Bilaterale Beziehungen Schweiz–Ägypten
Die diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Ägypten sind gut und vielfältig. Die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen sind eng und nehmen stark zu. Ägypten gehört zu den Schwerpunktländern der internationalen Zusammenarbeit der Schweiz. Die beiden Länder arbeiten in den Bereichen Kultur und Kulturerbe eng zusammen. Ägypten ist zudem ein beliebtes Ferienziel für Schweizerinnen und Schweizer.
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Die politischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Ägypten, die auf dem Freundschaftsvertrag von 1934 beruhen, sind traditionell gut. Die beiden Länder haben zahlreiche Abkommen in verschiedensten Bereichen abgeschlossen. Sie führen regelmässig Treffen auf Ministerebene durch. Zudem finden jedes Jahr bilaterale politische Konsultationen statt, an denen Themen von gemeinsamem Interesse, wie die Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten sowie in Nordafrika und am Horn von Afrika, besprochen werden.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Dank einer diversifizierten Produktionsbasis und einem Binnenmarkt mit 110 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern ist Ägypten die zweitgrösste Volkswirtschaft Afrikas. Aufgrund seiner strategisch günstigen Lage ist das Land, das seit 2024 zu den BRICS+ gehört, ein bedeutender regionaler Knotenpunkt und für Schweizer Unternehmen ein Tor zu den afrikanischen Märkten. Ägypten ist der wichtigste Markt Afrikas für Schweizer Exporte, die sich 2024 auf 1,2 Milliarden Franken beliefen. Die Schweiz und Ägypten haben eine Reihe von Wirtschaftsabkommen abgeschlossen, darunter ein Freihandels-, ein Investitionsschutz- und ein Doppelbesteuerungsabkommen. Seit 2025 ist Ägypten eines von nur zwei afrikanischen Ländern, die eine gemischte Wirtschaftskommission mit der Schweiz unterhalten.
Ländercockpit, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO
Schweizerische Aussenhandelsstatistik, Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit BAZG
Handelsförderung, Switzerland Global Enterprise SGE
Schweizerisch-ägyptische Handelskammer Swisscham (en)
Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation
Forschende und Kulturschaffende aus Ägypten können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.
Bundes-Exzellenz-Stipendien für ausländische Forschende und Kunstschaffende, SBFI
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
Ägypten gehört zu den Schwerpunktländern der internationalen Zusammenarbeit der Schweiz im Rahmen eines vom EDA (DEZA), dem WBF (SECO) und dem EJPD (SEM) gemeinsam finanzierten Programms. Das Programm 2025–2028 ist auf die einschlägigen strategischen Schwerpunkte der Schweiz und die Entwicklungsprioritäten Ägyptens ausgerichtet. Sein Ziel ist es, Menschenleben zu schützen, eine grüne Wirtschaftsentwicklung zu fördern und die Gouvernanz in Ägypten zu verbessern.
Schweizer Kooperationsprogramm Ägypten 2025–2028 (en)
Kulturaustausch
Zwischen der Schweiz und Ägypten herrscht ein reger kultureller Austausch auf zahlreichen Gebieten. Die Stiftung Pro Helvetia und ihre Aussenstelle in Kairo fördern Kontakte zu ägyptischen Kulturakteuren, initiieren Koproduktionen mit Künstlerinnen und Künstlern und ermöglichen Residenzaufenthalte für Kunstschaffende.
Die Schweiz und Ägypten arbeiten in den Bereichen Kultur und Kulturerbe eng zusammen. Das 1949 gegründete Schweizer Institut für Ägyptische Bauforschung und Altertumskunde in Kairo widmet sich hauptsächlich der Erforschung der altägyptischen Architektur sowie der Geschichte und Kultur des alten Ägyptens. Die Schweiz war zudem an mehreren bedeutenden archäologischen Grabungen in Ägypten aktiv beteiligt.
Schweizer Institut für Ägyptische Bauforschung und Altertumskunde in Kairo
Die Schweiz und Ägypten arbeiten bei der Bekämpfung des illegalen Handels mit Kulturgütern eng zusammen und haben 2010 ein entsprechendes bilaterales Abkommen abgeschlossen. Dank dieser Zusammenarbeit konnten 80 Werke zurückgegeben werden.
Schweizerinnen und Schweizer in Ägypten
Ende 2025 lebten gemäss Auslandschweizerstatistik 1487 Schweizerinnen und Schweizer in Ägypten.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Die Schweiz war Schauplatz wichtiger Etappen auf Ägyptens Weg in die Unabhängigkeit. So fand 1923 in Lausanne eine Friedenskonferenz statt, an der die türkische Republik auf alle Rechte bezüglich Ägyptens verzichtete. 1924 anerkannte die Schweiz die Unabhängigkeit Ägyptens und unterzeichnete 1934 einen Freundschaftsvertrag.
1935 eröffnete die Schweiz in Kairo eine Kanzlei, die 1945 durch eine Gesandtschaft (ab 1957 Botschaft) abgelöst wurde. Dank ihrer Neutralität vertrat die Schweiz in Ägypten während des Zweiten Weltkriegs und in den folgenden Jahrzehnten die Interessen mehrerer Staaten. Seit 1979 bis heute vertritt die Schweiz noch die Interessen des Iran in Ägypten.
Ägypten, Historisches Lexikon der Schweiz
Diplomatische Dokumente der Schweiz, Dodis
Links
- Schweiz und Ägypten
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- Ländercockpit, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO
- Schweizerische Aussenhandelsstatistik, Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit BAZG
- Handelsförderung, Switzerland Global Enterprise SGE
- Schweizerisch-ägyptische Handelskammer Swisscham (en)
- Bundes-Exzellenz-Stipendien für ausländische Forschende und Kunstschaffende, SBFI
- Schweizer Kooperationsprogramm Ägypten 2025–2028 (en)
- Pro Helvetia Kairo
- Schweizer Institut für Ägyptische Bauforschung und Altertumskunde in Kairo
- Kulturgütertransfer, BAK
- Ägypten, Historisches Lexikon der Schweiz
- Diplomatische Dokumente der Schweiz, Dodis
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