Kantone

Die Schweiz ist in 26 Kantone gegliedert. Sie geniessen grosse Autonomie gegenüber dem Bund.

Bundeshauskuppel mit Kantonswappen von innen
Bundeshauskuppel. © Schweizer Parlament

Das Gebiet der Schweiz ist in 26 unabhängige und souveräne Einheiten gegliedert – die Kantone mit ihren jeweiligen Hauptorten. Sie unterscheiden sich stark in ihrer Grösse, ihrer Kultur, ihrer konfessionellen Ausrichtung und ihren sozio-ökonomischen Strukturen.

Mit 1,4 Millionen Einwohnern ist der Kanton Zürich der bevölkerungsreichste. Appenzell-Innerrhoden dagegen zählt nur 15’500 Einwohner; es ist der am dünnsten besiedelte Kanton der Schweiz.

Ursprung

Die Kantone sind jene Staaten, die sich 1848 zum Bundesstaat zusammengeschlossen haben, in dem sie einen Teil ihrer Souveränität an diesen abtraten. Im 20. Jahrhundert ist ein einziger Kanton dazugekommen. Es handelt sich um den Jura, der sich 1979 vom Kanton Bern getrennt hat.

Sechs Kantone, historisch bedingt «Halbkantone» genannt, sind im Ständerat, der kleinen Kammer der Bundesversammlung, nur mit einem statt wie die anderen Kantone mit zwei Abgeordneten vertreten. Es handelt sich um Obwalden, Nidwalden, Appenzell-Innerrhoden, Appenzell-Ausserrhoden, Basel-Stadt und Basel-Land.

Funktionsweise

Jeder Kanton hat eine eigene Verfassung, ein eigenes Parlament, eine eigene Regierung und eigene Gerichte. Nach dem Prinzip der in der Bundesverfassung verankerten Subsidiarität fällt jede Kompetenz, die nicht ausdrücklich dem Bund übertragen worden ist, in die Zuständigkeit der Kantone. Die Kantone geniessen eine hohe Autonomie in Bereichen wie Bildung, Gesundheitswesen oder Polizei.

Die Zahl der Parlamentarier auf kantonaler Ebene reicht von 50 bis 180. Sie werden vom Volk gewählt. Auch die aus 5 oder 7 Mitgliedern bestehenden Regierungen werden vom Volk gewählt.

Die Kantone Appenzell-Innerrhoden und Glarus praktizieren noch eine weltweit einmalige Art der direkten Demokratie – die «Landsgemeinde». Einmal jährlich versammeln sich die Bürgerinnen und Bürger unter freiem Himmel auf einem Platz des Hauptortes, um mit Handerheben Mitglieder der Exekutive zu wählen und sich zu kantonalen Gesetzesvorlagen zu äussern. Die Abstimmungsergebnisse beruhen mehr auf einer Schätzung als auf präzisem Zahlen. In allen anderen Kantonen finden Wahlen und Abstimmungen ausschliesslich an den Urnen statt.