Umfassende und gelebte Nachhaltigkeit in Australien

Ein grosser Baum und ein Garten mit Schweizer Fahnenmast, dahinter das Haus der Schweizer Schweizer Botschaft.
Die Schweizer Botschaft in Canberra setzt Massnahmen zum Schutz der Umwelt und des Klimas konkret um. © EDA

Ganz im Einklang mit den inländischen Bemühungen zur Umsetzung der Agenda 2030 tritt die Schweiz auch im Ausland nachhaltig auf. Ein hervorragendes Beispiel dafür ist die Schweizer Botschaft in Canberra, Australien. Zahlreiche Massnahmen im Bereich Klima und Energie machen die Botschaft zu einem Vorbild im In- und Ausland.

Nachhaltiges Leben und Arbeiten 

Die Schweizer Botschaft in Australien verfolgt zahlreiche Nachhaltigkeitsmassnahmen. Darunter fällt eine leistungsstarke Fotovoltaikanlage, die den Strombedarf der Botschaft weitgehend deckt. Wenn möglich werden tagsüber bei höchster Leistung der Anlage konsequenterweise auch Akkus aufgeladen. 

Weitere Energie- und Klimaschutzmassnahmen sind die Nutzung von Solarenergie für Heisswasser, ein aktives Abfall-, Recycling- und Wassermanagement sowie die Verwendung von energieeffizienten Geräten. Veraltete, ineffiziente Scheinwerfer, die das Gelände während der Nacht beleuchteten, wurden entsorgt. Dank einer optimalen Ausrichtung des Gebäudes sowie ausgewählten baulichen Elementen werden Sonneneinfall und Schattenwurf effizient genutzt. Somit können zusätzlich Heiz- und Kühlenergie gespart werden. Einfache, aber wirksame Massnahmen sind auch das späte Einschalten der zentralen Klimaanlage um zehn Uhr statt um sieben Uhr morgens und eine gewisse Senkung des Thermostats während der Heizperiode. 

Die beiden Botschafter verwenden regelmässig Elektrobikes für den Besuch von offiziellen Anlässen in der Hauptstadt. In knapp zwei Jahren haben sie insgesamt 3250km mit den E-Bikes zurückgelegt. Auf Flugreisen wird vermehrt verzichtet, indem Mitarbeitende auch für längere Distanzen, z. B. nach Sydney, den Bus oder den Zug nehmen. Hinzu kommt noch ein Dienstvelo der Botschaft, das wiederholt durch die Botschaftsmitarbeitenden benutzt wird. Nachhaltigkeit leben statt nur darüber zu sprechen!

Eine Frau und ein Mann auf einem E-Bike vor einem Gebäude.
In knapp zwei Jahren wurden mit den zwei E-Bikes der Botschaft 3250 km zrückgelegt © EDA

Ressourcenschonende und vielfältige Gartenanlage

Im Garten der Botschaft wurden zusätzliche Bäume zum Erhalt der Artenvielfalt gepflanzt. Einheimische Pflanzen werden bevorzugt, denn sie sind für das trockene Klima besser geeignet. Wo die Bewässerung der Aussenanlagen trotzdem nötig ist, erfolgt sie zu einem grossen Teil mit Regenwasser. Die Botschaft verfügt dazu über einen 85’000 Liter umfassenden Regenwassertank. Zudem erfolgt eine restriktive Konzentration und Kontrolle der Bewässerung. So werden Ressourcen und Umwelt geschont und Kosten eingespart.

Sensibilisierung für die Nachhaltigkeit

Die Botschaft engagiert sich bei einer Reihe von Sensibilisierungskampagnen. Zum einen werden die Mitarbeitenden mittels der Act Smart-Initiative zum überlegten Handeln in Sachen Energie und Klima angeregt. Act Smart ist eine lokale Initiative, die von Seiten der australischen Regierung ins Leben gerufen wurde.

Zum anderen nimmt die Botschaft am Projekt «Bringing the 2000 Watt Society to Australia» teil. Dabei geht es darum, die in der Schweiz entwickelte Idee einer 2000-Watt-Gesellschaft in Australien bekannt zu machen. Die 2000-Watt-Gesellschaft beinhaltet je ein energiepolitisches (2000 Watt Primärenergieverbrauch pro Person) und ein klimapolitisches Ziel (maximal eine Tonne CO2-Emission pro Person und Jahr). Die Bekanntmachung dieses Konzepts durch die Schweizer Botschaft kann in Australien sowohl private, wie auch öffentliche Akteure zu eigenen Energiesparmassnahmen inspirieren.  

Einen wichtigen Beitrag zu einer gesunden Umwelt leisten Bienen durch ihre Blütenbestäubung. Auf dem Dach der Residenz hält die Botschafterfamilie zwei Bienenvölker. Damit verbunden ist das Engagement der Botschaft für den «International Bee Day», welchen die UNO auf den 20. Mai festgelegt hat.

Das fliegende Passbüro

Früher mussten Schweizer Bürgerinnen und Bürger in Australien weite Strecken innerhalb des Kontinents zurücklegen, um sich einen neuen Pass ausstellen zu lassen. In Australien ist lediglich das schweizerische Generalkonsulat in Sydney für die Ausstellung von Pässen zuständig. Zu seinen Konsularbezirken gehören neben Australien auch Kiribati, Nauru, Papua-Neuguinea, die Salomoninseln und Vanuatu. Solche Reisen sind nicht nur umständlich und teuer, sondern vor allem auch umweltbelastend, da meist das Flugzeug genommen wird..

Eine Lösung dafür bietet nun das mobile Schweizer Passbüro: Die konsularischen Angestellten reisen mitsamt Computer, Kamera und biometrischen Geräten durch das Land und machen in den Hauptstädten der Bundesstaaten halt, um die notwendigen Daten für neue Pässe zu erheben. Durchschnittlich können sich so rund 600 Schweizerinnen und Schweizer den weiten Weg zum Konsulat in Sydney sparen und sich beim mobilen Passbüro registrieren lassen.

Das neue System in Australien lohnt sich also gleich doppelt: Die Kosten für die lange Flugreise ins Generalkonsulat entfallen und damit auch die entsprechenden Treibhausgasemissionen.