Afghanistan: 15 weitere Personen mit Schweiz-Bezug haben das Land verlassen
Die Taliban haben die Macht in Afghanistan übernommen und die Lage ist äusserst angespannt. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stellt in diesem laufend aktualisierten Newsticker die neuesten Nachrichten zu Afghanistan zur Verfügung.

17.9.2021 – 15 weitere Personen mit Schweiz-Bezug haben das Land verlassen
Seit dem 27.8.2021 (Datum der letzten Medienmitteilung des EDA) konnten dank der Unterstützung der pakistanischen Behörden und der Schweizer Botschaft in Islamabad fünfzehn weitere Personen mit Bezug zur Schweiz Afghanistan verlassen. Dabei handelt es sich um sieben Schweizer Staatsangehörige und acht Personen mit einer Schweizer Aufenthaltsbewilligung. Sie reisten auf dem Landweg nach Pakistan und wurden von dort in die Schweiz geflogen. Bundesrat Ignazio Cassis dankte den pakistanischen Behörden für ihre wertvolle Unterstützung.
Aktuell befinden sich in Afghanistan noch immer zwölf Personen mit Schweiz-Bezug, die das Land verlassen möchten. In vier Fällen handelt es sich um Schweizer Staatsangehörige, die übrigen acht haben eine Schweizer Aufenthaltsbewilligung. Die für konsularische Angelegenheiten betreffend Afghanistan zuständige Schweizer Botschaft in Islamabad steht mit ihnen in Kontakt. Das EDA arbeitet weiterhin mit Hochdruck daran, um auch diesen Personen die Ausreise aus Afghanistan zu ermöglichen.
27.08.2021 – Schweiz schliesst Evakuierungsaktion ab
In einer der bisher umfangreichsten Evakuierungsaktionen der Schweiz konnten insgesamt 385 Personen aus Afghanistan in die Schweiz geflogen werden. Aktuell befinden sich noch elf Schweizer Staatsangehörige in Afghanistan. Mit ihnen steht das EDA in Kontakt. Damit sind die umfangreichen Evakuierungen abgeschlossen die Krisenzelle Afghanistan wurde aufgelöst.
Medienmitteilung - Afghanistan: Schweiz schliesst Evakuierungsaktion ab, 27.08.2021.
24.08.2021
Alle lokalen DEZA-Mitarbeitenden und ihre Angehörigen wurden aus Kabul evakuiert
Das vom EDA gecharterte Flugzeug aus Taschkent ist in der Nacht vom 24. August 2021 in Zürich gelandet. An Bord der Maschine befanden sich 219 Personen, die zuvor aus Kabul evakuiert worden waren, darunter 141 lokale DEZA-Mitarbeitende und ihre Angehörigen. Die restlichen Lokalangestellten der DEZA konnten Kabul mit ihren Familien bereits verlassen und warten auf ihre Repatriierung in die Schweiz.
Somit konnten alle Lokalangestellten, die das Land verlassen wollten, aus der afghanischen Hauptstadt evakuiert werden. «Damit ist eine der grössten Evakuierungsoperationen der Schweiz fast beendet. Ich bin erleichtert und möchte mich bei allen bedanken, die das möglich gemacht haben», erklärte Bundesrat Ignazio Cassis an der Pressekonferenz.
Zurzeit befinden sich noch 15 Schweizer Staatsangehörige in Afghanistan. Die Schweiz setzt sich weiter dafür ein, dass auch sie evakuiert werden können.
Bis heute Dienstag, 24. August 2021, konnten dank der Bemühungen der Schweiz in Zusammenarbeit mit Partnerländern, namentlich mit Deutschland, 292 Personen mit Schweizer Bezug aus Afghanistan ausgeflogen werden. «Wir danken insbesondere unseren deutschen Freunden und Nachbarn für die grosse Unterstützung im Rahmen der Evakuierung», sagte Bundesrat Ignazio Cassis.
23.08.2021
Evakuierung aus Kabul: Charterflug der Schweiz unterwegs Richtung Taschkent
Am 23. August 2021 um 10.30 ist ein Flugzeug der SWISS im Auftrag des EDA von Zürich aus Richtung usbekische Hauptstadt Taschkent gestartet. Das Flugzeug soll Personen nach Europa zurückbringen, die zuvor aus Kabul evakuiert wurden. Mit diesem Flug unterstützt die Schweiz die Luftbrücke, die die Ausreise aus Afghanistan möglich macht. Bisher konnten rund 100 Personen mit Schweizer Bezug aus Kabul ausgeflogen werden. Auch erste Lokalangestellte der DEZA mit ihren Familien konnten gestern Kabul verlassen.
21.08.2021
Flug nach Taschkent verschoben
Aufgrund der schwierigen Sicherheitslage am Flughafen in Kabul hat das EDA entschieden, den für heute 21.8. geplanten Flug nach Taschkent kurzfristig zu verschieben
17.08.2021
Schweizer DEZA-Personal aus Kabul evakuiert
Die Sicherheitslage in Afghanistan spitzt sich zu. Das EDA hat das Kooperationsbüro der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) geschlossen und das Schweizer Personal aus Kabul evakuiert. Die letzten drei verbliebenen DEZA-Mitarbeitenden sind am 17. August 2021 in der Schweiz angekommen. Für Lokalangestellte und ihre Familien wird eine Lösung gesucht, damit auch diese Afghanistan verlassen können. Die DEZA passt ihre Programme an die neue Realität an.
Lokalangestellte konnten noch nicht evakuiert werden
38 Lokale Angestellte des Kooperationsbüros haben das Land noch nicht verlassen können. Das EDA arbeitet intensiv an Lösungen für sie und ihre engsten Familienangehörigen. Die rund 230 Personen erhalten ein humanitäres Visum für die Schweiz, wie der Staatssekretär für Migration, Mario Gattiker, an der Pressekonferenz vom Freitag erklärte: Die afghanischen Mitarbeitenden des Kooperationsbüros könnten von den Taliban als westliche Kollaborateure angesehen werden und sind deshalb an Leib und Leben gefährdet. Die turbulente und unsichere Situation in Kabul, namentlich am Flughafen, macht die Ausreise des Lokalpersonals aber schwierig.
Kooperationsbüro seit Sonntag geschlossen
Die DEZA ist in Afghanistan seit 2002 mit einem Kooperationsbüro präsent, das die Programme der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit umsetzt. Am Sonntagvormittag hatte die DEZA ihr Büro in Kabul geschlossen, da es unter den aktuellen Umständen ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen kann.

«Afghanistan ist ein Schwerpunktland der DEZA», betonte die Staatssekretärin Leu vergangene Woche vor den Medien und führte fort: «Die Schweizer Entwicklungsprogramme und die Humanitäre Hilfe in Afghanistan zielen auf die Förderung der Rechststaatlichkeit, der Landwirtschaft, der Grundbildung sowie auf die Linderung der Not von intern Vertriebenen und Rückkehrerinnen und Rückkehrern.»
Schweiz will internationale Zusammenarbeit fortsetzen
Wie und in welcher Form die Schweiz diese Ziele in der aktuellen Situation weiter verfolgen kann, muss geklärt werden. Die DEZA prüft, wie sie den aktuellen Bedürfnissen mit den lokalen und internationalen Partnern nachkommen kann. Die laufenden und künftigen Programme werden angepasst. Bis anhin hat die Schweiz mit nationalen und internationalen Partnern, wie der Regierung, NGOs und internationalen Organisationen, in Afghanistan zusammengearbeitet. Wann die DEZA ihre Arbeit wieder vollumfänglich aufnehmen kann, ist noch offen.
Wir prüfen mit unseren Partnern, wie wir sie unterstützen können.
Die humanitären Bedürfnisse in und vor allem auch rund um Afghanistan werden in Zukunft steigen. «Wir sind daran, mit unseren Partnern zu prüfen, wie wir sie am besten unterstützen können, um diesen Bedürfnissen auch gerecht zu werden», erklärte DEZA-Direktorin Danzi. Die DEZA ist zudem daran, das Kooperationsprogramm 2023-2025 mit Afghanistan zu erarbeiten.
Stabilisierung von fragilen Ländern im Zentrum der Schweizer Unterstützung
Die Stabilisierung von fragilen Ländern wie Afghanistan ist ein wichtiges Anliegen der internationalen Zusammenarbeit der Schweiz. Denn so werden Zukunftsperspektiven geschaffen und Not und Leid gelindert. Für eine wirksame Aussenpolitik verfolgt die Schweiz einen kohärenten, strategischen Ansatz. Abgeleitet aus den Prioritäten ihrer Aussenpolitischen Strategie 2020-2023, setzt sich die Schweiz mit ihrer Strategie für internationale Zusammenarbeit 2021-2024 in vier Schwerpunktregionen für Jobs, das Klima, Rechtstaatlichkeit und die Reduktion der Ursachen von Flucht und unregelmässiger Migration ein.
Die Schweizer Botschaft in Pakistan, die konsularisch für Afghanistan zuständig ist, ist mit rund 20 Schweizer Staatsangehörigen vor Ort in Kontakt. Schweizer Bürgerinnen und Bürger, die Hilfe zur Ausreise aus Afghanistan benötigen, sollten sich umgehend an die Schweizer Botschaft in Islamabad wenden
(Mail: islamabad@eda.admin.ch, Tel.: +92 300 856 4052).
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