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Veröffentlicht am 4. Mai 2026

Bilaterale Beziehungen Schweiz–Frankreich

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Frankreich sind vielfältig und eng, besonders in den Grenzregionen. Die beiden Länder sind durch eine gemeinsame Sprache sowie den politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und menschlichen Austausch verbunden. Auf allen Ebenen werden regelmässig enge Kontakte gepflegt.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Frankreich als Nachbarland und Gründungsmitglied der Europäischen Union (EU) ist ein prioritärer Partner der Schweizer Aussenpolitik. Zahlreiche bilaterale Abkommen sowie die Beziehungen der Schweiz zur EU prägen den bilateralen Austausch.

Die Schweiz teilt mit Frankreich eine fast 600 km lange Grenze. Entsprechend intensiv ist der grenzüberschreitende Austausch, vor allem in der Agglomeration Genf, der Genferseeregion, dem Espace Mont-Blanc sowie am Oberrhein und im Jurabogen. Ende 2025 arbeiteten mehr als 239 000 Grenzgängerinnen und Grenzgänger aus Frankreich in der Schweiz.

Gegenstand der bilateralen Zusammenarbeit sind insbesondere Wirtschaftsfragen, die Kooperation im Bereich Forschung und Innovation sowie Infrastrukturprojekte.

Zudem tauschen sich die Schweiz und Frankreich regelmässig über aktuelle internationale Fragen und die Zusammenarbeit in multilateralen Gremien aus.

Datenbank Staatsverträge

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Im Jahr 2025 war Frankreich nach Deutschland, den USA, China, Italien, Slowenien und dem Vereinigten Königreich der siebtwichtigste Handelspartner der Schweiz. Im Jahr 2025 belief sich das Handelsvolumen auf 47,2 Milliarden Franken. Mit einem Kapitalbestand von 105,7 Milliarden Euro stand die Schweiz unter den ausländischen Investoren in Frankreich an dritter Stelle nach den USA, und Deutschland (2024). Rund 1000 Schweizer Unternehmen beschäftigen über 300 000 Angestellte in Frankreich. Die Schweiz ist das Land, das in Frankreich am meisten Arbeitsplätze in der Produktion schafft. Mit Investitionen in der Höhe von 25,1 Milliarden Franken ist Frankreich der viertgrösste ausländische Investor in der Schweiz (2024). Frankreich ist das siebtgrösste ausländische Land, das in der Schweiz Arbeitsplätze schafft, mit mehr als 1700 Unternehmen, die mehr als 87 000 Personen beschäftigen. Ende 2025 pendelten mehr als 239 000 französische Staatsangehörige täglich zur Arbeit in die Schweiz.

Länderinformationen, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO

Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation

Frankreich und die Schweiz unterhalten rege Beziehungen in den Bereichen Bildung und Forschung. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) und das französische Ministerium für Hochschulwesen und Forschung pflegen einen regelmässigen Austausch. Die beiden Länder arbeiten im Rahmen verschiedener Programme und Forschungsorganisationen Europas, wie dem CERN und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), eng zusammen. Das gemeinsame Engagement in der ESA ermöglichte 2019 insbesondere die Mission rund um das Weltraumteleskop CHEOPS, die Daten über die Grösse, Zusammensetzung und atmosphärischen Eigenschaften von Exoplaneten liefern soll.

Kulturaustausch

Der kulturelle Austausch zwischen der Schweiz und Frankreich ist historisch begründet und vielfältig. Seit mehr als 30 Jahren finanziert Pro Helvetia das «Centre culturel suisse» in Paris, das den Auftrag hat, zeitgenössische Schweizer Produktionen im Kulturbereich zu fördern und zu verbreiten. Die Schweizer Botschaft in Paris sowie die Generalkonsulate von Lyon, Marseille und Strassburg begleiten und unterstützen die Kommunikation zu Schweizer Kulturveranstaltungen, die von den zahlreichen französischen Partnerinstitutionen organisiert werden. Die zuständigen staatlichen Stellen treffen sich regelmässig zu Gesprächen über kulturelle Themen.

Schweizerinnen und Schweizer in Frankreich

2025 waren in Frankreich bei der Botschaft und den Generalkonsulaten mehr als 215 000 Schweizer Staatsangehörige gemeldet. Das ist die grösste Auslandschweizergruppe. Mehr als 181 000 französische Staatsangehörige haben ihren ständigen Wohnsitz in der Schweiz.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Die Schweiz eröffnete 1798 in Paris ihre erste Auslandvertretung. Kurz danach wurde in Bordeaux ein Konsulat eröffnet. Ende des 19. Jahrhunderts war Frankreich der einzige Staat mit einer Gesandtschaft in Bern.

Frankreich, Historisches Lexikon der Schweiz

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