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Reisehinweise Äthiopien
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Letzte Aktualisierung: 18.01.2012 Unverändert gültig: |
Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst. |
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Grundsätzliche Einschätzung
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Die Sicherheitslage in Äthiopien ist labil und Verschlechterungen sind kurzfristig in allen Landesteilen möglich. In einzelnen Landesteilen bestehen besondere Risiken.
Die politischen Spannungen entladen sich mitunter in Demonstrationen. Gewalttätige Ausschreitungen können dabei nicht ausgeschlossen werden.
Im Jahr 2008 ereigneten sich mehrere Attentate mit mehreren Toten und Verletzten in Addis Abeba und anderen Regionen. Die äthiopischen Behörden machen auf das Risiko weiterer Terroranschläge aufmerksam. Beachten Sie auch die Rubrik Terrorismus und Entführungen.
Spannungen zwischen verschiedenen Volksgruppen führen regelmässig zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die oft erst durch den Einsatz der Sicherheitskräfte beendet werden können. Die Auswirkungen immer wiederkehrender Dürren in verschiedenen Landesteilen bergen zusätzliches Konfliktpotential (Proteste, Kämpfe um Wasser- und Weideplätze, Überfälle, usw.).
Auch nach dem Rückzug der äthiopischen Truppen aus Somalia ist die Gefahr nicht gebannt, dass innersomalische Konflikte auf Äthiopien übergreifen könnten.
Die Beziehungen zu Eritrea bleiben trotz des Friedensabkommens vom 12.12.2000 angespannt.
Verfolgen Sie die Entwicklung der Lage vor und während der Reise in den Medien, und meiden Sie Demonstrationen und grosse Menschenansammlungen jeder Art. Bei Rundreisen ist es von Vorteil, sich von einem ortskundigen lokalen Reiseführer begleiten zu lassen.
Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.
Grenzgebiet zu Eritrea (einschliesslich Afar-Region): Die Lage im Grenzgebiet zu Eritrea ist sehr gespannt. Die Grenzübergänge zwischen Äthiopien und Eritrea sind geschlossen. Im März 2007 wurde eine Touristengruppe in der Danakilsenke, d.h. in der Afar-Region entführt. In näherer Umgebung war im Februar 2008 eine andere Touristengruppe in einen Entführungsversuch verwickelt. Am 17. Januar 2012 wurden bei einem Überfall auf zwei Reisegruppen in der Danakil-Ebene fünf europäische Touristen getötet und mehrere verletzt. Mindestens zwei Touristen wurden entführt.
Im April 2009 fuhr in der Nähe des Vulkans Erta Ale (Afar Region) ein Touristenfahrzeug auf eine Mine und explodierte. Dabei sind zwei Menschen ums Leben gekommen und zwei wurden verletzt. Es ist zudem mit neu verlegten Landminen zu rechnen. Die Strasse, die den Krater Dallol mit dem Vulkan Erta sowie der Stadt Logia verbindet, kann vermint sein. Es wird abgeraten von Reisen nördlich der Strasse Adigrat – Aksum und ins gesamte Grenzgebiet zu Eritrea, einschliesslich die Afar-Region.
Osten des Landes (Somali Region/Ogaden): Die Sicherheitslage in diesem Landesteil ist sehr schlecht. Es kommt zu Gefechten zwischen der äthiopischen Armee und verschiedenen Rebellengruppen, u.a. der Ogaden National Liberation Front (ONLF) sowie zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten Stämmen Zudem besteht Minengefahr und das Risiko von Entführungen. Von Reisen ins Gebiet, das südlich der Strasse Harar – Jijiga und östlich des 42. Längengrades liegt, wird abgeraten.
Grenzgebiete zu Kenia und Sudan: In diesen Gebieten sind bewaffnete Oppositionsgruppen und Banditen aktiv, und es bestehen Konflikte zwischen verfeindeten Ethnien. Meiden Sie die Grenzgebiete zu Kenia und Sudan grossräumig, inkl. Region Gambella.
Verzichten Sie auf Bahnfahrten von Äthiopien nach Dschibuti, denn die Gefahr von Unfällen, Anschlägen und Überfällen auf dieser Strecke ist gross.
In vielen Landesteilen besteht Minengefahr. Halten Sie sich deshalb strikt an die Hauptstrassen und informieren Sie sich im Zweifelsfall bei den lokalen Behörden und/oder der Bevölkerung.
Infolge der verbreiteten Armut und der hohen Arbeitslosigkeit hat die Kriminalität zugenommen. Beachten Sie, nebst den üblichen Vorsichtsmassnahmen gegen Entreiss- und andere Diebstähle, auch folgende Punkte:
- Wegen der Gefahr von Banditenüberfällen ist auf nächtliche Überlandfahrten zu verzichten.
- In Addis Abeba sollten Sie nachts nicht alleine und ausschliesslich im Auto resp. im Taxi unterwegs sein.
- Leisten Sie bei einem Überfall keinen Widerstand, denn die Gewaltbereitschaft ist hoch.
- Die Benutzung von individuellen Taxis ist den öffentlichen Transportmitteln und den Sammeltaxis (Minibussen) vorzuziehen.
Der Zustand auch der asphaltierten Strassen ist schlecht. Das unberechenbare Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer und streunendes Vieh bilden zusätzliche Risiken. Von nächtlichen Überlandfahrten ist auch aus diesem Grund abzusehen. Während der Regenzeit (Juni bis Oktober) können die nicht asphaltierten Strassen auch für Geländefahrzeuge unpassierbar werden. Für lange Überlandstrecken benutzen Sie vorzugsweise das Flugzeug.
Es ist verboten, uniformierte Personen, militärische Einrichtungen und öffentliche Bauten (Flughäfen, Brücken usw.) zu fotografieren. Gleichgeschlechtliche Handlungen sind strafbar. Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden mit langjährigen Haftstrafen geahndet. Die Haftbedingungen sind prekär (überfüllte Gefängnisse, ungenügende hygienische Verhältnisse und medizinische Versorgung etc.).Die Bevölkerung setzt sich aus verschieden ethnischen Gruppen zusammen und ist mehrheitlich christlich-orthodoxen oder muslimischen Glaubens. Passen Sie Kleidung und Verhalten den örtlichen Gepflogenheiten an. Fotografieren Sie Personen nur mit deren Einverständnis.
Saisonbedingte Waldbrände kommen landesweit immer wieder vor. Äthiopien zählt mehrere Vulkane. Der Erta Ale in der Afar-Region gilt als einer der aktivsten Vulkane der Welt. In diesem Gebiet kommen ausserdem häufig kleinere Erdbeben vor. Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die Schweizerische Botschaft in Addis Abeba.
Die medizinische Versorgung ist selbst in Addis Abeba nur beschränkt gewährleistet. Ernsthafte Krankheiten und Verletzungen werden mit Vorteil im Ausland behandelt.
Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden.
Neben anderen (Tropen-)Krankheiten treten auch Tuberkulose und Leishmaniose (Haut- oder Schleimhautgeschwür oder Infektion wichtiger Organe) auf. Sie wird durch Sandfliegen, die v.a. nachtaktiv sind, übertragen (Mückenschutz!).
Schweizerische Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste schweizerische Vertretung wenden.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausschluss der Haftung
Beachten Sie auch die zusätzlichen, allgemein gültigen Reise-Informationen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.

