Im vierten Länderbericht der Schweiz wird der Stand der Umsetzung der Ziele der Agenda 2030 in der Schweiz dargelegt. Kantons- oder Gemeindebehörden, Wirtschaftsunternehmen, Forschungsinstitute und Organisationen haben am Bericht mitgearbeitet. Sie gaben im Vorfeld in die digitale Plattform SDGital2030 ein, welche Projekte sie im Rahmen der Agenda 2030 umgesetzt haben oder umsetzen. Zudem finden sich im Länderbericht Beiträge der Wirtschaft, der Finanzbranche, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft.
Der Bundesrat zieht im Länderbericht 2026 eine gemischte Zwischenbilanz. In einzelnen Bereichen wurden Fortschritte erzielt, namentlich bei den erneuerbaren Energien, der Kreislaufwirtschaft und Gleichstellung. Das internationale Umfeld mit seinen geopolitischen Spannungen, multiplen Krisen, dem zunehmenden Protektionismus und den wachsenden Finanzierungslücken macht es aber nötig, dass in der Schweiz noch präziser definiert wird, welche Nachhaltigkeitsziele hierzulande in welcher Form umgesetzt werden sollen und können.
Seit den Verhandlungen über die Agenda 2030 im Jahr 2015 verfolgt die Schweiz bei der Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele der UNO-Agenda einen Ansatz, der sich an der konkreten Umsetzbarkeit der Ziele orientiert. Dieser Ansatz liegt auch der Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030 (SNE 2030) zugrunde, mit den drei Schwerpunktthemen nachhaltiger Konsum und Produktion sowie Klima, Energie, Biodiversität wie auch Chancengleichheit und sozialer Zusammenhalt
Bei der Verabschiedung des vierten Länderberichts der Schweiz 2026 unterstrich der Bundesrat am vergangenen 13. Mai, dass die Agenda 2030 ein wichtiger Referenzrahmen bleibt. Der Bundesrat schlägt vor, sich bei der künftigen Umsetzung der Ziele noch stärker auf diejenigen Massnahmen zu konzentrieren, welche ökologisch, wirtschaftlich und sozial die grösste Wirkung erzielen. Die konkrete Durchführbarkeit soll die Debatte darüber prägen, welche Massnahmen im Rahmen der SNE 2030 umgesetzt werden. Diese Debatte muss mit allen beteiligten Akteuren geführt werden.
Am heutigen Treffen in Bern ging es entsprechend um die Frage, wie die vorrangigen Ziele in der Schweiz wirksam umgesetzt werden können. Markus Reubi, Delegierter des Bundesrates für die Agenda 2030 im EDA, unterstrich das Potenzial digitaler Technologien bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele: «Wenn wir die künstliche Intelligenz richtig nutzen, bietet sie Chancen für die ökologische, wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeit. Wir brauchen auch in der Schweiz eine Debatte, die sich an den Chancen und nicht nur an den Risiken orientiert». Weitere Handlungsfelder sieht der Bundesrat im Umgang mit dem demografischen Wandel, bzgl. Klima und Biodiversität sowie ressourcenschonendem Wirtschaften.
Markus Reubi wird den Länderbericht der Schweiz am Hochrangigen Politischen Forum für Nachhaltige Entwicklung der UNO in New York präsentieren. Auch die Städte werden in der Schweizer Delegation hochrangig vertreten sein.
Communiqué des Bundesrates zum Länderbericht 2026
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