Wie hängt Migration und Entwicklung zusammen? – ein Fallbeispiel

Wie hängt Migration und Entwicklung zusammen? – ein Fallbeispiel

Simone Colombo und Christopher Middleton, Bundesamt für Migration

22. Dezember 2014 - Die Schweiz setzt sich aktiv dafür ein, dass der globale Dialog über Migration und Entwicklung gefördert und Migration in die Post-2015 Agenda für eine Nachhaltige Entwicklung integriert wird. Weshalb eigentlich? Anhand eines konkreten Beispiels möchten wir darlegen, wie Migration und Entwicklung zusammenhängen.

Migrationspartnerschaft mit Nigeria

Seit 2011 führen die Schweiz und Nigeria eine Migrationspartnerschaft. Damit bringen beide Länder ihre Absicht zum Ausdruck, im Migrationsbereich, so auch im Bereich Migration und Entwicklung, umfassender und intensiver zusammenzuarbeiten.

In diesem Zusammenhang haben die Schweiz und Nestlé Nigeria eine Absichtserklärung unterschrieben, welche die Zusammenarbeit im Bereich der Berufsbildung definiert. Konkret geht es um ein internes Trainingsprogramm der Nestlé von jeweils 18 Monaten. Im Rahmen des Programms können in Lagos jährlich bis zu zwanzig nigerianische Staatsangehörige eine technische Ausbildung absolvieren. Den fünf bestqualifizierten Absolventen wird zusätzlich ein Ausbildungsaufenthalt von 3  Monaten bei Nestlé Schweiz angeboten. Zudem plant Nestlé Nigeria bis zu fünf Absolventen pro Lehrgang anzustellen.

Männer diskutieren in Fabrikhalle.
Die Migrationspartnerschaft zwischen der Schweiz und Nigeria trägt zum Wissenstransfer bei, zum Beispiel im Rahmen des von der Schweiz und Nestlé Nigeria getragenen Berufsbildungsprogramms. Post2015

Erfolgreiche Zwischenbilanz

Am 17. Dezember 2014 hat zum 6. Mal das «Joint Technical Committee» zwischen der Schweiz und Nigeria zur Umsetzung der schweizerisch-nigerianischen Migrationspartnerschaft getagt. Bei dieser Gelegenheit konnte die Schweizer Delegation die nigerianischen Behörden darauf hinweisen, dass in der ersten Runde 13 nigerianische Studenten das Ausbildungsprogramm von Nestlé erfolgreich durchlaufen haben und alle Studenten anschliessend eine Stelle bei verschiedenen Unternehmen gefunden haben. Eine zweite Gruppe von 16 Studenten ist derzeit in der Ausbildung und wird diese im Februar 2015 beenden.

Studenten stehen um Tisch.
Die Migrationspartnerschaft zwischen der Schweiz und Nigeria führt zu konkreten Resultaten: Studenten des Ausbildungsprogramms bei einer praktischen Übung. Post2015

Gewinn für alle Beteiligten

Ein kleines Projekt im Rahmen einer «Public-Private-Partnership» und unter der Schirmherrschaft der Migrationspartnerschaft, das grosse Auswirkungen hat: nicht nur profitieren die nigerianischen Studenten von der angebotenen Ausbildung für ihre berufliche Zukunft. Vielmehr trägt das Projekt dazu bei, dass ein direkter Wissenstransfer zwischen der Schweiz und Nigeria im technischen Bereich stattfindet, namentlich durch den Ausbildungsaufenthalt der nigerianischen Studenten in der Schweiz. Ebenso wichtig ist die politische Signalwirkung, dass Migration und Entwicklung im partnerschaftlichen Rahmen konkrete Resultate erbringen kann, von denen alle Beteiligten profitieren. Daher wird sich die Schweiz auch in Zukunft dafür einsetzen, Migration und Entwicklung auf die globale Agenda zu setzen.