Demokratie ohne Grenzen

Viersprachiges Logo von Demokratie ohne Grenzen
Demokratie ohne Grenzen: Bekannte Schweizer Persönlichkeiten agieren als Botschafterin oder Botschafter der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit. © EDA

Die Initiative Demokratie ohne Grenzen verbindet national und international bekannte schweizerische Persönlichkeiten mit verschiedenen Entwicklungsprojekten. Diese haben die Stärkung der Demokratie, des Friedens und der Menschenrechte zum Ziel. Mit einer solchen Verbindung können sowohl die Bevölkerung der Partnerländer der Schweiz als auch die schweizerische Öffentlichkeit für die anstehenden Herausforderungen sensibilisiert werden.

Die eigene Erfahrung in den Dienst eines Projekts der Entwicklungszusammenarbeit stellen? Genau das schlägt die Initiative Demokratie ohne Grenzen vor.

Das Prinzip ist einfach: Eine national oder international bekannte schweizerische Persönlichkeit verpflichtet sich, Botschafterin bzw. Botschafter eines Projekts der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit zu werden. Dabei setzt sie ihr Know-how ein, um die betroffenen Akteure und Sektoren nicht nur vor Ort, sondern auch in der Schweiz zu sensibilisieren. Ehemalige Politikerinnen und Politiker, Kulturschaffende, Journalistinnen und Journalisten, Unternehmerinnen und Unternehmer – die vielfältige Herkunft dieser Persönlichkeiten ist ein Pluspunkt.

Demokratie ohne Grenzen: Liste der Teilnehmerinnen und Teilnehmer (PDF, Anzahl Seiten 3, 164.8 kB, Deutsch)

Die ausgewählten Projekte stammen von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und der Abteilung Menschliche Sicherheit (AMS) des EDA. Ihr Hauptziel ist die Stärkung der Demokratie, des Friedens und der Menschenrechte. Die Initiative Demokratie ohne Grenzen wurde vom Vorsteher des EDA, Didier Burkhalter, am 10. August 2014 lanciert und dauert bis 2018.

Unterstützung des demokratischen Wandels in Tunesien

Verschiedene Wahlplakate an einer Wand in Tunesien.
Wahlplakate in Tunesien. © DEZA

Die Schweiz begleitet den demokratischen Transformationsprozess in Tunesien mit verschiedenen Projekten der DEZA und der AMS. Ihre Botschafterinnen und Botschafter, vorwiegend ehemalige Inhaberinnen und Inhaber politischer Ämter in der Schweiz, verpflichten sich, tunesische Parlamentsmitglieder sowie Vertreterinnen und Vertreter tunesischer Parteien zu treffen, um ihnen ihre Erfahrung und Praxis zu vermitteln. Im Rahmen dieser Demokratieförderung unterstützt die Schweiz auch die lokale Presse und die öffentlichen Medien Tunesiens, damit sie transparent über den Wandel berichten können, den das Land durchläuft.

Projekt Demokratie ohne Grenzen in Tunesien (PDF, Anzahl Seiten 2, 479.5 kB, Deutsch)

Förderung des dualen Ausbildungssystems in Honduras und Myanmar

Zwei Jugendliche stehen in einer Werkstatt.
Jugendliche in Honduras sollen mit einer Berufsausbildung eine Perspektive und neue Chancen erhalten. © DEZA

In den benachteiligten Regionen von Honduras und Myanmar können Jugendliche dank einer Berufsbildung und des damit erzielten Einkommens aus dem Teufelskreis von Gewalt und Armut ausbrechen. Die DEZA fördert Ausbildungsgänge im Tourismus und im Bausektor. Mit der Zeit soll das duale Ausbildungssystem in das myanmarische und honduranische Berufsbildungssystem integriert werden.

Die Erarbeitung angepasster Lehrmethoden, Sensibilisierungskampagnen vor Ort und Praktika in der Schweiz gehören zu den Aufgaben der Projektteilnehmenden. Zurzeit besteht eine Zusammenarbeit mit einem Projekt in Honduras. Die Ausweitung auf Projekte in Myanmar erfolgt 2016. 

Factsheet Projekt Projoven in Honduras (PDF, Anzahl Seiten 2, 311.0 kB, Deutsch)

14.–19.09.2014: Eine Zweierdelegation aus Honduras nahm an einem internationalen Berufsbildungskongress in Winterthur teil und besuchte das Berufsbildungszentrum der Schindler AG in Ebikon. Des Weiteren hatte die Delegation die Möglichkeit, sich an einem VIP-Dinner mit den beiden Projektbotschaftern Christoph Lindenmeyer und Peter Arbenz sowie Experten aus Osteuropa, darunter der serbische Minister für Bildung, Wissenschaft und technologischer Entwicklung, über die Herausforderungen der Berufsbildung auszutauschen.

Unterstützung von gewaltbetroffenen Frauen: Region der Grossen Seen (Demokratische Republik Kongo, Ruanda, Burundi)

Frauen im psychosozialen Programm der DEZA in der Region Grosse Seen während des Unterrichts.
Gewaltbetroffene Frauen in der Region Grosse Seen werden unterstützt und geschult. © DEZA

In den Regionen Nord- und Süd-Kivu (Demokratische Republik Kongo) werden jedes Jahr Tausende von Frauen Opfer von sexueller Gewalt im Zusammenhang mit den bewaffneten Konflikten. Die Schweiz betreut solche Frauen in Zentren, die in Süd-Kivu, Ruanda und Burundi eröffnet wurden. Sie bietet ihnen medizinische, psychosoziale und juristische Unterstützung sowie Reintegrationshilfe.

Mit der Organisation von Konferenzen in der Schweiz und in den betroffenen Regionen unterstützen die Projektbotschafterinnen und -botschafter den Kampf gegen die Straflosigkeit der Täter. Sie schaffen vor Ort und in der Schweiz ein Netzwerk, um die Justiz in diesem Bereich zu unterstützen.

Factsheet Psychosoziales Programm in der Region der Grossen Seen (PDF, Anzahl Seiten 2, 727.7 kB, Deutsch)

Musik für eine nachhaltige Entwicklung: Kulturaustausch entlang des Nils

Am Projekt beteiligte Musikerinnen und Musiker winken von einem Boot auf dem Nil.
Im Rahmen von Konzerten werden die Menschen im Einzugsgebiet des Nils für Themen der nachhaltigen Entwicklung sensibilisiert und miteinander vernetzt. © DEZA/Peter Stanley

Entlang des Nils stellen sich zahlreiche ökologische und soziale Herausforderungen: Bevölkerungswachstum in den elf Ländern, durch die er fliesst, Beeinträchtigung des Ökosystems und geopolitische Spannungen, namentlich im Zusammenhang mit Wasserversorgung und Wasserenergie. Der längste Strom der Erde wird ausserdem nur bedingt als globales Ökosystem betrachtet, das gemeinsame Lösungsansätze erfordert.

Das Nil-Projekt (The Nile Project) hat einen kulturellen und pädagogischen Hintergrund. Es will die Menschen im Einzugsgebiet des Nils für Aspekte der nachhaltigen Entwicklung sensibilisieren und fordert sie auf, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Im Rahmen von Konzerten zum Schutz des Nils fördert Musik den Austausch zudem finden Workshops zwischen lokalen und nationalen NGO oder Veranstaltungen an Universitäten statt. Mit diesen Initiativen soll die Zusammenarbeit zwischen den Bürgerinnen und Bürgern gestärkt und ein dynamisches Netzwerk entlang des Nils geschaffen werden. Die Schweizer Projektbotschafter beteiligen sich an der Mitgestaltung der einzelnen Aktivitäten.

The Nile Project (en)