Die Schweiz schenkt der Organisation der Vereinten Nationen (UNO) ein Bienenhaus zum zehnjährigen Jubiläum ihrer Mitgliedschaft

Bern, Medienmitteilung, 07.09.2012

Zum zehnjährigen Jubiläum der Schweizer UNO-Mitgliedschaft wird Bundesrat Didier Burkhalter, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon am Montag, dem 10. September 2012, ein symbolisches und zugleich originelles Geschenk überreichen: das Schweizer Bienenhaus im Ariana-Park.

Mit der Idee, Bienenstöcke zu verschenken, leistet die Schweiz nicht nur einen Beitrag an die Anstrengungen der UNO zur Erhaltung der Biodiversität, sondern verfolgt auch ihre eigenen Ziele in diesem Bereich. Aufgrund eines parlamentarischen Vorstosses anerkannte der Bundesrat 2005 nämlich die wichtigen und vielfältigen Funktionen der Schweizer Bienenzucht, namentlich die Wirtschaftstätigkeit, die Produktion von Honig und anderen Bienenstockerzeugnissen sowie die Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen als Beitrag zur Erhaltung des biologischen Gleichgewichts und zur Sicherung des landwirtschaftlichen Ernteertrags. Im Jahr 2008 entwickelte das Bundesamt für Landwirtschaft 2008 ein Konzept für die Bienenförderung. Im Februar 2012 lancierte Greenpeace Schweiz eine nationale Petition zum Schutz der Bienen in der Schweiz.

Das Büro der Vereinten Nationen in Genf (UNOG) hat sich in den letzten Jahren um eine Strategie zur nachhaltigen Entwicklung bemüht. In diesem Rahmen wurde die differenzierte Bewirtschaftung des Ariana-Parks beschlossen. Über 68 000 Quadratmeter Land wurden zu Wiesen umgewandelt, um ein Gebiet mit grosser Blumenvielfalt zu erhalten.

Das Schweizer Bienenhaus im Ariana-Park besteht aus zehn Bienenstöcken in den Farben der Schweiz. Jeder Bienenstock weist eine Inschrift mit einem der UNO-Ziele auf, die den aussenpolitischen Zielen der Schweiz entsprechen, wie zum Beispiel «Frieden», «Menschenrechte» oder «humanitäre Angelegenheiten». Den Honig, der hier ab Juni 2013 produziert wird, werden das UNOG und das EDA verschenken. Es wird eine Ernte von rund 700 kg erwartet. Jedes Honigglas wird die folgende Inschrift in den sechs Amtssprachen der UNO aufweisen:

Pour un Monde plus Doux
For a Sweeter World
Por un Mundo más Dulce
За более Добрый Мир      
愿世界更和美           
من أجل عالم ألطف 

Das vom EDA realisierte und von Präsenz Schweiz finanzierte Projekt wäre nicht möglich gewesen ohne den grossen Einsatz des Centre de formation professionnelle nature et environnement in Lullier/Genf, das am 22. und 23. September 2012 sein 125-jähriges Bestehen feiert, sowie ohne die Unterstützung der Société genevoise d’apiculture und der zuständigen Stellen des UNOG.

Einige Zahlen

  • 10 Bienenstöcke mit 10 Königinnen und einer halben Million Bienen der Carnica-Rasse (Apis mellifera carnica), die aus der Krain (Slowenien) stammt und für ihren wenig aggressiven Charakter bekannt ist.
  • Etwa 700 kg Honig pro Jahr (zwei Ernten: Juni und August) für die 10 Bienenstöcke
  • Bienen bestäuben 80 % der Nutz- und Wildpflanzen.
  • Jede Trachtbiene legt rund 3 km am Tag zurück (Spitzengeschwindigkeit von 30 km/h).
  • An einem Tag kann ein Bienenvolk theoretisch 21 Millionen Blumen bestäuben.
  • Eine Biene lebt etwa 45 Tage, eine Königin 2 bis 3 Jahre.
  • Bei einer Temperatur von weniger als 12 Grad bleiben die Bienen im Stock (zwischen Oktober und März).
  • Die 19 000 Imkerinnen und Imker in der Schweiz halten rund 170 000 Bienenvölker.
  • Im Winter 2011/12 gingen etwa 100 000 Bienenvölker ein, d.h. so viele wie noch nie. Hauptursache für diese Verluste ist die Varroamilbe. Den Schweizer Imkern entstand ein finanzieller Verlust in der Höhe von 25 Millionen Franken.

Kontaktpersonen

  • Raphaël Saborit, Informationsbeauftragter, Schweizer Mission, Tel. 022 749 24 23, Handy 079 335 76 14
  • Nicolas Bideau, Botschafter, Chef von Präsenz Schweiz/EDA, Tel. 031 323 45 91, Handy 079 667 69 15
  • Gilles Miserez, Direktor, Centre de formation professionnelle nature et environnement in Lullier, Tel. 022 546 67 12
  • Pascal Crétard, Präsident, Société genevoise d’apiculture, Handy 079 200 02 04


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Bundeshaus West
CH-3003 Bern
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