Multilateralismus in Zeiten von COVID-19: die virtuelle Durchführung des HLPF 2020

Artikel, 23.07.2020

Vom 7. bis 16. Juli 2020 hat das High-Level Political Forum (HLPF) zur Überprüfung der Umsetzungsfortschritte der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung in virtuellem Rahmen stattgefunden. Unter dem Titel «Accelerated action and transformative pathways: realizing the decade of action and delivery for sustainable development» sollten die zehn verbleibenden Jahre zur Umsetzung der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDG) eingeläutet werden. 

Vor dem Hintergrund der COVID-19 Pandemie hat sich das HLPF jedoch schwerpunktmässig mit den Folgen dieser globalen Krise auf die Fort- und Rückschritte bei der Umsetzung der Agenda 2030 auseinandergesetzt.

Die Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf die SDGs 

Die COVID-19 Krise wird tiefgreifende Auswirkungen auf die Fortschritte zur Erreichung der gesteckten Ziele bis 2030 haben. Die Pandemie stellt weltweit nicht nur ein Risiko für die öffentliche Gesundheit dar. Sie droht auch, wichtige Errungenschaften der nachhaltigen Entwicklung rückgängig zu machen und die Lebensgrundlage Dutzender Millionen von Menschen aufgrund mangelnder Erwerbsmöglichkeiten und des Einbruchs der Weltwirtschaft zu gefährden.

Die 193 UNO-Mitgliedstaaten sowie eine Vielzahl von Akteuren aus der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft und des Privatsektors haben vor diesem Hintergrund Möglichkeiten und Massnahmen erörtert, um die sozialen, ökonomischen und ökologischen Auswirkungen der Pandemie gemeinsam bewältigen zu können. Es hat sich ein breiter Konsens herausgebildet, dass die Agenda 2030 als Wegweiser für einen integrativen, widerstandsfähigen und nachhaltigen Wiederaufbau dienen sollte, der alle Mitglieder der Gesellschaft einschliesst und niemanden zurücklässt. Ebenso wurde die Bedeutung der internationalen Solidarität sowie einer multilateralen Antwort auf die Pandemie hervorgehoben.

Opportunitäten der virtuellen Teilnahme

Angesichts der bestehenden Reisebeschränkungen wurde die gesamte Veranstaltung virtuell durchgeführt. Dies hat insbesondere die UNO als Organisatorin vor Herausforderungen gestellt, da das HLPF mit mehreren hundert Teilnehmenden mit zu den grössten Treffen im UNO-Jahr in New York zählt. Die erschwerten Bedingungen haben aber auch Opportunitäten aufgezeigt: So konnte die Schweizer Delegation mit Wortmeldungen unter anderem der EDA Staatssekretärin Krystyna Marty Lang, SECO Staatsekretärin Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch, von Direktionsmitgliedern des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW), der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) sowie der UNO-Botschafterin in New York und des Delegierten des Bundesrates für die Agenda 2030 eine hochrangige Teilnahme sicherstellen. Die Delegation war wie bereits in vergangenen Jahren aus Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Bundesämter zusammengesetzt und hat auch Teile des Schweizer Aussennetzes miteingeschlossen.

Schweizer Side Event im Rahmen von «Road to Bern»

Gemeinsam mit der UN Statistics Division hat die Schweiz im Rahmen des HLPF einen virtuellen Side Event organisiert, der dem Thema «On the way to the UN World Data Forum – why gender data and accountability matter» gewidmet war. Der Fokus lag dabei unter anderem auf der Verbesserung der Datenlage im Bereich der Geschlechtergleichstellung und der Relevanz von Statistiken während der aktuellen COVID-19 Pandemie.

Der Anlass war Teil der «Road to Bern», einer Veranstaltungsreihe in Vorbereitung auf das UN World Data Forum, welches im Herbst 2021 in Bern stattfinden wird. Die Veranstaltung beinhaltete Wortmeldungen vom Direktor des Bundesamts für Statistik (BFS) sowie von Vertreterinnen und Vertretern von UN Women, UNFPA und dem Bern Network/Paris21.