Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

Logo des Gipfels für Nachhaltige Entwicklung 2015
Am Gipfel für nachhaltige Entwicklung verabschiedet die Staatengemeinschaft die SDGs offiziell. © UNO

Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung ist ab 2016 der global geltende Rahmen für nationale und internationale Bemühungen im Bereich nachhaltige Entwicklung und Armutsbekämpfung. Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) ersetzen die Millenniumsentwicklungsziele.

Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung beinhaltet 17 Ziele (Sustainable Development Goals, SDGs) und 169 Unterziele zu Themen wie Überwindung von extremer Armut und Hunger, Bildung, Gesundheit, Geschlechtergleichstellung, Wasser, Energie, Wirtschaft und Arbeit, Biodiversität und Ökosysteme sowie friedliche und inklusive Gesellschaften:

  1. Armut in jeder Form und überall beenden
  2. Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern
  3. Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern
  4. Inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern
  5. Geschlechtergleichheit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen erreichen
  6. Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten
  7. Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und zeitgemässer Energie für alle sichern
  8. Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern
  9. Eine belastbare Infrastruktur aufbauen, inklusive und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen
  10. Ungleichheit innerhalb von und zwischen Staaten verringern
  11. Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig machen
  12. Für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sorgen
  13. Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen (In Anerkennung dessen, dass das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen das zentrale internationale zwischenstaatliche Forum für Verhandlungen über die globale Antwort auf den Klimawandel ist.
  14. Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen
  15. Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodenverschlechterung stoppen und umkehren und den Biodiversitätsverlust stoppen
  16. Friedliche und inklusive Gesellschaften im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und effektive, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen
  17. Umsetzungsmittel stärken und die globale Partnerschaft für nach-haltige Entwicklung wiederbeleben

Ergänzt werden die Ziele durch Umsetzungs-, Monitoring- und Überprüfungsmassnahmen. Die Agenda 2030 ist ab 2016 der offizielle Rahmen für nationale und internationale Bemühungen für nachhaltige Entwicklung sowie Armutsbekämpfung.

Alle Länder sind aufgefordert, die globalen Ziele der Agenda 2030 in nationale Strategien zu integrieren und zur Umsetzung beizutragen. Dadurch sollen arme und besonders verletzliche Länder weiterhin Unterstützung erhalten. Die Agenda 2030 löst die Millenniumsentwicklungsziele ab, dank denen es gelungen ist, die extreme Armut bis 2015 weltweit zu halbieren.

Die Mitgliedstaaten der UNO haben sich am 2. August 2015 auf den Inhalt des Rahmenwerks geeinigt. Noch ausstehend ist die offizielle Verabschiedung der Agenda 2030 am Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs vom 25.–27. September 2015 in New York. 

Aktive Schweiz

Die Schweiz hat den mehr als drei Jahre dauernden Erarbeitungsprozess der Agenda 2030 seit Beginn wesentlich mitgeprägt. Sie war 2013 und 2014 Mitglied der offenen Arbeitsgruppe, welche einen Vorschlag für die 17 SDGs erarbeitete. Dieser diente als Grundlage für die zwischenstaatlichen Verhandlungen.

Partizipativer Prozess

Die Agenda 2030 ist das Resultat eines breiten partizipativen Prozesses: Nichtstaatliche Akteure wie die Zivilgesellschaft, die Wissenschaft und der Privatsektor wurden aktiv einbezogen und konnten ihre Anliegen bis zum Schluss einbringen. In einer Online-Umfrage benannten über sieben Millionen Menschen aus 194 Ländern ihre Prioritäten für die neue Agenda.

Historische Übereinkunft

Mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung einigte sich die internationale Gemeinschaft auf umfassende und sehr ambitionierte Ziele. Sie vereint soziale, wirtschaftliche und ökologische Anliegen und berücksichtigt die Wechselwirkungen dieser drei Bereiche. Die Agenda anerkennt zudem die fundamentale Bedeutung von Frieden und Sicherheit, Rechtstaatlichkeit und guter Regierungsführung für nachhaltige Entwicklung. Im Gegensatz zu den Millenniumsentwicklungszielen ist die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung universell gültig.

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