Die neue Schweizer Botschaft in Algier wurde 2013 fertiggestellt. Das durch schlichte Eleganz geprägte Gebäude verbindet Schweizerische Architektur mit algerischen Konstruktions- und Nutzungstechniken und örtlichen Materialien. Die Kombination von algerischer und Schweizer Tradition passt den Neubau optimal an die lokalen klimatischen Bedingungen an. Das sorgfältig geplante Gebäude ist ein Beispiel für nachhaltiges Bauen.
Tradition und Nachhaltigkeit in einem Gebäude
Der dreistöckige Pavillon wurde von einem algerischen und zwei Schweizer Architekten entworfen. Die Aussenhülle repräsentiert die algerische Kultur. Sie erinnert an Maschrabbiyyas (oder Musharabia), ein in der traditionellen islamischen Architektur verwendetes dekoratives Holzgitter, das als Gitterschranke in Moscheen oder als Fenstergitter zum Einsatz kommt. Durch lange Reihen dieser variantenreichen Gitter vor dreifach verglasten Fenstern wird viel Schatten produziert. Die Temperatur im Inneren des Pavillons wird so natürlicherweise tief gehalten und verringert den Einsatz von Klimaanlagen. Das spezielle Muster produziert bei der höchsten Sonneneinstrahlung am meisten Schatten. Nebst Kühlung ist die Aussenfassade mit ihrer speziellen Struktur auch ein Schutz vor Erdbeben. Dies ist für die Lage der Botschaft unverzichtbar, da sie in einer Erdbebenzone liegt.
Auch die Baumaterialien der Fassade sind nachhaltig: Der Beton besteht aus weissem Granulat, das aus der Umgebung Algiers stammt, und er wurde vor Ort in Zusammenarbeit mit einheimischen Fassadenspezialisten gegossen. Die Gitter sind mit Stahl verzinkt. Dies verhindert Verrostung und erhöht die Lebensdauer. Das Motiv des Gitters und die lokale Baukultur sind auch im Innern der Botschaft wieder anzutreffen. So wurde zum Beispiel der Pavillonboden nach alten lokalen Methoden aus Zement hergestellt.