Wiederbelebung des Arbeitsmarkts in Moldawien


Zwei junge Frauen überprüfen elektrische Anschlüsse.
Von Berufsleuten ausgebildete junge Menschen können direkt nach Abschluss ihrer Ausbildung in der Wirtschaft eingesetzt werden. © GIZ, Marin Cernea

Moldawien leidet unter hoher Arbeitslosigkeit und sinkendem Wirtschaftswachstum. Vor diesem Hintergrund unterstützt die DEZA ein Projekt, das jungen Arbeitssuchenden Alternativen zur Emigration bietet und zur Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beiträgt. Sie setzt sich für Reformen ein, um die Qualifikation der Arbeitskräfte und das Investitionsklima zu verbessern. Ziel ist es, eine marktorientierte Ausbildung zu fördern und Privatunternehmen bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze zu unterstützen.

Región/País Tema Período Presupuesto
República de Moldova
Berufsbildung
Formación profesional
01.12.2017 - 31.12.2021
CHF 5'350'000

Moldawien hat mit grossen wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Das Wirtschaftswachstum wird seit mehreren Jahren hauptsächlich durch die Rücküberweisungen der Emigrantinnen und Emigranten gespeist. Diese ziehen ihre Familien jedoch vermehrt in die Gastländer nach, so dass die Geldflüsse zurückgehen. Infolge dieses «beschäftigungslosen» Wachstums ist die Erwerbsquote von 55% im Jahr 2000 auf 41% im Jahr 2016 gesunken. Eine der grössten Herausforderungen im Hinblick auf die Armutsreduktion ist die ausserordentlich hohe Jugendarbeitslosigkeit. Aufgrund fehlender Geschäfts- und Beschäftigungsmöglichkeiten arbeiten 26% der erwerbstätigen Bevölkerung und 68,5% der Jungen zwischen 15 und 24 Jahren im Ausland oder möchten emigrieren. Die Abwanderung führt zu einem Verlust von Humankapital, Know-how und Innovationskraft. Zwei Haupthindernisse hemmen die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Moldawiens: 

  1. der Mangel an genügend qualifizierten Arbeitskräften;

  2. das schlechte Investitionsklima.

Marktorientierte Ausbildung

Die DEZA unterstützt das Programm «nachhaltige Wirtschaftsentwicklung» der GIZ. Im Jahr 2014 wurde das duale Berufsbildungsprogramm «dual Vocational Education and Training (dVET)» eingeführt. Fünf Firmen, die 190 Arbeitsplätze anboten, entschieden sich für dieses System. Im Jahr darauf waren es bereits 49 Unternehmen und 860 Arbeitsplätze. Bis jetzt konnten 1900 Arbeitsplätze geschaffen werden, 4000 weitere sind geplant.

Ziel ist eine Erwerbsquote von 44% im Jahr 2021. Das Projekt legt besonderes Augenmerk auf benachteiligte und ausgegrenzte Bevölkerungsgruppen: Landbevölkerung, Frauen, Jugendliche, zurückgekehrte Migrantinnen und Migranten sowie ethnische Minderheiten. Die DEZA hat in diesem Bereich die Federführung inne. Sie setzt sich dafür ein, dass die Modalitäten der Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern, Arbeitssuchenden, Arbeitsvermittlungen, Bildungseinrichtungen und Behörden geregelt werden. Sie engagiert sich für eine stärkere Einbindung des Privatsektors bei der Entwicklung von Ausbildungsprogrammen, wobei sie sich auf die Erfolgsfaktoren des Schweizer Berufsbildungssystems stützt.

Investitionsförderung

Die Förderung der Kompetenzen junger Menschen ist wichtig und notwendig, aber es braucht auch eine Wirtschaft, die Arbeitsplätze anbietet. Die DEZA fördert die Entwicklung des Privatsektors, damit dieser gute Arbeits- und Lohnbedingungen bieten und so eine Alternative zur Emigration schaffen kann. Zur Verbesserung des unternehmerischen Umfeldes und zur Förderung privater Investitionen werden die öffentlichen Behörden ermuntert: 

  • Gesetzesreformen durchzuführen, um lokale und internationale Investoren anzuziehen;

  • die Kapazitäten der öffentlichen Institutionen zu stärken, damit diese guten Dienstleistungen für die Investoren erbringen können.