Nationale Berichterstattung

In der grossen Generalversammlungshalle der Vereinten Nationen in New York applaudieren die hochrangigen Regierungsvertreter der UNO-Mitgliedstaaten zur Verabschiedung der Agenda 2030.
Mit der Verabschiedung der Agenda 2030 verpflichteten sich die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen auch zu einer regelmässigen Überprüfung der Fortschritte bei der Umsetzung. © UN Photo/Cia Pak

Die Schweiz beteiligt sich am Monitoring und an der internationalen Berichterstattung zur Umsetzung und Messung der Resultate der Agenda 2030, insbesondere im Rahmen des Hochrangigen Politischen Forums für Nachhaltige Entwicklung (HLPF) auf UNO-Ebene. Sie präsentiert am HLPF 2018 einen ersten Länderbericht zur Umsetzung der SDGs.

Seit ihrer Verabschiedung im Jahr 2015 ist die Agenda 2030 für das Engagement der Schweiz für eine nachhaltige Entwicklung auf nationaler und internationaler Ebene wegweisend. Sie untermauert das Engagement für eine umwelt- und sozialverträgliche wirtschaftliche Entwicklung innerhalb der planetarischen Grenzen sowie für Frieden und die Einhaltung des Völkerrechts und der Menschenrechte, was untrennbar mit nachhaltiger Entwicklung einhergeht.

Die Schweiz war von Anfang an massgeblich an der Erarbeitung der Agenda 2030 und ihrer 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) beteiligt. Sie machte sich dabei auch für einen strikten Überprüfungsmechanismus stark, zu dem freiwillige Länderprüfungen und eine Berichterstattung zur Umsetzung der SDGs im Rahmen des Hochrangigen Politischen Forums für Nachhaltige Entwicklung (High-Level Political Forum for Sustainable Development HLPF) gehören.

Der Länderbericht der Schweiz über die Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

Das Jahr 2018 ist ein besonderes Jahr für die Schweiz, da es am HLPF der UNO ihren ersten nationalen Bericht über die Umsetzung der Agenda 2030 präsentiert. Diese freiwillige Berichterstattung wiederspiegelt den aktuellen Stand der Umsetzung der Agenda 2030 durch die Schweiz auf nationaler und internationaler Ebene. Der Bericht gründet auf einer umfassenden und partizipativ erarbeiteten Bestandsaufnahme des Bundes und gibt in einer kurzen Übersicht die wichtigsten Erkenntnisse daraus wieder.

Länderbericht der Schweiz 2018 (PDF, 949.1 kB, Deutsch)

Grundlage für den Länderbericht: Bestandesaufnahme der Schweiz 2018 (PDF, 1.5 MB, Deutsch)

Bestandsaufnahme

Der Bundesrat definiert seine Schwerpunkte für die nachhaltige Entwicklung seit 1997 in einer einschlägigen Strategie, die für jeweils vier Jahre gilt, die aktuelle bis 2019. Die Schweiz verfügt seit 2003 über ein etabliertes System für das Monitoring der nachhaltigen Entwicklung, das zurzeit 73 regelmässig aktualisierte Indikatoren umfasst.

Unmittelbar nach der Verabschiedung der Agenda 2030 im Jahre 2015 gab der Bundesrat eine Bestandsaufnahme und eine Analyse des aktuellen Umsetzungsstands auf Bundesebene in Auftrag. Die Analyse betraf sämtliche 169 Unterziele und erfasste sowohl die innen- wie auch die aussenpolitischen Beiträge der Schweiz.

Das bestehende nationale Monitoringsystem (MONET) wurde erweitert, um die Ziele der Agenda 2030 einzubeziehen. Die Analyse ergab, dass von den ausgewählten 85 Indikatoren 39 einen positiven Trend, 12 keine signifikante Entwicklung und 14 einen negativen Trend aufweisen, während für 20 keine Beurteilung möglich war.

Die Schweiz ist bereits weit fortgeschritten, um verschiedene SDGs zu erreichen und hat mehrere SDG-Unterzielvorgaben erfüllt. So herrschen in der Schweiz beispielsweise weder extreme Armut (Unterziel 1.1) noch Hunger (Unterziel 2.1). Bildung (Unterziel 4.1) ist kostenlos, obligatorisch und hochwertig.

Die Bestandsaufnahme identifizierte jedoch Bereiche, in denen auf nationaler und internationaler Ebene Anstrengungen über die bestehenden Politiken hinaus erforderlich sind. Der Verbrauch von natürlichen Ressourcen (SDG 12) zum Beispiel nimmt insgesamt zu. Während Ressourcen aus der Schweiz von der Bevölkerung weniger konsumiert werden, nimmt der Konsum von Ressourcen aus dem Ausland auf nicht nachhaltige Weise zu.

In anderen Bereichen ist ein kontinuierlich hohes Engagement gefragt, damit die SDGs erreicht werden können. In Bezug auf den Grundsatz «niemanden zurücklassen» («leaving no one behind») setzt sich die Schweiz dafür ein, benachteiligte Bevölkerungsgruppen einzubinden, beispielsweise Menschen mit Behinderungen, so dass sie am Wohlstand des Landes partizipieren können.

Nächste Schritte der Umsetzung

Die Analyse ist ein guter Ausgangspunkt, um die Herausforderungen gezielt und konzentriert anzugehen. Dies erfolgt hauptsächlich im Rahmen bestehender Sektoralpolitiken, zwischen denen Synergien genutzt werden und die den Prinzipien von Effizienz und Wirksamkeit folgen – sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene.

Die Agenda 2030 wird auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene unter Berücksichtigung bestehender Verpflichtungen, Zuständigkeiten und bewährter Aufgabenteilungen umgesetzt. Viele Kantone und Gemeinden haben ihre eigenen Nachhaltigkeitsstrategien. Der Bund wird den Dialog mit den Kantonen und Gemeinden verstärken und sie bei der Umsetzung der Agenda 2030 unterstützen, beispielsweise über Austauschplattformen und Netzwerke.

Die Schweizer Privatwirtschaft, NGOs und die Wissenschaft bekennen sich seit Langem zur nachhaltigen Entwicklung. Eine Begleitgruppe interessierter nichtstaatlicher Akteure bildet eine Plattform für den Dialog mit dem Bund und für die partnerschaftliche Umsetzung der Agenda 2030. Das Parlament soll stärker involviert werden.

Die Agenda 2030 gilt als wichtiger Referenzrahmen für die internationale Zusammenarbeit der Schweiz. Die Schweiz setzt die Orientierung ihrer Kooperationsaktivitäten an den SDGs fort. Sie wird ihre Partnerländer bei der Umsetzung der Agenda 2030 und somit die Erreichung der SDGs auf globaler Ebene weiter unterstützen. Die Schweiz trägt beispielsweise zur Erreichung von SDG 17 bei, indem sie lokale Ressourcen mobilisiert, Kapazitäten aufbaut und sich für ein universelles, regelbasiertes multilaterales Handelssystem engagiert.

Erreichung der SDGs bis 2030

Die Schweiz wird den Überprüfungsprozess der Agenda 2030 weiter unterstützen, welcher ein wichtiges Element ihres strategischen Zyklus der nachhaltigen Entwicklung geworden ist. Die Agenda 2030 ist ehrgeizig und anspruchsvoll. Die Schweiz setzt sich dafür ein, die Erreichung der SDGs bis 2030 zu unterstützen.