Massnahmen zum Schutz bedrohter Ökosysteme

Projekt abgeschlossen

Die Schweiz finanziert in der Slowakei zwei Biodiversitätsprojekte zum Schutz bedrohter Ökosysteme. Ein Projekt unterstützt die Überwachung und Erforschung von Wäldern, ein weiteres Projekt zielt auf die Erhaltung und den Schutz von Naturgebieten und Habitaten in den slowakischen Karpaten. Der Schweizer Beitrag an diese beiden Projekte beläuft sich dabei auf insgesamt rund 4,2 Millionen Schweizer Franken.

Land/Region Thema Periode Budget
Slowakei
Umwelt schützen
Biodiversity
Biodiversität
01.07.2011 - 31.12.2016
CHF 2'088'000

Hinweis: Die Texte in allen Rubriken, mit Ausnahme «Erreichte Resultate», beschreiben die Situation vor Projektbeginn.

Durch den Klimawandel und andere Umweltbelastungen sind eine Vielzahl von Ökosystemen wie Wälder, Naturhabitate und Schutzgebiete in ihrer Existenz bedroht. Solche Ökosysteme erfüllen jedoch vielfältige, wichtige Zwecke und fungieren als Lebensgrundlage für unzählige Lebensformen. In vielen ländlichen Gegenden der Slowakei sind grosse Teile der Bevölkerung direkt oder indirekt in der Holzindustrie oder im Tourismus tätig. Wälder und Naturgebiete sind somit gleichbedeutend mit Arbeitsplätzen. Im Rahmen des schweizerischen Beitrags zur Verringerung der wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten in der erweiterten Europäischen Union werden zwei Projekte zum Schutz dieser Gebiete in der Slowakei unterstützt.

Projekt 1: Überwachung und Erforschung des Ökosystems Wald

Um möglichst genau beurteilen zu können, ob sich ein Wald im ökologischen Gleichgewicht befindet, sind komplexe Daten nötig. Der Nachweis solcher Daten erfordert wiederum moderne Messinstrumente, welche jedoch kostenintensiv sind und das nötige Fachwissen voraussetzen. Das Projekt „Monitoring and research of forest ecosystems“ unterstützt die Slowakei sowohl bei der Datenerhebung und -verarbeitung als auch bei der Waldplanung. Die Behörden und Förster können so den Wald auf dessen Zustand beurteilen und im Notfall rasch, gezielt und effizient eingreifen.

Moderne und effiziente digitale Luftfotographie zum Schutz des Waldes

Das Projekt finanziert drei zusammenhängende konkrete Aktivitäten, welche die Überwachung und Erforschung des Waldes in der Slowakei erheblich verbessern werden:

  1. Einerseits werden die bestehenden Landkarten der slowakischen Wälder überarbeitet, und deren Gesamtbestand wird erweitert. Erst umfangreiche und genaue dreidimensionale Landkarten ermöglichen überhaupt eine nachhaltige und kosteneffiziente Verwaltung und Bewirtschaftung der Wälder.

  2. Diese Beobachtung erfolgt anhand der zweiten Projektaktivität, der Finanzierung von moderner technischer Ausrüstung zur qualitativeren und günstigeren Erstellung digitaler Gelände- und Oberflächenmodelle.

  3. In einer dritten Projektphase wird schliesslich in Zusammenarbeit mit der Schweizer Partnerin, der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landwirtschaft (WSL), an einem ausgewählten Waldgebiet ein Training zur Benutzung des neuen Materials und ein Wissenstransfer in den Bereichen der Fernüberwachung von Wäldern durchgeführt. Der Schweizer Beitrag an dieses Projekt beläuft sich auf knapp 2,1 Millionen Franken.

Projekt 2: Nachhaltige Verbesserung von Schutzgebieten und Naturhabitaten in der Karpatenregion

Ziel des zweiten Projekts, „Development of nature conservation and of protected areas in the Slovak Carpathians“, ist die Verbesserung des Schutzes und der nachhaltigen Nutzung von Naturgebieten und Habitaten in den slowakischen Karpaten. Durch dieses Projekt werden Richtlinien für die zukünftige Entwicklung dieser Gebiete ausgearbeitet, zudem wird der Wissenstransfer gefördert. Davon profitiert die einheimische Bevölkerung gleich doppelt: nebst verbesserten Umweltbedingungen wird durch das Projekt die touristische Infrastruktur gefördert. Damit werden die slowakischen Karpaten als Tourismusregion attraktiver und die lokale Bevölkerung erhält zusätzliche Einkommensmöglichkeiten.

Komplementäre Massnahmen zur Naturerhaltung – auch zum Wohle der Bevölkerung

Konkret umfasst das Projekt einige sich gegenseitig ergänzende Aktivitäten. Einerseits präzisiert das Projekt die bestehende Kategorisierung und Klassifizierung geschützter Gebiete in der Karpatenregion. Diese Aktivität ist eine wichtige Voraussetzung für die Ausarbeitung wirksamer Schutzrichtlinien, die in einem weiteren Schritt als Teil des Projekts ausgearbeitet werden. In einem abschliessenden Schritt werden Lernpfade erneuert, Filme und weiteres Promotionsmaterial über die Gebiete erstellt und an nationale Informat ions- und Tourismuszentren verteilt.

Einige der Naturgebiete wurden aufgrund ihres schlechten Zustandes von der Liste der schützenswerten Ökosysteme gestrichen. Im Projekt werden deshalb Pläne zur Restauration dieser Gebiete ausgearbeitet, damit diese wieder in den Kreis von schützenswerten Naturhabitaten aufgenommen werden. Am Projekt sind sowohl lokale wie auch schweizerische Akteure beteiligt. Der Schweizer Beitrag an dieses Projekt beträgt ebenfalls knapp 2,1 Millionen Schweizer Franken.

 

Mithilfe modernster ferngesteuerter Sensortechnologie können wir sehr viel besser auf die vielfältigen Herausforderungen in der heutigen Forstwirtschaft und ihren Beitrag zur Entwicklung und Umsetzung der Politik der slowakischen Regierung eingehen. Dank dieser Spitzentechnologie können wir nun die Folgen des Klimawandels für die Gesundheit und Vitalität der Waldökosysteme viel besser abschätzen. Bessere Planungsverfahren bringen überdies direkte Vorteile für Waldeigentümer, lokale Gemeinwesen und die Volkswirtschaft als Ganzes mit sich. Nicht zuletzt wird ein verbesserter öffentlicher Zugang zu einem erweiterten Pool forstwirtschaftlicher Daten die Voraussetzungen für eine bessere Verwaltung und Nutzung der Wälder schaffen, von der alle Bürger der Slowakei profitieren werden.

 

Milan Lalkovic, Generaldirektor, nationales Waldzentrum der Slowakischen Republik