Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

Visuelle Darstellung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030.
Die Ziele für nachhaltige Entwicklung wurden von der Staatengemeinschaft am Gipfel für nachhaltige Entwicklung im September 2015 offiziell verabschiedet. © UNO

Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung ist seit 2016 der global geltende Rahmen für nationale und internationale Anstrengungen im Bereich nachhaltige Entwicklung und Armutsbekämpfung. Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung ersetzen die Millenniumsentwicklungsziele.

Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung beinhaltet 17 Ziele (Sustainable Development Goals, SDGs) und 169 Unterziele zu Themen wie Überwindung von extremer Armut und Hunger, Bildung, Gesundheit, Geschlechtergleichstellung, Wasser, Energie, Wirtschaft und Arbeit, Biodiversität und Ökosysteme sowie friedliche und inklusive Gesellschaften:

  1. Armut in allen ihren Formen und überall beenden
  2. Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern
  3. Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern
  4. Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern
  5. Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen
  6. Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten
  7. Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern
  8. Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern
  9. Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen
  10. Ungleichheit in und zwischen Ländern verringer
  11. Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten
  12. Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen
  13. Umgehend Massnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen (in Anerkennung dessen, dass das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen das zentrale internationale zwischenstaatliche Forum für Verhandlungen über die globale Antwort auf den Klimawandel ist.)
  14. Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen
  15. Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen
  16. Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen
  17. Umsetzungsmittel stärken und die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen

Die Agenda 2030 vereint soziale, wirtschaftliche und ökologische Anliegen und berücksichtigt die Wechselwirkungen dieser drei Bereiche. Sie anerkennt zudem die fundamentale Bedeutung von Frieden und Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit und guter Regierungsführung für nachhaltige Entwicklung.

Umsetzung, Monitoring und Überprüfung

Die Ziele werden durch Umsetzungs-, Monitoring- und Überprüfungsmassnahmen ergänzt. Seit 2016 ist die Agenda 2030 der offizielle Rahmen für nationale und internationale Anstrengungen im Bereich nachhaltige Entwicklung und Armutsbekämpfung. 

Alle Länder sind aufgefordert, die globalen Ziele der Agenda 2030 in nationale Strategien zu integrieren und zur Umsetzung beizutragen. Dadurch sollen arme und besonders verletzliche Länder weiterhin Unterstützung erhalten. Die Agenda 2030 löst die Millenniumsentwicklungsziele ab, dank denen es gelungen ist, die extreme Armut bis 2015 weltweit zu halbieren.

Partizipativer Prozess

Die Agenda 2030 ist das Resultat eines breiten partizipativen Prozesses: Nichtstaatliche Akteure wie die Zivilgesellschaft, die Wissenschaft und der Privatsektor wurden aktiv einbezogen und konnten ihre Anliegen bis zum Schluss einbringen. In einer Online-Umfrage benannten über sieben Millionen Menschen aus 194 Ländern ihre Prioritäten für die neue Agenda.

Die Schweiz hat den mehr als drei Jahre dauernden Erarbeitungsprozess der Agenda 2030 seit Beginn wesentlich mitgeprägt. Sie war 2013 und 2014 Mitglied der Arbeitsgruppe, die einen Vorschlag für die 17 SDGs erarbeitete. Dieser diente als Grundlage für die zwischenstaatlichen Verhandlungen.

Die Agenda 2030 wurde von der Staatengemeinschaft am Gipfeltreffen für nachhaltige Entwicklung, das vom 25.-27. September 2015 in New York stattfand, offiziell verabschiedet.