Wirksames Management und Prävention nicht übertragbarer Krankheiten


Eine Ärztin misst bei einer Patientin den Blutdruck.
In Naryn wurde mit der Unterstützung der DEZA ein Pflegezentrum saniert. © Aida Aidakyeva

Nichtübertragbare Krankheiten (Non-Communicable Diseases, NCD) sind laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit die Todesursache Nummer eins. Im internationalen Durchschnitt sind 60% der Todesfälle auf NCD zurückzuführen.  In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen ist der Anteil oft viel grösser. So auch in Kirgisistan, wo Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs und Diabetes für 80% der Todesfälle verantwortlich sind.

Land/Region Thema Periode Budget
Kirgisistan
Gesundheit
Primäre Gesundheitsversorgung
Stärkung der Gesundheitssysteme
01.01.2017 - 31.12.2021
CHF 4'810'000

Laut WHO nimmt die Häufigkeit nichtübertragbarer Krankheiten (NCD) in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen zu. Als NCD gelten Herz-Kreislauferkrankungen, Atemwegserkrankungen, psychische Erkrankungen sowie Krebs und Diabetes. In Kirgisistan sind NCD für 80% der Todesfälle verantwortlich. Dieser hohe Anteil hat mehrere Gründe: ungesunde Lebensweise eines Teils der Bevölkerung, Lücken im Gesundheitssystem und ungenügende Vorsorge und Früherkennung durch Hausärztinnen und Hausärzte. Diese Situation hat schwerwiegende Folgen für die Volksgesundheit und die Staatsfinanzen.

Reformbedürftiges Gesundheitssystem

Weil die Hausarztzentren finanziell und personell unterdotiert sind, kann das System der primären Gesundheitsversorgung seinen Zweck nicht erfüllen. Die Menschen begeben sich deshalb direkt in die bereits überlasteten Spitäler.

Dabei ist es ausschlaggebend, dass das Gesundheitssystem in der Lage ist, die Behandlung der wachsenden Zahl an NCD-Patienten sicherzustellen. Zu diesem Zweck braucht es Folgendes:

-  Hausarztausbildung für angehende Medizinerinnen und Mediziner ab Beginn des Studiums;

-  bessere Löhne und Laufbahnmöglichkeiten für medizinische Fachleute, um deren Abwanderung nach Russland oder Kasachstan zu verhindern;

-  die Niederlassung von Hausärztinnen und Hausärzten in ländlichen Gebieten fördern.

In der ersten Phase des Projekts soll das primäre Gesundheitssystem gestärkt werden, um in den vier nördlichen Provinzen (Chui, Naryn, Issyk-Kul und Talas) nichtübertragbare Krankheiten wirksam behandeln zu können. Von dieser Massnahme profitieren zwei Millionen Menschen, bei einer Gesamtbevölkerung von acht Millionen. Das Gesundheitsministerium hat Reformen eingeleitet, die eine Hausarztausbildung ab der Bachelorstufe sowie obligatorische Kurse in ländlichen Kliniken vorsehen. In der zweiten Phase liegt der Fokus auf den südlichen Provinzen des Landes. Bei der weiteren Umsetzung der Reform der medizinischen Ausbildung werden zudem Nachdiplomstudiengänge und Weiterbildungen im Zentrum stehen.

Prävention als unabdingbare Voraussetzung für eine nachhaltige Verbesserung

Laut WHO führt eine Zunahme der an NCD erkrankten Personen um 10% zu einem Rückgang des Wirtschaftswachstums um 0,5%. Weil solche Krankheiten eine langfristige Behandlung erfordern, stellen sie eine erhebliche Belastung für das Gesundheitssystem des jeweiligen Landes dar. In Kirgisistan, wo die Wirtschaft bereits unter dem Arbeitskräfteschwund leidet, machen die Behandlungskosten rund 4% des BIP aus.

NCD entstehen aus unterschiedlichen Gründen, weshalb es einen ganzheitlichen Ansatz braucht, der über das Gesundheitswesen hinausgeht. Zu berücksichtigen sind auch soziale, wirtschaftliche und ökologische Faktoren, die sich auf die Gesundheit auswirken können. Prävention ist somit wesentlich. Zu den Hauptrisikofaktoren gehören Rauchen, mangelnde Bewegung, übermässiger Alkoholkonsum und unausgewogene Ernährung. Das medizinische Personal muss den Menschen in den Dörfern erklären, welche Lebensmittel und Gewohnheiten der Gesundheit zuträglich sind, das heisst, mit welcher Lebensweise nichtübertragbare Krankheiten verhindert werden.

Das Projekt trägt zur Verbesserung der Gesundheit von Millionen Menschen bei, indem es auch in ländlichen Regionen einen gleichberechtigten Zugang zu qualitativ hochstehenden Gesundheitsdiensten ermöglicht. Angestrebt wird eine nachhaltige Verbesserung des Wohlergehens der Bevölkerung durch Vorsorgemassnahmen und die Förderung einer gesunden Lebensweise.