17. Jahrhundert

Vergoldetes Gartenportals mit Bernerwappen
Die Patrizier konnten im Bern des 17. Jahrhunderts aristokratische Strukturen durchsetzen. © EDA, Präsenz Schweiz

Konfessionelle Spannungen prägten die Eidgenossenschaft im 17. Jahrhundert. Trotzdem gelang es den eidgenössischen Orten im Unterschied zu den Drei Bünden, sich aus dem Dreissigjährigen Krieg (1618–48) herauszuhalten. In der zweiten Jahrhunderthälfte entwickelte sich aus dieser Erfahrung die aussenpolitische Maxime der Neutralität. Diese war Teil eines neuen, im Souveränitätsgedanken wurzelnden Selbstverständnisses, das sich allmählich ausbreitete, seitdem Kaiser und Reich der Eidgenossenschaft im Westfälischen Frieden von 1648 die sogenannte Exemtion (vom Reichskammergericht) zugestanden hatten. Von Frankreich und dann auch von anderen Mächten wurde dies als völkerrechtliche Souveränität interpretiert.

Die Schweiz war jedoch kein Hort des Friedens. In der Mitte des 17. Jahrhunderts entluden sich die sozialen und religiösen Spannungen in bewaffneten Auseinandersetzungen. Im blutigen Bauernkrieg von 1653 unterlagen die aufständischen Bauern den städtischen Obrigkeiten von Bern, Luzern, Solothurn und Basel, im Ersten Villmergerkrieg wurden 1656 die Berner und Zürcher Truppen von den katholischen Innerschweizern besiegt. Viele Schweizer, vor allem aus armen Berggebieten, verliessen ihre überbevölkerte Heimat, um als Söldner für Frankreich, später auch zunehmend für protestantische Mächte wie die Niederlande, England oder Preussen zu dienen. Die wohlhabenden reformierten Städte blieben ein Ziel von Glaubensflüchtlingen, so der 1685 aus Frankreich vertriebenen Hugenotten.

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