Umsetzung globaler Standards

Seit der weltweiten Finanzkrise hat sich das internationale Umfeld fundamental geändert. Die Rahmenbedingungen für den Schweizer Finanzplatz wurden in den vergangenen Jahren an die internationalen Entwicklungen angepasst. Die Umsetzung globaler Standards wird in entsprechenden internationalen Gremien im Rahmen von Länderexamen überprüft.

Zahlreiche Masten mit Flaggen diverser Länder.
Die Schweiz beteiligt sich an der Erarbeitung neuer Standards im Finanz- und Steuerbereich gleichzeitig setzt sie internationale Reformen um. © PRS

Die die Schweiz trägt als bedeutender internationaler Finanzplatz die globale Regulierungsagenda mit und setzt die wesentlichen vereinbarten Finanzmarktreformen um. Das stärkt Finanzstabilität und untermauert die Glaubwürdigkeit des Schweizer Finanzplatzes. 

Verändertes Umfeld nach globaler Finanzkrise

Seit der weltweiten Finanzkrise, die 2007 als Immobilienkrise auf dem Subprime-Markt in den USA begann, hat sich das internationale Umfeld fundamental geändert. Die Rahmenbedingungen für den Schweizer Finanzplatz wurden in den vergangenen Jahren an die internationalen Entwicklungen angepasst. Zudem hat sich die Schweiz aktiv an der Erarbeitung neuer Standards im Finanz- und Steuerbereich beteiligt.

Anpassungen wurden vor allem im Bereich der Kapital- und Liquiditätsanforderungen für Banken vorgenommen. Weiter hat die Schweiz ihre Gesetzgebung zu Finanzmarktinfrastrukturen und Derivatehandel sowie zur Geldwäschereibekämpfung umfassend revidiert. Für Schweizer Versicherer wurden bereits früher weltweit führende Solvenzvorschriften erlassen, die als gleichwertig mit der EU-Regulierung anerkannt werden. 

Automatischer Informationsaustausch

Der von der internationalen Staatengemeinschaft breit unterstützte Übergang zum automatischen Informationsaustausch in Steuersachen stellt einen fundamentalen Wandel in den Rahmenbedingungen für das Geschäft mit ausländischen Kunden auf dem Finanzplatz Schweiz dar. Die Schweizer Rechtsgrundlage zum internationalen automatischen Informationsaustausch trat am 1. Januar 2017 in Kraft. Damit erfolgte 2018 mit 36 ausgewählten Partnerstaaten ein erster Datenaustausch. Weitere Staaten werden in den folgenden Jahren dazukommen. 

Internationale Standards umsetzen

Im Rahmen von Peer-Review-Prozessen oder Länderprüfungen wird in den zuständigen internationalen Gremien, z.B. in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Organisation for Economic Co-operation and Development, OECD), im Global Forum, in der Financial Action Task Force (FATF) oder dem Financial Stability Board (FSB) untersucht, wie die entsprechenden globalen Standards umgesetzt werden. Die Schweiz hat ein grosses Interesse daran, dass alle Staaten den gleichen Spielregeln unterworfen sind und dass sie selber in den Länderprüfungen ein gutes Zeugnis erhält.

Auch in Zukunft wird sich die Schweiz an der Umsetzung von international anerkannten Standards im Rahmen ihrer Finanzmarktpolitik beteiligen.