Amerikas-Strategie 2026–2029: Schweiz stärkt Partnerschaften auf dem amerikanischen Kontinent
Mit der Amerikas-Strategie 2026–2029 legt die Schweiz ihre aussenpolitischen Prioritäten für den amerikanischen Doppelkontinent fest. Mit dieser Strategie stärkt die Schweiz ihre Handlungsfähigkeit in einem zunehmend kompetitiven internationalen Umfeld. Im Zentrum stehen die grossen politischen und wirtschaftlichen Akteure des Kontinents sowie klar definierte thematische Schwerpunkte: Frieden und Sicherheit, Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit, Umwelt, Demokratie und Gouvernanz sowie ein wirksamer Multilateralismus. Stabile Rahmenbedingungen, offene Märkte, Innovationsfähigkeit und verlässliche Partnerschaften bleiben dabei zentrale Voraussetzungen für die aussenpolitischen Ziele der Schweiz.

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 27. Mai 2026 die Amerikas-Strategie 2026–2029 verabschiedet. Sie ist eine geografische Folgestrategie zur Aussenpolitischen Strategie der Schweiz 2024–2027 und dient der strategischen Ausrichtung der Schweizer Aussenpolitik gegenüber dem amerikanischen Doppelkontinent.
Spannungen und die Rivalität zwischen Grossmächten haben sich seit der Veröffentlichung der Amerikas-Strategie 2022–2025 weiter akzentuiert. Macht tritt zunehmend vor Recht, was zur Erosion völkerrechtlicher Normen beiträgt und die internationale Politik weniger vorhersehbar macht. Diese Entwicklungen prägen auch die Amerikas – einen Kontinent mit grossem politischem, wirtschaftlichem und ökologischem Gewicht. Besonders prägend bleibt die Rolle der USA, deren Politik stärker auf nationale Interessen und transaktionale Beziehungen ausgerichtet ist. Gleichzeitig verfügt China über grossen wirtschaftlichen Einfluss in Lateinamerika, und andere Akteure verstärken ihre Präsenz. Angesichts dieser geopolitischen Rivalitäten sind viele Staaten der Region bestrebt, ihre wirtschafts- und sicherheitspolitischen Partnerschaften nach Möglichkeit zu diversifizieren.
Der technologische Fortschritt befindet sich in einer dynamischen Phase mit den USA als treibende Kraft. Die Region verfügt auch über die dafür notwendigen Rohstoffe und saubere Energie, um diesen Wandel voranzutreiben. Regionale Trends wie Migration infolge politischer Krisen, Klimawandel oder wirtschaftlicher Ungleichheit, eine ausgeprägte Sicherheitsproblematik durch organisierte Kriminalität sowie politische Polarisierung und Korruption stellen viele Länder vor grosse Herausforderungen.
Fokus auf wichtige Partnerstaaten
Priorität misst die Schweiz den fünf G20-Staaten des Kontinents bei: den USA, Kanada, Mexiko, Brasilien und Argentinien. Aufgrund ihres wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und geopolitischen Gewichts sind sie zentrale Partner für Schweizer Interessen.
Mit den USA pflegt die Schweiz besonders enge Beziehungen. Sie sind nach der EU der wichtigste Exportmarkt der Schweiz und ein bedeutender Standort für Schweizer Investitionen. Die Schweiz setzt sich dafür ein, Handelshemmnisse abzubauen, wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu verbessern und die Zusammenarbeit in Forschung, Innovation und Berufsbildung zu vertiefen. Auch im sicherheitspolitischen Bereich werden Dialogformate ausgebaut. Gleichzeitig nimmt die Schweiz weiterhin ihre Guten Dienste wahr, etwa als Schutzmacht der USA im Iran.
Mit Kanada steht insbesondere die Modernisierung bestehender Abkommen im Vordergrund, darunter das Freihandelsabkommen EFTA–Kanada. Zudem soll die Zusammenarbeit in Forschung und Innovation, insbesondere in den Bereichen Klima und Nachhaltigkeit, Life Sciences, künstlicher Intelligenz und Quantentechnologie ausgebaut werden.
Mit Mexiko konzentriert sich die Zusammenarbeit auf Wirtschaft und Handel, namentlich die Modernisierung des EFTA-Freihandelsabkommens sowie des Investitionsschutzabkommens. Parallel dazu wird die Kooperation im Klimaschutz gestärkt und der politische Dialog zu Menschenrechten fortgeführt.
Brasilien ist aufgrund seiner wirtschaftlichen Bedeutung, seiner Rolle als regionaler Akteur und seiner zentralen Funktion beim Schutz des Amazonas ein Schlüsselpartner. Die Schweiz setzt sich für das Inkrafttreten des Freihandelsabkommens EFTA–MERCOSUR ein, fördert Kooperationen in Forschung und Innovation sowie in Umweltfragen, und führt den Menschenrechtsdialog weiter.
Auch mit Argentinien steht die wirtschaftliche Zusammenarbeit im Mittelpunkt. Neben dem EFTA–MERCOSUR-Abkommen unterstützt die Schweiz das Land im OECD-Beitrittsprozess und stärkt den politischen Dialog.
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Medienmitteilung: Bundesrat verabschiedet Amerikas-Strategie 2026–2029, 27.05.2026
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