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MitteilungVeröffentlicht am 29. Mai 2026

Concours 2026: «Als würde unser Zuhause uns folgen»

Seit dem 22. Mai 2026 ist das Bewerbungsfenster für den Concours beim EDA geöffnet. In einer dreiteiligen Serie werden die versetzbaren Karrieren näher vorgestellt. Im zweiten Beitrag berichten zwei Mitarbeiterinnen des EDA von ihren Erfahrungen und erzählen, was es bedeutet, alle drei bis vier Jahre den Arbeits- und Wohnort zu wechseln.

Das Foto zeigt Lyne Calder während ihres Einsatzes im Libanon bei einem Besuch eines Bildungszentrums im Bekaa-Tal.

Mitarbeitende der konsularischen und der diplomatischen Karriere sowie der Karriere Internationale Zusammenarbeit des EDA sind weltweit im Einsatz, sei es in Frankreich, Mexiko oder Indien, aber auch in herausfordernden Kontexten wie im Libanon oder in Ägypten. So unterschiedlich die Einsatzorte auch sind, verfolgen sie alle dasselbe Ziel: die Förderung und Wahrung der aussenpolitischen Interessen der Schweiz. Alle drei bis vier Jahre werden sie auf einen neuen Posten in der Schweiz oder im Ausland versetzt, mitunter auch in Länder mit schwierigen oder sehr schwierigen Kontexten. Diese regelmässigen Wechsel stellen sowohl für die versetzbaren Mitarbeitenden als auch für ihre Begleitpersonen eine Herausforderung dar, bieten zugleich aber wertvolle persönliche und berufliche Erfahrungen. Wir haben Lyne Calder und Andhina Irminger zu ihren persönlichen Erlebnissen rund um die Versetzungspflicht Fragen gestellt.

Lyne Calder

Porträt von Lyne Calder
Lyne Calder (39) ist seit September 2024 als stellvertretende Leiterin der internationalen Zusammenarbeit an der Schweizer Botschaft in Beirut tätig. Nach einem Master in internationalem Recht des IHEID in Genf trat sie 2011 als Hochschulpraktikantin bei der Ständigen Mission der Schweiz bei der UNO in Genf ins EDA ein. Seither arbeitete sie in verschiedenen Funktionen in der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit in Bern (Abteilung Globale Institutionen, Abteilung Mittlerer Osten) sowie in der Ständigen Mission der Schweiz bei den Vereinten Nationen in New York.

Wie würden Sie Ihren Beruf jemandem erklären, der ihn noch nicht kennt?

Ich bin für die internationale Zusammenarbeit der Schweiz tätig. Im Libanon helfe ich konkret, humanitäre Projekte und Entwicklungsprogramme auszuwählen und zu überwachen, die von der Schweiz finanziert werden. Zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen im Kooperationsbüro stelle ich sicher, dass die Programme effizient und effektiv umgesetzt werden und die Bedürfnisse der Ärmsten und Bedürftigsten berücksichtigen. Dazu besuche ich die Partner vor Ort, treffe mich mit Vertreterinnen und Vertretern lokaler Behörden, der UNO und anderer Botschaften sowie mit Menschen, die direkt von den unterstützten Aktivitäten profitieren. Gleichzeitig lebe ich in einem intensiven und spannenden Umfeld!

Aktuell sind Sie in Beirut stationiert. Entsprach diese Destination Ihrem Wunsch? Wenn ja, weshalb?

Beirut stand ganz oben auf meiner Wunschliste, und ich war sehr glücklich, als ich diesen Posten bekam. Ich wollte in ein komplexes Umfeld eintauchen und freute mich über die Möglichkeit, die Leitung eines Teams zu übernehmen und eine Stadt mit einer reichen Kultur zu entdecken. Ich habe meinen Entscheid nie bereut, obwohl es seit meiner Ankunft zwei Konflikte gab.

Es ist schwierig, sich auf ein so unbeständiges Umfeld ‹vorzubereiten›. Aber offen zu bleiben und die Dinge so zu nehmen, wie sie kommen, hilft sehr.
Lyne Calder

Wie haben Sie sich auf die letzte Versetzung vorbereitet?

Ich arbeitete davor in der Sektion Mittlerer Osten der DEZA in Bern. Vor meiner Versetzung nach Beirut versuchte ich, so viel wie möglich über die Interessen und das Engagement der Schweiz in der Region zu erfahren. Ich wusste, dass die Lage im Libanon im Sommer 2024 angespannt war, selbst wenn ich nicht damit rechnete, dass der Konflikt gleich nach meiner Ankunft in Beirut im September solche Ausmasse annehmen würde. Es ist schwierig, sich auf ein so unbeständiges Umfeld ‹vorzubereiten›. Aber offen zu bleiben und die Dinge so zu nehmen, wie sie kommen, hilft sehr.» Ich versuche, nicht zu weit vorauszudenken und flexibel zu bleiben.

Welche innere Haltung hilft Ihnen, auch in komplexen Situationen konstruktiv zu bleiben?

Insgesamt hilft es, mir vor Augen zu halten, dass grundsätzlich alle ihr Bestes geben! Eine akute Konfliktsituation setzt alle unter Druck, und es ist normal, dass jeder Mensch ein wenig anders reagiert. Ein einfacher, aber wichtiger Tipp für Krisenzeiten: Man sollte nicht vergessen, Pausen zu machen – Freunde zu treffen, gut zu essen, zu lachen. All dies hilft, etwas Abstand zu gewinnen, um danach wieder besser weitermachen zu können.

Andhina Irminger

Porträt von Andhina Irminger
Andhina Irminger (41) schloss ihren Master in Sozialökonomie an der Universität Genf ab und trat im Jahr 2023 ins EDA ein. Heute ist sie Chefin des Bereichs Konsularische Dienstleistungen der Schweizer Botschaft in Kairo. Sie wird bei ihrem Einsatz von ihrem Partner sowie ihrer vierjährigen Tochter begleitet.

Was hat Sie ursprünglich dazu motiviert, in den konsularischen Dienst einzutreten?

Die konsularische Managementstufe hat mich gereizt, weil die Arbeit sehr vielfältig ist. Sie umfasst sowohl Betriebsmanagement (Personal, Finanzen, Logistik) als auch konsularische Aufgaben. Diese Vielfalt an Aufgaben und Verantwortlichkeiten in einem sich ständig wandelnden Umfeld war für mich ausschlaggebend. An meiner derzeitigen Stelle schätze ich besonders, dass ich Schweizerinnen und Schweizer im Ausland konkret unterstützen kann.

Wie erleben Sie die schulische und soziale Entwicklung Ihrer Kinder im internationalen Kontext?

Einer der Vorteile der versetzbaren Karriere sind die ausgezeichneten internationalen Schulen, zu denen wir Zugang haben, vor allem in Ländern mit einem begrenzten öffentlichen Bildungsangebot. Der Unterricht meiner Tochter in Ägypten ist qualitativ hervorragend und folgt einem anerkannten Lehrplan, was Kontinuität gewährleistet. Ausserdem ist die Schule für die ganze Familie ein wichtiges soziales Netzwerk.

Gibt es Strukturen oder Angebote, die den Einstieg für Familien spürbar erleichtern?

Das EDA bietet vor der Abreise Kurse für Begleitpersonen an, wo sie sich mit der Versetzungspflicht vertraut machen können. Das war sehr hilfreich für meinen Mann. Nach der Ankunft am neuen Einsatzort sind die Kolleginnen und Kollegen vor Ort die erste Anlaufstelle, wenn es um Unterstützung und Hilfe bei der Integration geht. Nach und nach baut man sich ein Netzwerk auf. Die internationale Gemeinschaft ist für uns die wichtigste Stütze bei der Integration in unser neues Leben. Es ist jedoch wichtig, dass man offen und motiviert bleibt.

Was hilft Ihrer Familie, sich weltweit immer wieder ein Stück Zuhause zu schaffen?

Wir versuchen, möglichst rasch eine gewisse Routine zu finden und unsere Umgebung zu erkunden. Es hilft sehr, wenn unsere persönlichen Sachen ankommen. Das ist ein bisschen so, als würde unser Zuhause uns folgen. Besonders wichtig ist aber vor allem, dass wir zusammen sind und mit unseren Angehörigen und Freunden in Kontakt bleiben.

Bewerbung versetzbare Karrieren

Für die konsularische Karriere (Managementstufe) und Karriere Diplomatie läuft die Bewerbungsfrist vom 22. Mai bis 16. Juni 2026. Für die Karriere Diplomatie (Profil II) findet die Rekrutierung vom 18. Mai bis 01. Juni 2026 statt.

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Das EDA sucht berufserfahrene Kolleginnen und Kollegen für verschiedene Positionen im In- und Ausland. Weiter fördert das Departement die Anstellung von Schweizerinnen und Schweizern, welche ihr Land in internationalen Organisationen vertreten möchten.

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