Das Engagement der Schweiz im Südkaukasus richtet sich an den Bedürfnissen und Prioritäten der drei Partnerstaaten aus und konzentriert sich auf folgende thematische Schwerpunkte: Wirtschaftliche Entwicklung und Beschäftigung, gute Regierungsführung und öffentliche Dienstleistungen sowie menschliche Sicherheit und Schutz. Insgesamt sollen bis Ende 2016 knapp 110 Millionen Schweizer Franken für die Umsetzung verschiedener Projekte gesprochen werden.

Karte der Region Südkaukasus (Georgien, Armenien, Aserbaidschan)

Der Südkaukasus ist geprägt von verschiedenen ungelösten territorialen Konflikten in Georgien (Abchasien, Südossetien) sowie zwischen Armenien und Aserbaidschan (Nagorno Karabach). Die Region ist als Transportkorridor für Energielieferungen von Ost nach West von erheblicher geopolitischer Bedeutung. Die angespannte Sicherheitslage stellt nicht zuletzt ein erhebliches Hindernis für nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum und soziale Wohlfahrt in den drei südkaukasischen Ländern dar. Insbesondere die Lebensumstände der ländlichen Bevölkerung sowie von intern Vertriebenen und Flüchtlingen sind oft prekär. Keines der Länder wird als demokratisch und als im westeuropäischen Sinne «frei» betrachtet.

Nebst der humanitären stellt die DEZA auch umfangreiche technische Hilfe zur Verfügung mit dem Ziel, die laufende politische, wirtschaftliche und soziale Transition der drei ehemaligen Sowjetrepubliken mit konkreten Massnahmen zu unterstützen. Die neue Schweizer Kooperationsstrategie Südkaukaus 20132016 wurde gemeinsam von der DEZA, der Politischen Direktion des EDA sowie dem Staatssekretariat für Wirtschaft SECO erarbeitet und wird in komplementärer und koordinierter Weise umgesetzt.

Die Unterstützung der Schweiz erfolgt in bedarfsorientierter, partnerschaftlicher Weise. Auf die Nachhaltigkeit der geleisteten Hilfe wird grossen Wert gelegt, wann immer möglich werden die Bedürfnisse von Männern und Frauen gleichermassen berücksichtigt. Ein friedlicher und prosperierender Südkaukasus ist auch im Interesse der Schweiz.

Wirtschaftliche Entwicklung und Beschäftigung

Wirtschaftswachstum zum Wohle aller

Die DEZA fördert die ländliche wirtschaftliche Entwicklung in den drei südkaukasischen Ländern mit dem Ziel, ärmeren Bauernhaushalten ein höheres und stabiles Einkommen zu sichern. Konkret werden Subsistenzbauern in bestehende oder im Aufbau begriffene landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten integriert, indem sie Zugang zu Berufsbildung, landwirtschaftlichen Beratungsdiensten, Krediten und Märkten erhalten.

Von Konflikten oder Naturkatastrophen betroffene Bevölkerungsgruppen in Georgien und in der abtrünnigen Region Abchasien unterstützt die DEZA mittels massgeschneiderten Hausbauprojekten sowie der Wiederherstellung von Gemeindeinfrastruktur, wie beispielsweise Kindergärten oder Schulen. Fördergelder für Selbstständige und für kleine und mittlere Unternehmen verbessern die Lebensumstände dieser verletzlichen Bevölkerungsgruppen, sowie deren dauerhafte Integration in die Gesellschaft.

Das SECO leistet in Aserbaidschan einen Beitrag an die Verbesserung der Rahmenbedingungen für kleinere und mittlere Unternehmen und die Entwicklung des Finanzsektors. Ausserdem wird die Transparenz und Rechenschaftsablage des öffentlichen Finanzwesens gestärkt.

Gute Regierungsführung und öffentliche Dienstleistungen

Für einen bürgernahen Rechtsstaat

In Zusammenarbeit mit den jeweiligen Zentralregierungen ist die DEZA bestrebt, die regionalen und lokalen Behörden in Armenien und Georgien dahingehend zu unterstützten, dass diese bürgernahe Dienstleistungen erbringen und Rahmenbedingungen für ein nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum in den Regionen schaffen können. Ausserdem werden die Fähigkeiten von armenischen und georgischen Behörden sowie der Zivilbevölkerung im Umgang mit Naturkatastrophen gestärkt.

Zur Verbesserung der Rechtstaatlichkeit der drei südkaukasischen Länder finanziert die Abteilung für Menschliche Sicherheit AMS Projekte im Bereich der Wahlunterstützung, der Geschlechtergleichheit und des Menschenrechtsschutzes im weiteren Sinne. Das SECO fördert nachhaltiges Wirtschaftswachstum und die wirtschaftliche Gouvernanz in Aserbaidschan. Zusätzlich werden dort dezentrale Infrastrukturvorhaben zur effizienten Wasserversorgung unterstützt.

Konflikttransformation und Anwaltschaft

Menschliche Sicherheit und Schutz

Die Politische Direktion des EDA intensiviert ihre Bemühungen für eine friedliche Lösung der regionalen Konflikte, und zwar mit diplomatischen Initiativen auf höherer Ebene wie auch durch gezielte Förderung vertrauensbildender Massnahmen. Dabei kann der Schweizer Vorsitz in der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europe (OSZE) im Jahre 2014 eine wichtige unterstützende Rolle spielen.

Daneben laufen die humanitären Programme der Schweiz und ihrer internationalen Partnerorganisationen, dem Flüchtlingshilfswerk der UNO (UNHCR) und dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), zur Unterstützung von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen weiter. Die Humanitäre Hilfe der DEZA wird sich per Ende 2016 vollständig aus dem Südkaukasus zurückziehen.

Geschichte der Zusammenarbeit

Von der Katastrophenhilfe zur ganzheitlichen Entwicklungszusammenarbeit

Das Engagement der DEZA im Südkaukasus geht auf das verheerende Erdbeben von 1988 im Norden Armeniens zurück und ist seither kontinuierlich ausgebaut und intensiviert worden. 1999 haben die DEZA und das SECO in der georgischen Hauptstadt Tbilissi (Tiflis) ein regionales Kooperationsbüro eröffnet. Inzwischen ist die Schweiz in allen drei Hauptstädten des Südkaukasus mit einer eigenen Botschaft vertreten. Die Schweizer Unterstützung für den Südkaukaus zeichnet sich vor allem durch einen ganzheitlichen Ansatz aus, das heisst die Komplementarität von technischer und finanzieller Unterstützung auf der einen und humanitärer und friedensfördernder Hilfe auf der anderen Seite.

Aktuelle Projekte

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Förderung der Rückverfolgbarkeit von Nutztieren im Südkaukasus

Das Bild zeigt eine Grossaufnahme eines Kalbs mit einer Ohrmarke am Ohr.

15.06.2016 - 30.11.2020

Die moderne Landwirtschaft muss wissen, woher ihre Tiere kommen, und braucht Informationen über deren Gesundheit, um zu verhindern, dass sich Krankheiten verbreiten und Produkte von kranken Tieren auf den Markt kommen. Mit einem System zur Rückverfolgbarkeit von Nutztieren können die Einkommen der Viehzüchter im Südkaukasus gesteigert werden: Die Produktivität in der Viehzucht steigt und der Marktzugang für Tierprodukte wird verbessert.

Land/Region Thema Periode Budget
Südkaukasus
Landwirtschaft und Ernährungssicherheit
Förderung von landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten

15.06.2016 - 30.11.2020


CHF 3'985'000



Märkte für armenische Viehzüchter

Ein armenischer Bauer mit seinem Kalb

01.09.2014 - 31.08.2020

In den Regionen Sjunik und Wajoz Dsor in Südarmenien betreiben die meisten Bauern Subsistenzlandwirtschaft. Es fällt ihnen schwer, sich und ihre Familien damit über die Runden zu bringen. Das Projekt der DEZA hilft 7000 Familien, ihre Milch und Fleischproduktion und damit ihr Einkommen zu steigern. Ziel ist es, lokale Tierärzte zu unterstützen, um die Tiergesundheit zu verbessern, den Zugang zum Fleisch und Milchmarkt zu erleichtern und den Austausch von Know-how unter den Bauern zu fördern.

Land/Region Thema Periode Budget
Armenien
Wirtschaft und Beschäftigung
Förderung von landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten
Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU)
Landwirtschaftliche Produktion (inkl. Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen)

01.09.2014 - 31.08.2020


CHF 10'000'000



Höhere Einkommen für Georgiens Bäuerinnen und Bauern

01.03.2014 - 30.06.2017

In den Regionen Samzche-Dschawachetien, Kwemo Kartli und Adscharien in Südgeorgien verfügen zahlreiche Familienbetriebe über wenig Viehbestand und praktizieren eine Subsistenzwirtschaft, mit der sie gerade ihren Eigenbedarf decken können. Dieses Projekt soll den Bauern helfen, ihr Einkommen zu verbessern, indem sie ihre Produktivität steigern, aber auch besseren Zugang zu den Fleisch- und Milchmärkten erhalten. Dazu werden Verbindungen zwischen den verschiedenen Gliedern der Produktionskette geschaffen, von den Bauern über die Verarbeitungsbetriebe, die Grossisten und die Dienstleister (wie etwa Tierärzte) bis hin zu den Konsumentinnen und Konsumenten.

Land/Region Thema Periode Budget
Georgien
Landwirtschaft und Ernährungssicherheit
Wirtschaft und Beschäftigung
Förderung von landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten
Landwirtschaftliche Produktion (inkl. Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen)
Zugang zu Finanzdienstleistungen (global und spezifisch)
Versicherung (Mikro- und Mesosystem)

01.03.2014 - 30.06.2017


CHF 9'181'000



Modernisierung der landwirtschaftlichen Berufsbildung in Georgien

Das Bild zeigt Medea im Gespräch mit ihrem Lehrer in einem Gewächshaus der Berufsschule von Senaki.

01.01.2013 - 31.12.2018

Das georgische Berufsbildungssystem entspricht nicht den Bedürfnissen einer Marktwirtschaft, wie sie das Land seit der Unabhängigkeit anstrebt. Die DEZA unterstützt die georgische Regierung beim Aufbau eines modernen Berufsbildungssystems, das Theorie und Praxis vereint und langfristig zur Verbesserung der Produktivität des Agrarsektors und zur Erhöhung der Einkommen der Bevölkerung im ländlichen Raum beitragen soll.

Land/Region Thema Periode Budget
Georgien
Wirtschaft und Beschäftigung
Bildung
Landwirtschaft und Ernährungssicherheit
Landwirtschaftliche Produktion (inkl. Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen)
Berufsbildung und Fertigkeitentraining
Förderung von landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten
Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU)

01.01.2013 - 31.12.2018


CHF 6'547'000



Absatzmärkte für armenische Obstbauern

Das Bild zeigt einen armenischen Obstbauern neben einem seiner Bäume.

17.12.2012 - 31.07.2017

Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurden die grossen Kolchosen aufgelöst. Seither ist der Obstbausektor in Armenien weitgehend auf die Selbstversorgung beschränkt. Die DEZA unterstützt die Obstproduzenten der Region Meghri im Süden des Landes dabei, ihre Obstkulturen weiterzuentwickeln und ihre Ernte zu vermarkten.

Land/Region Thema Periode Budget
Armenien
Förderung von landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten
Landwirtschaftliche Produktion (inkl. Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen)

17.12.2012 - 31.07.2017


CHF 3'580'000



Market Alliances Caucasus Programme in Georgia

01.04.2017 - 31.03.2021

Livestock farming is the main economic activity for the majority of poor households in the rural areas of Georgia, Armenia and Azerbaijan. Through better access to services, inputs and diversified markets, farmers are expected to substantially improve their livelihood. Strengthening regional links and enhancing access to regional markets of live animals and animal products will make the livestock sector more profitable and increase competitiveness of the sector, contributing in turn to higher incomes of farmers and employment opportunities in rural areas.


Market Opportunities for Livelihood Improvement in Kakheti, Georgia

01.12.2015 - 30.11.2018

Livestock farming is the main economic activity for the majority of poor households in the Kakheti region of Georgia. Through better access to markets, services and inputs for the dairy and meat value chains, target farmers will substantially improve their income. By the end of the project phase 27’000 households will have benefitted directly from improved access to markets, services, inputs, a more conducive operating environment and better protection from natural disasters. 


Improvement of the Local Self Governance System in Armenia

19.05.2014 - 30.06.2019

Switzerland is joining forces with several donors and implementers to support the Government and the municipalities in reforming the Armenian local self-governance system. Designed around governmental plans to enlarge municipalities and contributing to existing interventions by other donors, this program will provide both technical assistance in the form of capacity building and expertise for strengthening local governance and decentralization as well as facilitate access of municipalities to capital investments for local and regional development and improving public service delivery and infrastructure.


Regional and Municipal Infrastructure Development in Georgia

10.04.2014 - 31.05.2019

The project will increase human and institutional capacities of all municipalities in Georgia (except the capital city Tbilisi). lt will enable them to perform independently the core three functions for decentralised delivery of basic infrastructure services, i. e. Project Cycle Management, Financial Management and Asset Management. Such a decentralized System will enable the Government to better respond to population needs at local level.



Fostering Local and Regional Development in Georgia

15.12.2012 - 31.07.2017

The strengthening of local and regional governance Systems through capacity building, mobilization of local human resources and better coordination of public Investments is expected to improve inclusive development of rural regions of Georgia. This will contribute to the transition from the inherited highly centralized Soviet administration to a decentralized System and to reduce the significant economic divide between the urban and rural population.


Regional Art and Culture Programme in the South Caucasus

01.10.2012 - 30.06.2017

The present project promotes contemporary arts as an open and interactive platform that can display new perspectives and social mechanisms to the audience, and that can support and stimulate South Caucasian artists. It will be implemented by Georgian and international organizations and focuses on contemporary dance and experimental arts; small grants; arts for marginalised communities; and capacity building of arts and culture institutions.

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