Der Bundesrat verabschiedet die Konsularstrategie 2026–2029

Medienmitteilung, 19.12.2025

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 19. Dezember 2025 seine erste Konsularstrategie 2026–2029 verabschiedet. In einer Welt, die sich tiefgreifend verändert und von der Rückkehr des Krieges nach Europa, der Aushöhlung der multilateralen Ordnung und der Fragmentierung der Allianzen geprägt ist, gewinnt die konsularische Arbeit neue Bedeutung. Ob Unterstützung von Schweizer Staatsangehörigen, administrative Dienstleistungen oder Bearbeitung von Visa, die konsularische Arbeit bleibt ein zentraler Bestandteil der Schweizer Präsenz im Ausland. Mit der Konsularstrategie 2026–2029 will der Bundesrat auf kohärente, strukturierte und zukunftsorientierte Weise auf die Herausforderungen in diesem Bereich der Schweizer Aussenpolitik reagieren und den Schweizer Bürgerinnen und Bürgern weiterhin einfache, leicht zugängliche und zuverlässige administrative Dienstleistungen bereitstellen.

Jedes Jahr bearbeiten die Schweizer Vertretungen rund 700 000 Visagesuche, betreuen über 800 000 Auslandschweizerinnen und -schweizer sowie Schweizer Staatsangehörige auf Auslandreisen (jährlich 12 Millionen Reisen). Aufgrund der immer unterschiedlicheren Profile und Erwartungen, der zunehmenden Mobilität und der rasanten Entwicklung digitaler Hilfsmittel hat der Bundesrat beschlossen, die Aktivitäten in diesem Bereich in einer Strategie zu strukturieren, die sich an der Aussenpolitischen Strategie 2024–2027 orientiert und zu deren Umsetzung beiträgt.

Diese erste Konsularstrategie, die vom Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ausgearbeitet wurde, stützt sich auf das Auslandschweizergesetz (ASG). Sie vereint zahlreiche Akteure auf Bundes-, Kantons- und privater Ebene und zielt darauf ab, die konsularischen Dienstleistungen sowohl für Auslandschweizerinnen und -schweizer als auch für Auslandreisende zu verbessern.

Die Konsularstrategie 2026–2029 umfasst vier thematische Schwerpunkte: Prävention, Schutz und Nothilfe, administrative Dienstleistungen und Visaangelegenheiten.

Prävention, Schutz und Nothilfe

Im Auslandschweizergesetz von 2015 ist der Grundsatz der Eigenverantwortung und der staatlichen Subsidiarität verankert. Heute werden Reisen oft ohne Reiseagentur online gebucht, nicht selten in abgelegene Gebiete. Dabei beachten nicht alle Reisenden die notwendigen Vorsichtsmassnahmen. Mit der Konsularstrategie sollen die Präventionsmassnahmen gestärkt werden: gezielte Kommunikation, verstärkte Sensibilisierung und Bereitstellung von geeigneten digitalen Hilfsmitteln.

Bei Ereignissen wie Unfall, Todesfall, Inhaftierung oder grösseren Krisen kann der Bund subsidiär handeln. Der Staat soll nicht automatisch tätig werden. Sein Handeln soll sich auf jene Situationen beschränken, in denen staatliche Hilfe unerlässlich ist. Konsularische Dienstleistungen sind, soweit gesetzlich vorgesehen, gebührenpflichtig.

Moderne Dienstleistungen, stärkere Bindung

Die Konsularstrategie 2026–2029 zielt darauf ab, die konsularische Arbeit an die Realitäten einer sich wandelnden Welt anzupassen, indem neue Technologien – insbesondere künstliche Intelligenz – eingesetzt werden, während gleichzeitig die Kompetenzen der Mitarbeitenden ausgebaut und die Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Akteuren verstärkt werden. Die Strategie will auch den Austausch zwischen der Schweiz und den Auslandschweizergemeinschaften stärken, namentlich durch die Förderung digitaler Informationskanäle und koordinierte Aktivitäten mit den institutionellen Partnern.

Sichere, effiziente und an den schweizerischen Kontext angepasste Visa

Jedes Jahr stellen die Schweizer Vertretungen etwa 700 000 Visa aus. Diese Verfahren erhöhen die Grenzsicherheit und berücksichtigen gleichzeitig die touristischen, wirtschaftlichen und diplomatischen Interessen der Schweiz. Ziel dieser Strategie ist es, den Schweizer Bürgerinnen und Bürgern einfache, leicht zugängliche und zuverlässige administrative Dienstleistungen bereitzustellen und dabei auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen digitalen Lösungen und menschlicher Präsenz zu achten für möglichst bedarfsgerechte Lösungen.

Vision 2035

Mit dieser Strategie legt der Bundesrat die Grundlage für moderne, menschliche und effiziente Dienste im Konsularbereich, die sich an den heutigen und zukünftigen Herausforderungen orientieren. Denn an solchen wird es auch nach 2029 nicht fehlen: beschleunigte Digitalisierung, steigende Erwartungen der Öffentlichkeit, häufigere Krisen und grössere Komplexität. Es ist wichtig, diese Entwicklungen zu antizipieren und dafür zu sorgen, dass die konsularischen Dienste bis 2035 für alle zugänglich, sicher und agil bleiben und auch weiterhin auf dem Grundsatz der Eigenverantwortung, der Solidarität und dem Dienst an der Gemeinschaft beruhen.

Konsularstrategie 2026–2029

Auslandschweizergesetz

Konsularische Direktion des EDA


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