Mehr Ernährungssicherheit durch verantwortungsvolle und demokratische Landnutzung

Projekt abgeschlossen
Menschengruppe mit einem Transparent zum Tag des Baumes und zum internationalen Kindertag
Feierlichkeiten zum nationalen Tag des Baumes und zum internationalen Kindertag, Green Earth Centre und Nonkham High School, Distrikt Laongam, Provinz Salavan, 1. Juni 2010 © Rights-LINK Rights-LINK

Das dynamische Wirtschaftswachstum in der DVR Laos hat zu vermehrten Konflikten und einer grösseren Konkurrenz um Land geführt. Diese Entwicklung gefährdet die Ernährungssicherheit, die Bemühungen zur Armutsbekämpfung und die Biodiversität. 2009 lancierte die DEZA das Projekt Rights-LINK zur Optimierung des Land- und Ressourcenmanagements im Land. Ziel des Projekts ist es, fundierte und transparente Gesetze und Entscheidungsprozesse im Bereich Land und Landnutzung zu gewährleisten.

Land/Region Thema Periode Budget
Laos
Governance
Dezentralisierung
Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT)
01.06.2012 - 31.12.2016
CHF 2'455'000

Die DVR Laos ist reich an natürlichen Ressourcen. Investoren aus dem In- und Ausland fordern Zugang zu Land und als Sicherheit für ihre Investitionen vertraglich festgelegte Nutzungsrechte. Die Regierung der DVR Laos erachtet die Situation als problematisch, es ist jedoch unwahrscheinlich, dass in absehbarer Zeit wirksame Kontrollmechanismen für die Landnutzung in Kraft treten. Agrarunternehmen erwerben weiterhin Konzessionen zu – wie es die NGO TERRA ausdrückt – «unvorstellbar tiefen Preisen».

Der höhere Verbrauch und der dadurch entstehende Druck auf die natürlichen Ressourcen gefährdet auch die Qualität der Biodiversität. In der DVR Laos sind zwei Drittel der Bevölkerung für ihr Auskommen von der Landwirtschaft abhängig. Die Bevölkerung in ländlichen Regionen ist als Nahrungs- und Einkommensquelle auf eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt angewiesen, zum Beispiel für Nichtholzprodukte aus dem Wald. Die Biodiversität der Umwelt spielt deshalb eine wichtige Rolle für die Existenzsicherung und die Armutsbekämpfung.

Das Landnutzungssystem in der DVR Laos
Bei der Gouvernanz und bei der Bewirtschaftung von Land und natürlichen Ressourcen bestehen auf mehreren Stufen strukturelle Schwächen. Auf lokaler Ebene gibt es kaum Mechanismen für eine nennenswerte Beteiligung der lokalen Bevölkerung an Entscheidungen über die Nutzung von Land und natürlichen Ressourcen. Die Dorfgemeinschaften können ihre Eigeninteressen nicht wirksam vertreten, wenn es um den Erwerb oder die Erschliessung von Land auf ihrem Gebiet geht. Auf Regierungsstufe müssen die administrativen Prozesse und die Personalkapazitäten gestärkt werden, damit sie mit den raschen Veränderungen und der steigenden Nachfrage Schritt halten. In der Politik fehlen häufig Informationen über die Bedürfnisse und die Realität der lokalen Bevölkerung, wenn Entscheidungen getroffen werden.

Dem lokalen Kontext angepasste Massnahmen
Das von der DEZA finanzierte Projekt Rights-LINK für eine bessere Gouvernanz im Bereich der Landnutzung ist auf den lokalen Kontext abgestimmt. Konkret sollen die Dorfgemeinschaften über ihre Rechte aufgeklärt werden und in der Lage sein, diese wahrzunehmen. Bei den staatlichen Stellen geht es darum, dass diese ihre Verantwortung wahrnehmen und die noch schwachen Mechanismen zur Rechenschaftsablage gestärkt werden. Das Projekt Rights-LINK fördert den Austausch und den Dialog: Es bringt lokale Akteure mit nationalen Entscheidungsträgern zusammen, die politischen Entscheidungsträger erhalten genauere Informationen über die Auswirkungen ihrer Entscheidungen im Bereich der Landnutzung, und die Entwicklung lokaler Mechanismen zur Konfliktlösung wird unterstützt. Das Projekt trägt zu einer Reihe positiver Entwicklungen bei: Das öffentliche Bewusstsein für Landnutzungsfragen steigt, die Nationalversammlung übernimmt eine aktivere Rolle bei der Überwachung der Investitionen und bei der Landrechtsvergabe, und die Regierung überprüft ihre Landnutzungspolitik.

20’000 Menschen kennen ihre Rechte
In den ersten vier Jahren verbesserte sich durch das Projekt der Zugang zu Informationen über die Bewirtschaftung von Land und natürlichen Ressourcen wesentlich, zudem wurde ein Netzwerk mit den verschiedenen Akteuren aufgebaut. In Vientiane entstand ein Rights-LINK-Ressourcenzentrum mit über 4000 Dokumenten zur Problematik der Landnutzung, von denen viele auf der Website von Rights-LINK abrufbar sind. Durch einen Wissens- und Informationsaustausch, Schulungen und bessere Dienstleistungen sind nun über 20’000 Menschen in 40 Dörfern der Provinz Saravan besser über ihre Landnutzungsrechte im Bild. Über 8150 Personen (davon 3645 Frauen) besuchten Schulungen sowie Informations- und Netzwerkanlässe. Mit seiner Unterstützung und der Bereitstellung von Unterlagen zum Thema Konfliktlösung sorgte das Projekt dafür, dass Regierungsstellen, die Zivilgesellschaft und die Privatunternehmen einen «Paralegal-Ansatz» zur Beratung der Dorfgemeinschaften entwickeln konnten. Dieser ermöglicht es, Personen aus der lokalen Bevölkerung juristisch zu schulen und Konfliktlösungsmethoden anzuwenden.