Wirtschaftsmissionen in die russischen Regionen

Lokale News, 21.03.2018

Perm und Berezniki

Am 21. bis 22. März reiste eine von Botschafter Rossier geleitete Wirtschaftsdelegation in den Permskij Krai, eine Region westlich des Uralgebirges und eine der industriell stärksten Wirtschaftsregionen Russlands. Neben Botschaftsvertretern nahmen an der Reise auch folgende Schweizer Organisationen/Unternehmen teil: Switzerland Tourism, Galika AG, EuroChem, Philip Morris International (PMI).

Am ersten Tag der Mission fanden Gespräche mit dem Gouverneur sowie Wirtschafts-, Industrie- und Wissenschaftsvertretern der Region statt. Am zweiten Tag hatten die Firmenvertreter B2B und B2G Treffen: Die hergestellten Kontakte waren nach Aussagen der Firmenvertreter von grosser Relevanz und vielversprechend. Die Botschaftsdelegation besichtigte währenddessen das rund 300 km nördlich von Perm gelegene Kaliproduktionswerk des schweizerisch/russischen Düngemittel-Konzerns EuroChem mit Hauptsitz in Zug. Die Gesamtinvestitionen in die Entwicklung dieses Greenfield-Projekts belaufen sich auf rund $3 Mrd - das Werk stellt somit eine der grössten Schweizer Investitionen in Russland dar. Am Nachmittag fand ein Treffen mit dem Rektor der Polytechnischen Universität und anschliessend eine Vorlesung von Botschafter Rossier im Gebäude dieser Universität für Studenten der drei Permer Universitäten statt. Als Follow-Up der Mission ist eine Präsentation des wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Potentials der Region Perm auf der Residenz denkbar. 

Wirtschaftsforum in Krasnoyarsk

Vom 12. bis 14. April wurde in Sibiriens drittgrösster Stadt das 15. Krasnoyarsk Economic Forum unter dem Motto «Russia 2018-2024: Reaching the Potential» durchgeführt. Das von der Region Krasnoyarsk organisierte Forum ist die wichtigste Veranstaltung ihrer Art in Sibirien. Auf russischer Behördenseite nahmen Vizepremierminister Arkady Dvorkovich, mehrere Vizeminister des Wirtschafts-, Finanz- und Gesundheitsministeriums sowie zahlreiche Vertreter russischer Regionen teil. Inhaltlich standen neben der Diskussion über die wirtschaftliche und sozioökonomische Entwicklung Sibiriens auch die Prioritäten und Herausforderungen der gesamtrussischen Wirtschaft im Fokus des Forums. Die Schweizerische Botschaft war durch Alberto Groff, Leiter der Wirtschaftsabteilung, sowie seinen Stellvertreter Alexander Siegenthaler vertreten. Neben der aktiven Teilnahme an drei Paneldiskussionen traf sich die Delegation der Botschaft für ein bilaterales Meeting mit Sergey Vereschagin, dem stellvertretenden Regierungsvorsitzenden und Minister für wirtschaftliche Entwicklung der Region Krasnoyarsk. Krasnoyarsk bzw. Sibirien im Allgemeinen ist traditionell von einer untergeordneten Priorität für die Schweizer Aussenwirtschaft, entsprechend marginal sind auch die Aktivitäten schweizerischer Unternehmen in der Region. Einzelne Projekte wie die «Yenisei Siberia»-Initiative oder die Universiade 2019, aber auch die Förderung von Institutionen im Wissenschafts- und Bildungsbereich könnten der Schweizer Wirtschaft zukünftig allerdings vereinzelte interessante Möglichkeiten bieten. 

Tatarstan 

Am 23. bis 24. April 2018 reiste eine Wirtschaftsmission in die Republik Tatarstan, die zu den wirtschaftsstärksten Regionen Russlands gehört. Die Botschaft wurde von der Joint Chamber of Commerce Switzerland-CIS/ Georgia sowie von einer grösseren Wirtschaftsdelegation aus Grosskonzernen, mittelständischen Technologieanbietern und Kleinfirmen begleitet. Beim Treffen mit dem Präsidenten der Republik äusserten die mitreisenden Unternehmen ihren Wunsch nach dem Auf- bzw. Ausbau ihrer Präsenz in dieser dynamischen Region. Beim Runden Tisch in der Industrie- und Handelskammer konnten sich die schweizerischen Unternehmen der regionalen Businessgemeinde vorstellen und separate B2B-Gespraeche führen. Die Delegation besuchte das Werk von Nanofarma Development (Ferring-Gruppe) im sog. Nanocluster, das eine Reihe lebenswichtiger Medikamente produziert. Eröffnet unter Beteiligung der russischen Nanotechnologie-Holding Rosnano und ausgestattet mit einer modernen Labor- und Produktionstechnik, gilt Nanopharma als vielversprechender lokalisierter Produktionsstandort. Bei den Treffen in der Kasaner Föderalen Universität sowie der Privatuniversität Innopolis wurde die Erweiterung der Kooperation im Bildungs- sowie R&D-Bereich thematisiert. Im Rahmen der «Swissdays» im Zentrum für moderne Kunst «Smena» eröffnete der Botschafter ein Dokumentar- und Kurzfilmfestival zu Umweltthemen und die Ausstellung der Schweizer Abstimmungsplakate «Stimmvolk– Volksstimme». Derzeit ist Tatarstan um eine Werkseröffnung des Baustoffherstellers Sika sowie der Stadler Rail bemüht. Auch andere Firmen, vorwiegend im Maschinenbau und in der chemischen Industrie, bestätigen das Interesse an gemeinsamen Projekten in der Region. Die geplante Präsentation der Republik und deren Teilnahme an der Blockchain-Konferenz in der JCC Zürich im Herbst 2018 wird die Zusammenarbeit weiter fördern.

Nordkaukasus

Vom 4. bis am 8. Juni reiste eine Delegation mit Vertretern der Schweizerischen Botschaft und mehreren Schweizer Unternehmen (Clariant, Cuboro, Fischer Spindle, SGS, Schindler) unter der Leitung von Botschafter Yves Rossier in den nördlichen Kaukasus. In der Region Stavropol sowie den Republiken Inguschetien und Tschetschenien traf sich die Delegation mit lokalen Behördenrepräsentanten, Handelskammern und Firmenvertretern. Die Teilnehmer profitierten nicht nur von fruchtbaren Gesprächen und neuen Kontakten, sondern konnten sich dank des vielseitigen Programmes auch ein umfassendes Bild von den drei Regionen und deren wirtschaftlichen Möglichkeiten machen. Obwohl das Potential des nördlichen Kaukasus zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Schweizer Unternehmen begrenzt ist, lassen sich dennoch spezifische Opportunitäten ausmachen. So bietet beispielsweise die Republik Tschetschenien aufgrund ihrer Infrastrukturprojekte interessante potentielle Projekte für den Aufzugs- und Fahrtreppenproduzenten Schindler.