«Urgent Paradise» reflektiert über das Überleben kultureller Symbole in einer möglichen Zukunft. Was bleibt von der Natur übrig, wenn die Natur selbst verschwunden ist? Die Bilder – in denen stammlose Palmen schwerelos schweben oder über den Himmel treiben – wirken wie Fragmente einer posthumanen Welt, wie fragile Echos von etwas, das einst lebendig war. Sie erscheinen wie Relikte einer verschwundenen Ökologie, von ihren Wurzeln getrennt, und werfen die beunruhigende Frage auf: Was bedeutet «Paradies», wenn es keine Erde mehr gibt, die es beherbergt?
Dieses Nachbild des Paradieses eröffnet einen Raum, um sich eine Zukunft vorzustellen, in der die Natur nur noch als Erinnerung oder Projektion fortbesteht – eine fragile Verbindung zwischen dem, was einmal war, und dem, was nach dem Ende noch kommen könnte. Es ist sowohl eine Elegie auf das Verlorene als auch eine Spekulation über das Fortbestehen der Sehnsucht über das Aussterben hinaus.
Tim Rod, geboren 1992, ist ein Schweizer Künstler, der in Bern lebt. Seine eigenen Wurzeln und seine Familiengeschichte sind neben der kollektiven visuellen Kultur eines der zentralen Elemente seiner Praxis und seiner Forschung.
Ausstellung:
21. bis 30. November 2025