Übersicht

Um 100’000 v.Chr.
Erste Spuren des Homo erectus auf dem Gebiet der heutigen Schweiz

Um 4’300 v.Chr.
Erste Siedlungen an Seeufern der heutigen Schweiz

Zwischen 200 und 100 v. Chr.
Helvetier siedeln im Raum der heutigen Schweiz

58 v.Chr.
Helvetier bei Bibracte geschlagen, Beginn der römischen Herrschaft

1. Jahrhundert v. Chr.
Die von Kelten, z.B. den Helvetiern, besiedelten Gebiete der heutigen Schweiz werden allmählich als Provinzen dem Römischen Reich eingefügt.

4. bis 7. Jahrhundert
Christianisierung der später schweizerischen Gebiete

5./6. Jahrhundert
Im Zuge der Völkerwanderung besiedeln Alemannen und Burgunder das Mittelland, allmählich entsteht die germanisch-romanische Sprachgrenze.

6.-9. Jahrhundert
Fränkische Herrschaft im Gebiet der späteren Schweiz

10. Jahrhundert
Nach dem Zerfall der fränkischen Herrschaft gehören die später schweizerischen Gebiete zum (Heiligen) Römischen Reich, in dem deutschsprachige Kaiser herrschen.

1291
Erneuerung eines Landfriedensbündnisses von Uri, Schwyz und Unterwalden, dessen Urkunde im späten 19. Jahrhundert als Gründung der schweizerischen Eidgenossenschaft gedeutet wird.

1351/53
Bündnisse der Innerschweizer Waldstätte mit den Reichsstädten Zürich und Bern, danach allmähliche Ausbildung einer «Achtörtigen Eidgenossenschaft» (Zürich, Bern, Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug, Glarus)

1386
Eidgenössischer Sieg über Habsburger bei Sempach

1415
Eroberung des bisher habsburgischen Aargaus, Anfänge der Gemeinen Herrschaften

1440-1450
Alter Zürichkrieg zwischen Zürich und den sieben anderen Kantonen

1460
Gründung der Universität Basel

1481
Nach dem Sieg in den Burgunderkriegen über Herzog Karl den Kühnen werden Solothurn und Freiburg in den eidgenössischen Bund aufgenommen.

1499
Schwabenkrieg und Friede von Basel

1501
Basel und Schaffhausen werden in den eidgenössischen Bund aufgenommen

1513
Appenzell wird in die nun bis 1798 «Dreizehnörtige Eidgenossenschaft» aufgenommen, die von einem Ring von «Zugewandten Orten» umgeben ist und deren Gesandte sich regelmäßig an der Tagsatzung treffen.

1515/16
Mit der Niederlage der Eidgenossen bei Marignano und dem Ewigen Frieden mit Frankreich endet die eidgenössische Expansion nach Süden (Gemeine Herrschaften im Tessin, Bündner Herrschaft im Veltlin). Fortan greifen die eidgenössischen Kantone nur noch als Lieferanten großer Söldnerkontingente in die europäischen Konflikte ein.

1522
Beginn der Reformation in Zürich durch Ulrich Zwingli; Bern, St. Gallen, Basel und Schaffhausen folgen bald.

1529/31
Kappeler Religionskriege zwischen Katholiken und Protestanten, Tod Zwinglis

1536
Bern erobert mit Freiburger Hilfe die bisher savoyische Waadt.

Ab 1536
Jean Calvin führt die Reformation in Genf ein.

1587
Allianz von katholischen Kantonen mit Spanien; daneben etliche weitere, auch protestantische Sonderbündnisse mit ausländischen Mächten bis ins 18. Jh. Nur die Soldallianz mit Frankreich schließt seit dem 17. Jh. alle Kantone und Zugewandte ein.

1602
Gescheiterter savoyischer Angriff auf Rückeroberung von Genf (Escalade)

1648
Im Gefolge des Westfälischen Friedens wird die Souveränität der Eidgenossenschaft  allmählich völkerrechtlich anerkannt; sie versteht und erklärt sich auch zusehends als neutral.

18. Jahrhundert
Für den Export werden, neben landwirtschaftlichen Produkten und Söldnern, Waren aus arbeitsteiliger ländlicher Heimarbeit (Textilien, Uhren) immer wichtiger.

1798
Revolutionen von Untertanen, vor allem in der Waadt. Einmarsch von französischen Truppen in die Schweiz. Untergang der alten, Dreizehnörtigen Eidgenossenschaft und Gründung der Helvetischen Republik als zentralistischer Einheitsstaat mit repräsentativer Demokratie und Rechtsgleichheit; die bisherigen Untertanenverhältnisse werden aufgehoben.

1799
Die Schweiz wird Kriegsschauplatz im Koalitionskrieg der Monarchien gegen die französische Republik.

1803
Nach Bürgerkriegen zwischen konservativen Föderalisten und Anhängern der Helvetischen Republik stellt Napoleons Mediationsverfassung die Selbständigkeit der Kantone wieder her und schafft sechs neue Kantone in den bis heute gültigen Grenzen: St. Gallen, Graubünden, Aargau, Thurgau, Tessin und Waadt.

1815
Der Wiener Kongress führt die drei neuen Kantone Wallis, Neuenburg und Genf der Schweiz zu und erweitert den Kanton Bern um französischsprachige Gebiete des früheren Fürstbistums Basels im Jura. Ansonsten anerkennen die Grossmächte die bestehenden inneren und äusseren Grenzen der Schweiz und ihre «immerwährende» Neutralität

1830
«Regeneration» mit neuen, liberalen Verfassungen in den Kantonen insbesondere des frühindustriellen Mittellands

1847
Spanisch-Brötli-Bahn: Beginn des Eisenbahnbaus in der Schweiz

Nach jahrelangen innenpolitischen Konflikten setzt sich die liberale Tagsatzungsmehrheit unter General Guillaume-Henri Dufour im Sonderbundskrieg gegen die katholisch-konservativen Verteidiger der Kantonssouveränität durch.

1848
Schaffung des Bundesstaats durch die Bundesverfassung, Bern wird Bundesstadt

1851
Einführung des Schweizer Franken, Vereinheitlichung von Währung, Massen und Gewichten.

1863
Gründung des Roten Kreuzes

1874
Das Volk nimmt die revidierte Bundesverfassung an, die unter anderem das Referendum einführt.

1877
Eidgenössisches Fabrikgesetz begründet den Schutz der Arbeiter.

1882
Einweihung des Gotthard-Eisenbahntunnels

1891
Einführung der Volksinitiative. Neben sechs freisinnigen Bundesräten tritt erstmals ein Katholisch-konservativer in die Landesregierung ein.

1902
Gründung der Schweizerischen Bundesbahnen als Zusammenschluss der bisher privaten Bahnnetze

1914
Erster Weltkrieg, Mobilmachung unter General Ulrich Wille

1918
Generalstreik. Einführung des Proporzsystems bei Nationalratswahlen, Ende der freisinnigen Dominanz im Parlament.

1920
Beitritt der Schweiz zum Völkerbund mit Sitz in Genf

1929
Im Gefolge der Weltwirtschaftskrise erleben die faschistische Fronten und Kommunisten Zulauf, aber die parlamentarische Demokratie behauptet sich z.B. 1935 gegen die Initiative für eine ständestaatliche Totalrevision der Verfassung und integriert die SP in das Regierungssystem (1943 erstmals ein Bundesrat).

1939
Zweiter Weltkrieg, Mobilmachung unter General Henri Guisan, der ab 1940 die Reduit-Strategie (Rückzug in die Alpenfestungen) umsetzt. Die Schweiz ist seit Juni 1940 beinahe und ab November 1942 vollständig von den Achsenmächten Deutschland und Italien umgeben. Sie wird aber nicht angegriffen und bleibt in den Kriegsjahren von Kampfhandlungen weitestgehend verschont.

1948
Einführung der AHV (Alters- und Hinterlassenenversicherung)

1959
Verteilung der Bundesratssitze erstmals gemäss der «Zauberformel» (FDP, CVP und SP je 2 Sitze, SVP 1 Sitz)

1960
Die Schweiz ist eines der Gründungsmitglieder der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA).

1963
Beitritt zum Europarat. Die Schweiz wird 17. Mitgliedstaat.

1971
Frauenstimmrecht auf eidgenössischer Ebene

1972
Abschluss eines Freihandelsabkommens mit der Europäischen Gemeinschaft (EG)

1975
Teilnahme an der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE), der späteren Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE)

1978
Gründung des Kantons Jura aus drei französischsprachigen, katholischen Bezirken des Kantons Bern

1985
Das Volk nimmt ein neues Eherecht knapp an, das partnerschaftlich konzipiert ist.

1992
Das Volk lehnt den Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR, zwischen EFTA und EU) ab.

1999
Annahme der revidierten Bundesverfassung

2000
Das Volk nimmt die Bilateralen Abkommen I zwischen der Schweiz und der Europäischen Union an.

2002
Beitritt der Schweiz zur UNO

2003
Ende der «Zauberformel»: Die CVP verliert einen Bundesratssitz an die SVP, die ihn 2007 ihrerseits an die neu gegründete BDP abgeben muss.

2005
Annahme der Abkommen von Schengen und Dublin mit der Europäischen Union (Bilaterale Verträge II)

2008
Im Gefolge der internationalen Bankenkrise gerät der Finanzplatz unter nachhaltigen wirtschaftlichen und politischen Druck (staatliche Rettung der UBS, Abschaffung des Bankgeheimnisses, Steuerabkommen, Klagen wegen Steuerhinterziehung) und reagiert 2012 mit einer Weissgeldstrategie.