumgänglich, erkundigen Sie sich bei den lokalen Sicherheitskräften über die Lage und beachten Sie deren Anweisungen.

Schliessen Sie sich einer organisierten Gruppe an, um abgelegene touristische Sehenswürdigkeiten zu besuchen wie die Ciudad perdida in der Sierra Nevada (im Norden des Landes), San Augustin (Huila) und Tierradentro (Cauca). Vergewissern Sie sich, dass der Reiseführer die Sicherheitslage kurzfristig abgeklärt hat, denn sie ändert sich oft.



Kriminalität

Gewaltkriminalität ist verbreitet. In einigen Armenvierteln der Grossstädte ist die Kriminalitätsrate besonders hoch. Beachten Sie unter anderem die nachstehenden und Vorsichtsmassnahmen:

  • Beschränken Sie Ihren Aufenthalt auf die sicheren Quartiere grosser Städte und auf die Touristenorte, die von anerkannten Reisebüros empfohlen werden.
  • In folgenden Orten ist wegen der hohen Kriminalitätsrate besondere Vorsicht geboten: Buenaventura, Tumaco und in bestimmten Stadtteilen von Bogotà, Cali und Medellin.
  • Erkundigen Sie sich an Ihren jeweiligen Aufenthaltsorten bei Bekannten oder Geschäftspartnern über die lokalen Gegebenheiten und welche Quartiere als sicher gelten.
  • Schenken Sie dem Sicherheitsaspekt bei der Wahl der Unterkunft grosse Aufmerksamkeit; zu grosse Sparsamkeit kann Ihre Sicherheit beeinträchtigen.
  • Verzichten Sie auf Besuche der armen Stadtquartiere.
  • Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck, grosse Fotoapparate etc.) und nur wenig Geld auf sich.
  • Deponieren Sie Ihre Dokumente im Hotelsafe; tragen Sie jedoch immer eine Fotokopie des Reisepasses auf sich (einschliesslich der Seite mit dem Einreisestempel).
  • Nehmen Sie von Unbekannten keine Getränke, Esswaren oder Zigaretten an. Es kommt vor, dass diese mit Betäubungsmitteln versetzt werden, um das Opfer nachher zu berauben. Lassen Sie aus demselben Grund Ihre Getränke nie aus den Augen.
  • Fahren Sie nur mit Taxis, die Sie telefonisch reserviert haben.
  • Meiden Sie nachts schlecht beleuchtete und wenig begangene Strassen.
  • Benutzen Sie Geldautomaten nur tagsüber und im Innern von Banken.
  • Leisten Sie bei einem Überfall keinen Widerstand, denn die Gewaltbereitschaft ist hoch.


Verkehr und Infrastruktur

Reisen Sie vorzugsweise mit dem Flugzeug. Andernfalls benutzen Sie ausschliesslich die Hauptstrassen, die überwacht und in gutem Zustand sind. Wegen des hohen Unfall- und Überfallrisikos wird von nächtlichen Überlandfahrten abgeraten.

Es gibt keine Grenzübergänge zwischen Kolumbien und Panama.

Besondere rechtliche Bestimmungen
Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden streng geahndet. Die Haftbedingungen sind sehr schwierig.

Naturbedingte Risiken

Es besteht ein latentes Erdbeben-Risiko. Die meisten Vulkane des Landes liegen in der Cordillera Central, einige davon sind aktiv. Nach schweren Regenfällen muss mit regionalen Überschwemmungen und Erdrutschen gerechnet werden.
  • Servicio geológico colombiano
  • Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, befolgen Sie die Anweisungen der Behörden und melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen. Falls die Verbindungen ins Ausland unterbrochen sind, wenden Sie sich an die Schweizerische Botschaft in Bogotá.

    Medizinische Versorgung

    Ausserhalb der grossen Städte ist die medizinische Versorgung nicht immer gewährleistet. In jedem Fall verlangen Ärzte und Krankenhäuser eine Vorschusszahlung.
    Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.



    Nützliche Adressen

    Notruf-Nummer: 123

    Schweizerische Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste schweizerische Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
    Schweizerische Vertretungen im Ausland
    Helpline EDA

    Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
    Ausländische Vertretungen in der Schweiz



    Ausschluss der Haftung
    Beachten Sie auch die zusätzlichen, allgemein gültigen Reise-Informationen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.
    Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
    Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.