Überwachung der Umwelt in Estland

Projekt abgeschlossen
Forscher senken Seitensichtsonar ins Meer.
Estnische Experten demonstrieren die neuen Umweltüberwachungsgeräte. © Arno Mikkor (Fotograf), Nationale Koordinationsstelle Estland Arno Mikkor NCU

Die Schweiz stattet estnische Laboratorien und Überwachungsstationen mit modernen Geräten aus und finanziert die Schulung des Personals. Dadurch verfügt Estland über flächendeckende und zuverlässige Umweltdaten in den Bereichen Wasser, Luft, radioaktive Strahlung und Naturgefahren.

Land/Region Thema Periode Budget
Estland
Umwelt schützen
Umweltmonitoring
01.12.2011 - 30.06.2016
CHF 8'500'000

Hinweis: Die Texte in allen Rubriken, mit Ausnahme «Erreichte Resultate», beschreiben die Situation vor Projektbeginn.

Im dünn besiedelten Estland gibt es weite Gebiete, wo die Natur unberührt ist. Die Nähe zum Wasser prägt das Land. Estland verfügt über mehr als 1500 Inseln und 1000 Seen. Die Küste ist 3800 Kilometer lang, zahlreiche Sümpfe, Hochmoore und Wälder prägen das Landschaftsbild.

Um diese einmalige Naturlandschaft zu erhalten, ist es wichtig, zuverlässige Umweltdaten erheben zu können. Nur so sind die estnischen Behörden in der Lage, fundierte Entscheidungen zum Schutz der Umwelt zu treffen. Besonders wichtig sind für Estland eine hohe Luft- und Wasserqualität, Strahlenschutz und das Verhindern von Naturkatastrophen. Deshalb wurde die Umweltüberwachung insbesondere in diesen Bereichen verbessert.

Moderne Geräte und Weiterbildungen

Einerseits beteiligte sich die Schweiz am Kauf moderner Mess- und Analysegeräte. Andererseits musste auch das Personal entsprechend geschult werden. Gesamthaft beteiligte sich die Schweiz an elf Umweltüberwachungsprojekten. Darunter sind folgende:

  • Das estnische Luftqualitätsnetzwerk wurde verbessert. Mit neuen Methoden und Analysegeräten können Schadstoffe und Feinstaub besser gemessen werden. Dies wiederum ermöglicht es, Aktionspläne gegen die Luftverschmutzung in städtischen Gebieten zu entwickeln. Schweizer und estnische Experten führten gemeinsam eine Messkampagne durch. So kann Estland von den in der Schweiz gemachten Erfahrungen profitieren.
  • Dank Schulungen und neuen Geräten können die Spezialisten des estnischen Umweltforschungszentrums 33 gefährliche Stoffe in estnischen Gewässern analysieren. Ziel ist es unter anderem zu verhindern, dass gesundheitsschädigende Stoffe in die Nahrungskette gelangen.
  • Das Strahlungsüberwachungssystem Estlands wurde modernisiert: Ältere Überwachungsstationen und das Kommunikationssystem wurden erneuert. Auf diese Weise kann die estnische Umweltbehörde im Fall von grenzüberschreitenden Notstandssituationen rechtzeitig und zuverlässig Warnungen herausgeben.
  • Eine Schweizer Firma lieferte Geräte nach Estland, mit denen beispielsweise verschmutzte Gebiete oder der Transport gefährlicher Materialien mittels Satelliten geortet werden können.
  • Forschende konnten mit Mitteln aus dem Erweiterungsbeitrag Geräte kaufen, mit denen sie die Sedimententwicklung in der Küstenregion und den Zustand des Meerwassers beobachten. Die so erhobenen Daten sind die Grundlage für geeignete Gewässerschutzmassnahmen und um Risiken infolge des Klimawandels zu begrenzen.

Zuverlässige, flächendeckende und rasch verfügbare Umweltdaten

Dank der Umsetzung der elf Projekte kann Estland EU-Vorschriften im Bereich der Umweltüberwachung besser umsetzen und flächendeckend zuverlässige Daten sammeln. Die Kosten der Datenbeschaffung sanken um 40%.