Hinweis: Die Texte in allen Rubriken, mit Ausnahme «Erreichte Resultate», beschreiben die Situation vor Projektbeginn.
Asbestentsorgung in Lublin
Asbest war wegen seiner hervorragenden Eigenschaften als Baustoff sehr geschätzt, bis die Gesundheitsrisiken von asbesthaltigem Staub bekannt wurden. Die Schweiz unterstützt Polen dabei, in der Woiwodschaft Lublin ein System zur Überwachung und Entsorgung von Asbest einzuführen, asbesthaltige Abfälle aus illegalen Deponien zu entfernen und 32'000 Hausdächer zu sanieren.
| Land/Region | Thema | Periode | Budget |
|---|---|---|---|
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Polen |
Umwelt schützen
Abfallentsorgung
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15.12.2009
- 31.12.2016 |
CHF 13'215'785
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- An asbestos management system is established.
- 32'000 house roofs covered with tiles made of asbestos cement are to be renewed.
- In recent years, material containing asbestos has often been disposed of on illegal dumps. The project disposes of and neutralises 45'200 tonnes of such material.
- The Polish authorities run an information campaign to raise awareness about the health risks posed by asbestos.
- 79’000 tonnes of asbestos was removed from 32’000 buildings and 715 poor families received new roofs.
- Continuous awareness campaign, including comprehensive media campaigns on radio and TV.
- National Coordination Unit
- Polish Ministry of Development
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Projektnummer UX01007
| Hintergrund |
Poland is one of the countries in which asbestos was used very frequently in the building industry. Today we know that asbestos dust in the air causes cancer. The voivodship Lubelskie will have to dispose of about 2,000,000 tonnes of asbestos in order to protect the population from health risks. |
| Ziele |
The health risks posed by asbestos fibres are to be reduced by means of the renovation of buildings and the introduction of a system of waste disposal. The overall living conditions in Lublin will be improved as a result. The project also contributes to the protection of the environment. |
| Zielgruppen |
The direct beneficiary is the voivodship Lubelskie as the institution receiving direct financial support for the implementation of this project. Indirect beneficiaries are the communes, owners, administrators and inhabitants in the area covered by the project as they benefit from improved asbestos management, reduced exposure to asbestos containing materials, and a healthier environment. As most of the asbestos containing materials are located in rural areas, the respective residents will be particularly benefitting from this project. |
| Aktivitäten |
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| Resultate |
Erreichte Resultate: |
| Verantwortliche Direktion/Bundesamt |
SECO |
| Kreditbereich |
Schweizer Beitrag an die erweiterte EU |
| Projektpartner |
Vertragspartner Umsetzungspartner Lubelskie Voivodship’s self-government
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| Budget | Laufende Phase Schweizer Beitrag CHF 13'215'785 Bereits ausgegebenes Schweizer Budget CHF 10'720'111 |
| Projektphasen |
Phase 4
16.12.2009
- 31.03.2017
(Completed)
Phase 2
15.12.2009
- 31.03.2017
(Completed)
Phase 1 15.12.2009 - 31.12.2016 (Completed) |
Asbest ist die Bezeichnung für eine Gruppe natürlich vorkommender, faserförmiger Silikat-Minerale. Da Asbest zugfest, hitze- und säurebeständig ist, hervorragend isoliert und wenig kostet, wurde es in Polen insbesondere für die Herstellung von Asbestzementprodukten in der Bauindustrie oft verwendet. Heute ist bekannt, dass Asbestfasern, die beispielsweise bei Renovationen, Abrieb oder Verwitterung freigesetzt und eingeatmet werden, gesundheitsschädlich sind. Bereits geringe Konzentrationen von Asbeststaub in der Luft können krebserregend sein. Bis 2032 will Polen daher mit Asbest kontaminierte Materialien entsorgen.
Neues Asbestmanagementsystem in der Woiwodschaft Lublin
Im Rahmen des Erweiterungsbeitrags unterstützt die Schweiz mit 13,2 Millionen Franken die Woiwodschaft Lublin bei der Asbestentsorgung. Sie verbessert damit die Lebensbedingungen und den Gesundheitsschutz der Bevölkerung Lublins, wo noch besonders viel asbesthaltige Bausubstanz vorhanden ist.
Um sicherzustellen, dass Asbest sachgerecht entsorgt wird, werden ein regionales und drei kleine lokale Büros aufgebaut. Diese sind dafür verantwortlich, asbesthaltige Materialien zu identifizieren und zu überwachen, bis sie neutralisiert sind.
32'000 asbesthaltige Hausdächer sanieren
Eine weitere Massnahme ist die Sanierung von Dächern, die mit Platten aus Asbestzement gedeckt sind. Da die Asbestplatten im Laufe der Jahrzehnte verwittern, besteht die Gefahr, dass Fasern und Staub sich lösen und von den Hausbewohnern unbemerkt eingeatmet werden. Daher werden in 32'000 Haushalten asbesthaltige Materialien von den Hausdächern entfernt, abtransportiert und neutralisiert. Für die Kosten der neuen Überdachung müssen die Haushalte grundsätzlich selbst aufkommen. Ärmere Haushalte können aber finanzielle Unterstützung beantragen. Dafür haben die polnischen Partner eigens eine spezielle Kreditlinie mit vorteilhaften Konditionen geschaffen. Dank diesen Gebäudesanierungen können insgesamt 79'000 Tonnen asbesthaltige Materialien umweltgerecht und dauerhaft entsorgt werden.
Information über das Gesundheitsrisiko Asbest
Mit einer Informationskampagne wird die Bevölkerung über das Gesundheitsrisiko Asbest aufgeklärt. Die Gefahr, die von der illegalen und falschen Entsorgung ausgeht, soll thematisiert werden. Ausserdem werden Lösungen aufgezeigt: Die Bevölkerung erfährt, wie Asbest sicher entsorgt und neutralisiert werden kann.
Weitere Projekte zur Verbesserung des Abfallmanagementsystems in Polen
Gesamthaft unterstützt die Schweiz drei polnische Projekte mit 35,8 Millionen Franken. Im Rahmen dieser Projekte werden Asbestsanierungen in mehr als 40'000 Haushalten vorgenommen.
Ich bin froh, dass das Marschallamt der Woiwodschaft Lublin zusammen mit dem Schweizer Büro für die Umsetzung des Erweiterungsbeitrags dieses Projekt umsetzt, welches es mir ermöglicht, Asbest fast gebührenfrei zu entsorgen. Ich muss nicht selbst nach einer lizenzierten Asbestentsorgungsfirma suchen, den Transport organisieren oder mir Gedanken zur Wiederaufbereitung machen, da sich das Marschallamt um alles kümmert. Ich habe Unterstützung beantragt, um asbesthaltiges Material vom Dach meines Hauses zu entfernen. Denn ich habe erkannt, wie riskant und gefährlich es ist, Asbest ausgesetzt zu sein. Ich hoffe, dass in den kommenden Jahren noch mehr Leute diese Gelegenheit nutzen. Es wird ihre Lebensbedingungen verbessern und sich positiv auf die Umwelt in unserer Region auswirken. |