Asbestentsorgung in Lublin

Projekt abgeschlossen
Sanierung asbesthaltiger Hausdächer
Da Asbestplatten im Laufe der Jahrzehnte verwittern, besteht die Gefahr, dass Fasern und Staub sich lösen und von den Hausbewohnern unbemerkt eingeatmet werden. Bis 2032 will Polen daher mit Asbest kontaminierte Materialien entsorgen. © Ministerstwo Infrastruktury i Rozwoju

Asbest war wegen seiner hervorragenden Eigenschaften als Baustoff sehr geschätzt, bis die Gesundheitsrisiken von asbesthaltigem Staub bekannt wurden. Die Schweiz unterstützt Polen dabei, in der Woiwodschaft Lublin ein System zur Überwachung und Entsorgung von Asbest einzuführen, asbesthaltige Abfälle aus illegalen Deponien zu entfernen und 32'000 Hausdächer zu sanieren.

Land/Region Thema Periode Budget
Polen
Umwelt schützen
Abfallentsorgung
15.12.2009 - 31.12.2016
CHF 13'215'785

Hinweis: Die Texte in allen Rubriken, mit Ausnahme «Erreichte Resultate», beschreiben die Situation vor Projektbeginn.

Asbest ist die Bezeichnung für eine Gruppe natürlich vorkommender, faserförmiger Silikat-Minerale. Da Asbest zugfest, hitze- und säurebeständig ist, hervorragend isoliert und wenig kostet, wurde es in Polen insbesondere für die Herstellung von Asbestzementprodukten in der Bauindustrie oft verwendet. Heute ist bekannt, dass Asbestfasern, die beispielsweise bei Renovationen, Abrieb oder Verwitterung freigesetzt und eingeatmet werden, gesundheitsschädlich sind. Bereits geringe Konzentrationen von Asbeststaub in der Luft können krebserregend sein. Bis 2032 will Polen daher mit Asbest kontaminierte Materialien entsorgen.

Neues Asbestmanagementsystem in der Woiwodschaft Lublin

Im Rahmen des Erweiterungsbeitrags unterstützt die Schweiz mit 13,2 Millionen Franken die Woiwodschaft Lublin bei der Asbestentsorgung. Sie verbessert damit die Lebensbedingungen und den Gesundheitsschutz der Bevölkerung Lublins, wo noch besonders viel asbesthaltige Bausubstanz vorhanden ist.

Um sicherzustellen, dass Asbest sachgerecht entsorgt wird, werden ein regionales und drei kleine lokale Büros aufgebaut. Diese sind dafür verantwortlich, asbesthaltige Materialien zu identifizieren und zu überwachen, bis sie neutralisiert sind.

32'000 asbesthaltige Hausdächer sanieren

Eine weitere Massnahme ist die Sanierung von Dächern, die mit Platten aus Asbestzement gedeckt sind. Da die Asbestplatten im Laufe der Jahrzehnte verwittern, besteht die Gefahr, dass Fasern und Staub sich lösen und von den Hausbewohnern unbemerkt eingeatmet werden. Daher werden in 32'000 Haushalten asbesthaltige Materialien von den Hausdächern entfernt, abtransportiert und neutralisiert. Für die Kosten der neuen Überdachung müssen die Haushalte grundsätzlich selbst aufkommen. Ärmere Haushalte können aber finanzielle Unterstützung beantragen. Dafür haben die polnischen Partner eigens eine spezielle Kreditlinie mit vorteilhaften Konditionen geschaffen. Dank diesen Gebäudesanierungen können insgesamt 79'000 Tonnen asbesthaltige Materialien umweltgerecht und dauerhaft entsorgt werden.

Information über das Gesundheitsrisiko Asbest

Mit einer Informationskampagne wird die Bevölkerung über das Gesundheitsrisiko Asbest aufgeklärt. Die Gefahr, die von der illegalen und falschen Entsorgung ausgeht, soll thematisiert werden. Ausserdem werden Lösungen aufgezeigt: Die Bevölkerung erfährt, wie Asbest sicher entsorgt und neutralisiert werden kann.

Weitere Projekte zur Verbesserung des Abfallmanagementsystems in Polen

Gesamthaft unterstützt die Schweiz drei polnische Projekte mit 35,8 Millionen Franken. Im Rahmen dieser Projekte werden Asbestsanierungen in mehr als 40'000 Haushalten vorgenommen.

Ich bin froh, dass das Marschallamt der Woiwodschaft Lublin zusammen mit dem Schweizer Büro für die Umsetzung des Erweiterungsbeitrags dieses Projekt umsetzt, welches es mir ermöglicht, Asbest fast gebührenfrei zu entsorgen. Ich muss nicht selbst nach einer lizenzierten Asbestentsorgungsfirma suchen, den Transport organisieren oder mir Gedanken zur Wiederaufbereitung machen, da sich das Marschallamt um alles kümmert. Ich habe Unterstützung beantragt, um asbesthaltiges Material vom Dach meines Hauses zu entfernen. Denn ich habe erkannt, wie riskant und gefährlich es ist, Asbest ausgesetzt zu sein. Ich hoffe, dass in den kommenden Jahren noch mehr Leute diese Gelegenheit nutzen. Es wird ihre Lebensbedingungen verbessern und sich positiv auf die Umwelt in unserer Region auswirken.

Antoni Startek, Einwohner von Kraśnik in der Woiwodschaft Lublin