Öffentliche Entwicklungshilfe der Schweiz

Die öffentliche Entwicklungshilfe (Aide publique au développement, APD) der Schweiz umfasst alle Beiträge des Bundes, der Kantone und der Gemeinden, die dazu bestimmt sind, die Empfängerländer in ihrer sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung zu unterstützen. Sie wird gemäss internationalen Richtlinien des Entwicklungshilfeausschusses (DAC) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erfasst.

APD der Schweiz 2020

Im Jahr 2020 wendete die Schweiz 3’343 Millionen Franken für die öffentliche Entwicklungshilfe auf. Das sind 263 Millionen mehr als 2019. Die Erhöhung der APD steht im Zusammenhang mit dem Zusatzkredit, den das Parlament im Juni 2020 zur Unterstützung der internationalen Anstrengungen zur Abfederung der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie bewilligt hat. Die APD/BNE-Quote, d.h. der Anteil der APD am Bruttonationaleinkommen (BNE), belief sich 2020 auf 0,48%. Der Anstieg der APD/BNE-Quote im Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 (0,42%) ist auf die kombinierte Wirkung dieser zusätzlich bewilligten Mittel und des konjunkturellen Abschwungs aufgrund der Ausnahmesituation im Jahr 2020 zurückzuführen. Die APD 2020 liegt unter dem vom Parlament festgesetzten Ziel von 0,5%.

Entwicklung der APD Schweiz 2004 – 2020 (Mio. CHF)

    

Die internationale Zusammenarbeit der Schweiz wird hauptsächlich durch die DEZA und den Leistungsbereich Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung des SECO umgesetzt. Diese beiden Organe sind mit der Durchführung des Bundesgesetzes über die internationale Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe sowie des Bundesgesetzes über die Zusammenarbeit mit den Staaten Osteuropas betraut. Die Ausgaben der DEZA und des SECO machten rund 80% aller APD-anrechenbaren Ausgaben im Jahr 2020 aus.

Entsprechend der Berechnungspraxis des DAC berücksichtigt die Schweiz in ihrer APD auch gewisse Ausgaben im Zusammenhang mit der Aufnahme von Asylsuchenden, vorläufig aufgenommenen Asylsuchenden und Flüchtlingen aus Entwicklungsländern während der ersten zwölf Monate ihres Aufenthalts in der Schweiz. Diese beinhalten die Pauschalen, welche das Staatssekretariat für Migration an die Kantone entrichtet (98 Mio. CHF), die Beschäftigungsprogramme und die Kosten der Bundesasylzentren (173 Mio. CHF), die Kosten für die Rechtsvertretung während der Verfahren (22 Mio. CHF), jene für Dolmetscherinnen und Dolmetscher (7 Mio. CHF) sowie die Kosten der Kantone für schulpflichtige Kinder von Asylsuchenden (3 Mio. CHF). Diese Ausgaben machten 2020 9% der gesamten APD der Schweiz aus.

An der internationalen Zusammenarbeit der Schweiz beteiligen sich neben der DEZA und dem SECO auch andere Bundesstellen, darunter die Abteilung Frieden und Menschenrechte des EDA und das Bundesamt für Umwelt.

Die Beiträge der Kantone und der Gemeinden an die APD stellen einen konstanten Anteil von 2% dar.