Schweizer Engagement weltweit

Die Internationale Zusammenarbeit der Schweiz orientiert sich an der Vision einer Welt ohne Armut, in Frieden und für eine nachhaltige Entwicklung. Umgesetzt wird sie von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, dem Staatssekretariat für Wirtschaft und der Abteilung Menschliche Sicherheit im EDA. Für die Periode 2017–2020 will die Schweiz 11,11 Mrd. CHF für die Internationale Zusammenarbeit aufwenden.

Mit einer nachhaltigen globalen Entwicklung sollen Armut, Not und die globalen Risiken gemindert und der Frieden gefördert werden. Konkret verfolgt die Schweiz mit ihrem Engagement folgende sieben Ziele:

  • Beitrag zur Entwicklung eines internationalen Rahmens, der die Bewältigung der globalen Herausforderungen ermöglicht

  • Prävention und Bewältigung von Krisen, Katastrophen und Fragilität sowie Förderung der Konflikttransformation

  • Gewährleistung eines nachhaltigen Zugangs zu Ressourcen und Dienstleistungen für alle

  • Förderung eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums

  • Stärkung des Rechtsstaats und der demokratischen Mitsprache, Unterstützung von Institutionen, die der Gesellschaft und der Wirtschaft dienen

  • Achtung und Förderung der Menschenrechte und Grundfreiheiten

  • Stärkung der Geschlechtergleichstellung und der Rechte von Frauen und Mädchen

Die Schweiz arbeitet in der Internationalen Zusammenarbeit sowie multilateral:  mit Schwerpunktländern und -regionen sowie mit internationalen Institutionen (Finanzierungsinstitutionen, UNO-Organisationen, globale Netzwerke und Fonds).

Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) und die Abteilung Menschliche Sicherheit (AMS) im EDA sind für die Internationale Zusammenarbeit der Schweiz zuständig. Diese besteht aus folgenden fünf Bereichen:

  • Humanitäre Hilfe (DEZA)

  • Technische Zusammenarbeit und Finanzhilfe zugunsten von Entwicklungsländern (DEZA)

  • Wirtschafts- und handelspolitische Massnahmen im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit (SECO)

  • Ostzusammenarbeit (DEZA/SECO)

  • Fördern von Frieden und Menschenrechten (AMS)

Die Schweiz plant, von 2017 bis 2020 für diese fünf Bereiche 11,11 Mrd. CHF aufzuwenden.

Humanitäre Hilfe (DEZA)

Die Humanitäre Hilfe trägt dazu bei, Leben zu retten und Leiden zu lindern. Mit Expertinnen und Experten des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH) ist sie im Feld präsent und setzt eigene Programme um oder stellt ihr Wissen den Partnerorganisationen zur Verfügung. Sie unterstützt zudem die Umsetzung von Programmen der Partnerorganisationen insbesondere mit Finanzbeiträgen und Hilfsgütern. Die wichtigsten Partner sind das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), die humanitären UNO-Organisationen, nationale und internationale Nichtregierungsorganisationen sowie Schweizer Hilfswerke.

Die Arbeit der humanitären Hilfe konzentriert sich auf humanitäre Nothilfe und die Stärkung des Rechtsrahmens sowie des operationellen humanitären Systems. Neben der Nothilfe engagiert sich die Humanitäre Hilfe weiterhin in der Katastrophenvorsorge und im Wiederaufbau vor bzw. nach Naturkatastrophen und bewaffneten Konflikten. 

Für die Humanitäre Hilfe der DEZA stehen 2017 bis 2020 vier Themen im Vordergrund. Diese sind für die Bewältigung der humanitären Herausforderungen zentral. 

  • Schutz der Zivilbevölkerung

  • Minderung des Katastrophenrisikos

  • Wasser und Siedlungshygiene

  • Geschlechterspezifische Gewalt

Das Mandat der Humanitären Hilfe ist global. Ausschlaggebend für ihr Engagement sind die Bedürfnisse der betroffenen Bevölkerung. Im Zentrum stehen insbesondere die Krisenherde im Mittleren Osten und Subsahara Afrika, wo die Zivilbevölkerung aufgrund anhaltender bewaffneter Konflikte auf humanitäre Hilfe angewiesen ist. Gleichzeitig muss die humanitäre Hilfe flexibel bleiben, um rasch auf neue Krisen, Konflikte und Katastrophen zu reagieren.  

Humanitäre Hilfe: Leben retten und Leiden lindern

Technische Zusammenarbeit und Finanzhilfe zugunsten von Entwicklungsländern (DEZA)

Die DEZA will alle Formen von Armut und die Anfälligkeit gegenüber globalen Risiken wie dem Klimawandel oder einer unsicheren Ernährungslage verringern. In Übereinstimmung mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung ist sie bestrebt, die Lebensbedingungen der Menschen in Entwicklungsländern zu verbessern, und dabei auf eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen und den Erhalt der Biodiversität zu achten. Die Armutsbekämpfung erfordert sowohl lokale wie globale Lösungen. Die DEZA konzentriert ihre Tätigkeit auch im Zeitraum 2017–2020 auf drei Handlungsachsen: 

  • Bilaterale Zusammenarbeit mit Schwerpunktländern und -regionen.

  • Fünf Globalprogramme zur Bewältigung der globalen Herausforderungen (Klimawandel und Umwelt, Ernährungssicherheit, Wasser, Gesundheit, Migration und Entwicklung).

  • Multilaterale Zusammenarbeit mittels Dialog und Beiträgen an UNO-Entwicklungsorganisationen, Entwicklungsbanken und andere globale Fonds und Netzwerke.

Die DEZA engagiert sich in Themen und Bereichen, bei denen die Schweiz über international anerkannte Erfahrungswerte und Wissen verfügt. Sie eröffnet Zukunftsperspektiven durch Grund- und Berufsbildung, die Schaffung von Arbeitsplätzen und Einkommen sowie die Entwicklung des lokalen Privatsektors. Die DEZA verstärkt das Engagement in fragilen Kontexten, insbesondere in Afrika und im Nahen Osten. Zentral dabei sind Konfliktprävention und Förderung der Menschenrechte. Zudem setzt sie weiterhin einen Schwerpunkt bei der Gleichstellung von Mann und Frau und der guten Regierungsführung.  

Geografisch gesehen werden von der bilateralen Hilfe der DEZA in der Periode 2017–2020 55% in Afrika und im Nahen Osten, 30% in Asien und 15% in Lateinamerika und der Karibik eingesetzt. Die DEZA konzentriert sich auf 14 Schwerpunktländer und sieben Schwerpunktregionen, die sie anhand bestimmter Kriterien festlegt, wie das Ausmass von Armut und Fragilität, die Dialogbereitschaft des Landes und die Relevanz für die Entwicklungs- und Aussenpolitik. 

Die DEZA

Wirtschafts- und handelspolitische Massnahmen im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit (SECO)

Das SECO strebt die Reduzierung der Armut durch wirtschaftliche Entwicklungszusammenarbeit an. Es unterstützt fortgeschrittene Entwicklungsländer dabei, Rahmenbedingungen zu stärken und damit das wirtschaftliche Potential des Privatsektors in der Armutsbekämpfung auszuschöpfen. Das SECO ist bestrebt, nachhaltiges und inklusives Wachstum zu fördern. In Übereinstimmung mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung wird 2017–2020 ein besonderer Akzent auf die soziale Dimension der Nachhaltigkeit gelegt. Die Früchte des Wachstums sollen allen Bevölkerungsschichten zugutekommen.

Im Bereich wirtschafts- und handelspolitische Massnahmen hat das SECO vier Ziele:

  • Wirksame Institutionen und Dienstleistungen: Ein klarer rechtlicher Rahmen und eine funktionierende Energieversorgung sind etwa Voraussetzungen für den Aufbau von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).
  • Mehr und bessere Arbeitsplätze: Über Investitionen in Unternehmen und die Stärkung internationaler Standards trägt das SECO zur Schaffung von Arbeitsstellen und menschenwürdigen Arbeitsbedingungen bei.
  • Gestärkter Handel und höhere Wettbewerbsfähigkeit: Auf multilateraler, regionaler und bilateraler Ebene fördert das SECO die wirtschaftlichen Stärken und Absatzmöglichkeiten seiner Partnerländer.
  • Emissionsarme und klimaresiliente Wirtschaft: Zur Senkung der CO2-Emissionen und Erhöhung der Klimaresilienz von Volkswirtschaften unterstützt das SECO unter anderem Massnahmen in den Bereichen Stadtentwicklung, Energieversorgung und ressourceneffiziente Privatwirtschaft

Hauptziel ist es, ein wirtschaftlich, ökologisch und sozial nachhaltiges Wachstum zu fördern, das neue Arbeitsplätze schafft, eine höhere Produktivität ermöglicht und hilft, Armut und Disparitäten zu mindern. Ausserdem werden die Partnerländer dabei unterstützt, sich in die Weltwirtschaft zu integrieren und ihre Binnenwirtschaften zu stärken. Die wirtschaftliche Gouvernanz sowie die Gleichstellung von Frau und Mann sind Querschnittsthemen und ziehen sich durch alle Bereiche der Arbeit.

Die Prioritätsländer des SECO im Süden sind: Ägypten, Ghana, Südafrika, Indonesien, Vietnam, Kolumbien, Peru und Tunesien.

Ostzusammenarbeit (DEZA/SECO)

Im Westbalkan und in Ländern der früheren Sowjetunion leistet die Schweiz einen Beitrag zur Förderung von Sicherheit und Stabilität sowie zu einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum. Die Prioritäten der Ostzusammenarbeit sind:

  • Demokratisierung, Dezentralisierung, lokale Gouvernanz, Korruptionsbekämpfung

  • Reform des Gesundheitssektors

  • Wirtschaftliche Entwicklung der Landwirtschaft

  • Ausrichtung des Berufsbildungssystems auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarkts

  • Effizientere und gerechtere Wasserbewirtschaftung

  • Prävention von Konflikten und Förderung der Rechtsstaatlichkeit

Rund 55% der finanziellen und technischen Unterstützung kommen fünf Ländern des Westbalkans zugute:  Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Mazedonien und Serbien. Die übrigen 45% gehen an acht Länder der früheren Sowjetunion: Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Kirgisistan, Moldau, Tadschikistan, Ukraine und Usbekistan.

Ostzusammenarbeit – ein Beitrag zu Demokratie und sozialer Marktwirtschaft

Der Erweiterungsbeitrag – der Beitrag an Länder, die ab 2004 der EU beigetreten sind

Zusätzlich zu diesem Engagement leistet die Schweiz mit 1,302 Mrd. CHF einen Beitrag zur Verringerung der wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten in den neueren Mitgliedern der EU. Der sogenannte Erweiterungsbeitrag wird in folgenden Ländern umgesetzt: Bulgarien, Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern. Insgesamt stehen DEZA und SECO 1,302 Mrd. CHF für die Umsetzung von Projekten zur Verfügung. Diese Mittel werden nicht der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit (Official Development Assistance ODA) angerechnet, sind aber dennoch Teil der Ostzusammenarbeit.

In den 10 Ländern, die 2004 der EU beigetreten sind, sind die Programme inzwischen erfolgreich abgeschlossen. In Rumänien, Bulgarien und Kroatien, welche später beigetreten sind, ist die Umsetzung noch im Gang.

Schweizer Beitrag an die erweiterte EU