Kuba

Die Schweiz (DEZA) unterstützt die kubanische Regierung im Rahmen ihrer aktuellen Kooperationsstrategie (2017–2021) bei der Modernisierung ihres sozioökonomischen Systems. Seit 2011 liegt der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit auf der lokalen Entwicklung.

Karte von Kuba
© EDA

Im Vergleich zu anderen karibischen und zentralamerikanischen Ländern erzielt Kuba bei den Dienstleistungen der sozialen Grundversorgung (Gesundheit, Bildung, Sozialversicherung) eher positive Ergebnisse. Das Land hat aber aufgrund seines doppelten Währungssystems und der Auslandabhängigkeit bei den Grundnahrungsmitteln mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Die Regierung hat 2011 eine Dezentralisierung der öffentlichen Dienstleistungen in Gang gesetzt und seither die Privatisierung gewisser wirtschaftlicher Aktivitäten sowie die Aufwertung der Gemeinden vorangetrieben.

Die DEZA unterstützt in 95 der 168 Gemeinden Kubas Projekte in den Bereichen Partizipation (Unterstützung der Dezentralisierung, Kapazitätsaufbau in den Gemeinden, partizipative Planung und Verwaltung), Landwirtschaft, wirtschaftliche Entwicklung (Unterstützung privater Kooperativen, Stärkung der Wertschöpfungsketten, Bio-zertifizierte Produktion, erneuerbare Energien) und Gleichstellung der Geschlechter (soziale Inklusion, Bekämpfung von Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, des Alters oder der sexuellen Orientierung).

Lokale Entwicklung

Bürgerbeteiligung und Dezentralisierung

Seit der Lancierung der Dezentralisierungsreform in zwei Pilotprovinzen (Artemisa, Mayabeque) 2011–2012 haben 80 Gemeinden mit Unterstützung der internationalen Zusammenarbeit der Schweiz Gemeindeentwicklungsstrategien erarbeitet. Dabei werden die lokalen Behörden zunächst bei der Definition von Konsultationsprozessen mit lokalen sektoriellen Institutionen und der Bevölkerung unterstützt und anschliessend kleine lokale Entwicklungsprojekte identifiziert, die entweder über lokale Steuern (1% des Gemeindesteueraufkommens darf lokal verwendet werden) oder mit Unterstützung der Schweiz finanziert werden.

In einigen Gemeinden arbeiten bis zu fünf von der Schweiz unterstützte Projekte in koordinierter Form mit den Behörden zusammen mit dem Ziel, die Lebensbedingungen der Bevölkerung in bestimmten Schwerpunktbereichen (Wohnen, landwirtschaftliche Produktion, erneuerbare Energien) zu verbessern. Die sehr beschränkten finanziellen Ressourcen und Kompetenzen der Gemeinden stellen weiterhin eine Herausforderung dar, die auf Stufe Regierung angegangen werden muss.

Landwirtschaft und wirtschaftliche Entwicklung auf kommunaler Ebene

In den rund 40 Gemeinden, in denen die DEZA tätig ist, hat sich die landwirtschaftliche Produktion zwischen 2010 und 2016 im Jahresmittel um 10,7% erhöht. Die Massnahmen (Schaffung von Arbeitsplätzen, Verbesserung der Einkommenssituation) kamen 3,9 Millionen Menschen zugute. Dies entspricht 31% der Gesamtbevölkerung. Die Verknüpfung der verschiedenen Akteure (Kleinproduzenten, Genossenschaften, Staatsbetriebe) und wirtschaftlichen Mechanismen (Zertifizierung, Transport, Vertrieb) stellt eine grosse Herausforderung dar.

Landwirtschaft und Ernährungssicherheit

Soziale Inklusion und Geschlechtergleichstellung

Die internationale Zusammenarbeit der Schweiz unterstützt zwei Plattformen, über die sich staatliche Einrichtungen, lokale NGO und Gemeinschaftsprojekte in den Themenbereichen soziale Inklusion, Bekämpfung aller Formen der Diskriminierung und Förderung der Geschlechtergleichstellung engagieren. Die 15 von der Schweiz unterstützten Partnerinstitutionen führen nationale Kampagnen zu diesen Schlüsselthemen durch, die sich sowohl an die Bevölkerung (Sensibilisierung) als auch an die nationalen Behörden (Anpassung des Rechtsrahmens) richten.

Geschichte der Zusammenarbeit

Humanitäres Engagement seit 1997

Die DEZA ist seit 1997 in Kuba präsent, zunächst mit humanitären Projekten, insbesondere im medizinischen Bereich. Im Jahr 2000 eröffnete die DEZA ein Kooperationsbüro in Havanna und begann mit der Umsetzung eines Spezialprogramms für Entwicklungszusammenarbeit. Nach der Pilotphase (2000–2003) setzte die Schweiz zwei Schwerpunkte: lokale Entwicklung und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung. Diese Schwerpunkte wurden 2011 mit dem Querschnittsthema Gender ergänzt. Im Rahmen der laufenden Kooperationsstrategie (2017–2021) wurde das Programm auf einen einzigen Schwerpunkt fokussiert: die lokale Entwicklung.

Projekte

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PRODEL – Programme to strengthen municipal capacities for local development

01.04.2016 - 31.03.2020

PRODEL is part of the Cuban decentralization reform process that seeks to build the capacities of local government representatives in local development management and assist them in formulating and implementing Municipal Development Strategies (EDMs) as a tool to maximize local resources and improve local services.


PEGIN - Promoción de la Equidad de Género con Incidencia Nacional

01.04.2015 - 30.06.2021

Formada por seis organizaciones cubanas la plataforma PEGIN busca incidir en políticas nacionales para promover procesos políticos y sociales a favor de la igualdad de género y para evitar que las reformas actuales no crean nuevas discriminaciones. Además, el proyecto contribuye a incorporar los principios de igualdad de género en todo el programa de COSUDE (transversalización).


AGRI-CHAINS – Development of agri-food chains at the local level

01.05.2014 - 30.06.2020

The AGROCADENAS Project, developed by the Ministry of Agriculture and the European Union with the contribution of Switzerland, seeks to improve food security through increased local production and dynamic processing and marketing. It supports three key agri-food chains (grains, cow milk and beef), benefiting 10,000 producers directly and over 1.6 million inhabitants in selected municipalities indirectly

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