Bilaterale Beziehungen Schweiz–Mazedonien

Die Schweiz nahm gleich nach der Unabhängigkeit des Landes regelmässige Beziehungen zu Mazedonien auf und integrierte das Land in ihr Transitionsprogramm. Heute konzentriert sich die Strategie der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit auf die Unterstützung der Reformprozesse in den Bereichen demokratische Regierungsführung, wirtschaftliche Entwicklung und Beschäftigung sowie Infrastruktur und Umwelt. Die grosse mazedonische Gemeinschaft in der Schweiz trägt dazu bei, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu festigen.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Die Schweiz anerkannte Mazedonien am 12. Mai 1993 und verwendet für die bilateralen Beziehungen (wie über 130 andere Länder auch) dessen verfassungsmässigen Namen «Republik Mazedonien». Die Beziehungen sind gut und geprägt von Fragen im Zusammenhang mit der grossen mazedonischen Gemeinschaft in der Schweiz (Familiennachzug, polizeiliche Zusammenarbeit) und dem bedeutenden Schweizer Programm der Entwicklungszusammenarbeit.

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Wirtschaftliche Beziehungen

Der wirtschaftliche Austausch zwischen den beiden Ländern ist bescheiden. Wachstumspotenzial besteht beim Handel und bei den Schweizer Direktinvestitionen in Mazedonien.  Bislang sind es vor allem Schweizer Staatsangehörige mazedonischer Herkunft – oft haben sie in der Schweiz studiert oder gearbeitet –, die nach und nach die Attraktivität und das Geschäftspotenzial ihres Herkunftslandes entdecken. So haben einige «Schweiz-Mazedonier» erfolgreich in ihrem Land ein KMU aufgebaut, mit eigenen Mitteln oder in Partnerschaft mit einem Schweizer Unternehmen.

Handelsförderung, Switzerland Global Enterprise SGE

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Die Schweiz unterhält in Mazedonien seit 1992 bilaterale Kooperationsprojekte und leistet Beiträge an regionale und internationale Programme. Die heutige Kooperationsstrategie mit Mazedonien (2017–2020) konzentriert sich auf die Unterstützung der Reformprozesse in den Bereichen demokratische Regierungsführung, Wirtschaft, Infrastruktur und Umwelt.

Mazedonien, dessen Geschichte als unabhängiger Staat noch jung ist, befindet sich in einer Phase der Entwicklung und Stärkung der nationalen Identität. Zwar verfügt das Land über relative Stabilität und erlebt einen gewissen Aufschwung, doch wird es auf dem Weg zur europäischen Integration noch zahlreiche Herausforderungen zu meistern haben. Der Rahmenvertrag von Ohrid (2001), der den gewaltsamen Konflikt um die Rechte der albanischen Minderheit beendete, bildet die Basis der politischen Agenda der Landesregierung, insbesondere was die Rechte der Minderheiten und den Dezentralisierungsprozess betrifft. In diesen Rahmen reiht sich auch das Programm der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit ein.

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Mazedonien, Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, SECO 

Kulturaustausch

Die Schweiz ist punktuell an Veranstaltungen präsent, insbesondere im Rahmen der Frankophonie und der Woche der italienischen Sprache.

Schweizerinnen und Schweizer in Mazedonien

Ende 2017 lebten gemäss Auslandschweizerstatistik 321 Schweizerinnen und Schweizer in Mazedonien.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

1994, ein Jahr nach der Unabhängigkeit Mazedoniens, liess die Schweiz ihren Botschafter in Sofia durch die mazedonische Regierung akkreditieren und beteiligte sich an diplomatischen Missionen zur Stabilisierung des Landes. Sie stellte sechs Polizeibeamte zur Verfügung, die sich im Rahmen der UNO an friedenserhaltenden Massnahmen beteiligten, und unterstützte die Volkszählung 1994. Die Schweiz half 1995 in Skopje bei der Gründung eines Lokalradios für Minderheiten.

Seit 1996 ist Mazedonien ein Schwerpunktland der Schweizer Ostzusammenarbeit. Im Jahr 2000 eröffnete die Schweiz eine Botschaft in Skopje, was die wachsende Bedeutung des Schweizer Engagements widerspiegelt. Die Bedeutung der zur Verfügung gestellten Mittel, die einzigartigen Kompetenzen der Schweiz in bestimmten Bereichen, aber auch die Tatsache, dass das Schweizer Hilfsprogramm die EU-Programme ergänzt, macht die Schweiz heute zu einer geschätzten Partnerin Mazedoniens.

Mazedonien, Historisches Lexikon der Schweiz