200 Jahre diplomatische Beziehungen Schweiz–Russland

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2014 feiern die Schweiz und Russland 200 Jahre diplomatische Beziehungen. Die bilateralen Beziehungen sind sehr gut und wurden besonders in den letzten Jahren vertieft. Eine wichtige Grundlage der Zusammenarbeit ist das «Memorandum of Understanding» von 2007.

sDie Schweiz und Russland unterhalten seit 200 Jahren diplomatische Beziehungen. In den letzten Jahren wurden sie bedeutend ausgebaut. Es finden regelmässige Treffen auf verschiedenen Behördenebenen statt. 2009 weilte mit dem damaligen russische Präsidenten Dmitri Medwedew zum ersten Mal ein russisches Staatsoberhaupt in der Schweiz.

Medienmitteilung, 21.9.2009

Russland ist der weltweit grösste Flächenstaat und ein bedeutender globaler Akteur. Das Land ist vertreten im UNO-Sicherheitsrat und Mitglied im Europarat, in der OSZE sowie in der WTO. 2014 präsidiert Russland die G-8, und gehört ebenfalls zur G-20, zum Club der aufstrebenden Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika (BRICS) sowie zur Vereinigung der Länder Südostasiens (Association of Southeast Asian Nations, ASEAN).

2006 hat die Schweiz in St. Petersburg ein Generalkonsulat eröffnet, 2007 und 2009 wurden in Zürich und Lausanne russische Honorarkonsulate eingerichtet.

2014 war die Schweiz mit einem House of Switzerland an den Olympischen Winterspielen in Sotschi präsent.

Schwerpunkte der bilateralen Beziehungen

Das Memorandum of Understanding (MoU) vom 9.11.2007 ist ein wichtiger Pfeiler der schweizerisch-russischen Beziehungen. Es ist die Basis für den Austausch in verschiedenen Politiksektoren, zum Beispiel in den Bereichen Internationale Beziehungen, Abrüstung, Menschenrechte, Wirtschaft, Justiz oder Sicherheit. Mit der Unterzeichnung des bilateralen MoU von 2007 intensivierten sich die Beziehungen markant.

Politisch ist die Schweiz als Nichtmitglied der EU und des Nordatlantikpakts (Northern Atlantic Treaty Organization, NATO) eine eigenständige und neutrale Partnerin für Russland. Der Schweizer OSZE-Vorsitz 2014 ermöglicht eine weitere Zusammenarbeit im multilateralen Rahmen.

Die Schweiz hat ein Doppelmandat in Russland und Georgien und vertritt die russischen Interessen in Georgien und umgekehrt. Die Schweiz hat zudem den Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation (World Trade Organization, WTO) vom 22.8.2012 fazilitiert.

Wirtschaftliche Beziehungen

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Schweiz und Russland sind eng. Zahlreiche grosse Schweizer Unternehmen sind in Russland präsent. Mit einem Volumen von über 12 Milliarden CHF Investitionen (Stand: 2012) ist die Schweiz einer der bedeutendsten Investoren in Russland.

2013 hat die Schweiz Waren im Wert von rund 3 Milliarden CHF nach Russland exportiert. Importiert wurden Waren im Wert von rund 1 Milliarden CHF.

Die Schweizer Botschaft in Russland fördert gute Rahmenbedingungen für die Schweizer Wirtschaft im Land. Dazu wird ein Aktionsplan für jeweils drei Jahre festgelegt. Einmal jährlich tagt eine bilateral gemischte Wirtschaftskommission.

In die Botschaft integriert ist ein Swiss Business Hub, der Schweizer Unternehmen beim Markteintritt in Russland berät und Werbung für den Schweizer Wirtschaftsstandort betreibt.

Geschichte der diplomatischen Beziehungen

Die Schweiz und Russland blicken auf 200 Jahre diplomatische Beziehungen zurück. Bereits zuvor bestanden vielfältige Verbindungen. Schweizer Emigranten, davon viele Fachkräfte, suchten seit dem 17. Jahrhundert in Russland eine bessere wirtschaftliche Situation. Nach den napoleonischen Kriegen (1792-1815) setzte sich Russland für eine unabhängige und neutrale Schweiz ein.

1814 ernannte Zar Alexander I. mit Capo d’Istria zum ersten Mal einen Emissär bei der Eidgenössischen Tagsatzung. Die Schweiz eröffnete 1817 ein Honorarkonsulat in St. Petersburg. Seit 1906 ist die Schweiz mit einer diplomatischen Berufsvertretung und einem eigenen Gesandten in Russland präsent. Nach der Oktoberrevolution 1917 waren die diplomatischen Beziehungen von 1918 bis 1946 unterbrochen.