Bilaterale Beziehungen Schweiz–Indien
Indien und die Schweiz pflegen enge und dynamische Beziehungen, die Ausdruck in einer Vielzahl von Abkommen und Verträgen sowie zahlreichen diplomatischen Kontakten auf hoher Ebene finden. Die vielseitige Partnerschaft zwischen der Schweiz und Indien umfasst die Zusammenarbeit in mehreren Bereichen, darunter Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Kultur.
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Indien gehört zu den wichtigsten Handelspartnern der Schweiz in Asien. Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern werden durch regelmässige hochrangige Kontakte und Besuche gefestigt.
Die Schweiz und Indien haben zahlreiche bilaterale Abkommen unterzeichnet, z. B. in den Bereichen Handel, Entwicklungszusammenarbeit, Grundbildung und Berufsbildung, Visa, Migration, Luftverkehr, Investitionen, Finanzen, Steuern sowie Wissenschafts- und Technologiezusammenarbeit.
Um den indischen und schweizerischen Staatsangehörigen, Unternehmen, wissenschaftlichen Partnern und kulturellen Akteuren einen leichteren Zugang zu diesen Dienstleistungen zu ermöglichen, unterhält die Schweiz ein weitverzweigtes Vertretungsnetz in ganz Indien.
2023 feierten die Schweiz und Indien den 75. Jahrestag des Freundschaftsabkommens, das am 14. August 1948 zwischen den beiden Ländern unterzeichnet wurde.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Indien ist der viertgrösste Handelspartner der Schweiz in Asien und der wichtigste Handelspartner in Südasien. Indien und die EFTA-Staaten haben am 10. März 2024 ein Handels- und Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (TEPA) unterzeichnet. Dies ist das erste umfassende Abkommen, das Indien mit europäischen Ländern geschlossen hat. Das TEPA trat am 1. Oktober 2025 in Kraft.
Die Schweizer Exporte nach Indien beliefen sich 2024 auf 19,8 Milliarden Franken und betrafen hauptsächlich Edelmetalle, Maschinen sowie pharmazeutische und chemische Produkte. Die Schweizer Importe aus Indien, namentlich Chemikalien, Textilien, Edelmetalle und Agrarprodukte, beliefen sich 2024 auf 2,6 Milliarden Franken. Die Schweizer Direktinvestitionen in Indien betrugen Ende 2024 10,2 Milliarden Franken. Etwa 330 Schweizer Firmen sind mit Joint Ventures, Tochtergesellschaften oder Niederlassungen in Indien präsent.
Länderinformationen, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO
Handelsförderung, Switzerland Global Enterprise SGE
Schweizerisch-Indische Handelskammer (en)
Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation
Im Jahr 2003 wurde ein Abkommen über Wissenschaft und Technologie unterzeichnet.[A1] Diese Zusammenarbeit wurde kontinuierlich durch gemeinsame indisch-schweizerische Forschungsprogramme verstärkt, insbesondere durch jene des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) und dessen indische Pendants.
Indo-Swiss Joint Research Programme (en)
Swissnex Indien in Bangalore hat den Auftrag, ein dichtes Netz von Beziehungen zwischen der Schweiz und Indien in den Bereichen Wissenschaft, Bildung, Kunst und Innovation aufzubauen.
Indien ist ein Schwerpunktland, was die Vergabe von Bundes-Exzellenz-Stipendien an junge Forscherinnen und Forscher betrifft.
Bundes-Exzellenz-Stipendien für ausländische Forschende und Kunstschaffende SBFI
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) unterstützt die Entwicklung Indiens seit 1961. Die klassische bilaterale Entwicklungszusammenarbeit wurde vor einigen Jahren allmählich abgebaut, doch die DEZA bleibt über ihre Globalprogramme in Indien aktiv. Aktuell werden Aktivitäten in den Bereichen Klimawandel, Katastrophenvorsorge und Umwelt durchgeführt. Die Schweiz will Indien auf seinem Wachstumspfad begleiten, indem sie zum Übergang zu einem emissionsarmen und klimaresistenten Entwicklungsmodell beiträgt.
Kulturaustausch
Die Schweiz und Indien blicken auf langjährige kulturelle Beziehungen zurück. Zahlreiche Kunstschaffende und Forschende aus der Schweiz waren auf dem indischen Subkontinent aktiv, namentlich Le Corbusier (Architekt) und Alice Boner (Malerin, Bildhauerin und Kunsthistorikerin). Indische Filmproduzenten wie Yash Chopra haben beliebte Hindi-Filme in den Schweizer Alpen gedreht und so die Schweiz und Indien einander nähergebracht.
Die Eröffnung des Verbindungsbüros der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia in Neu Delhi im Jahr 2007 hat den kulturellen Beziehungen zwischen beiden Ländern weiter Auftrieb verliehen
Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia
Schweizerinnen und Schweizer in Indien
Ende 2024 lebten gemäss Auslandschweizerstatistik 561 Schweizerinnen und Schweizer in Indien, darunter 148 Personen mit Doppelbürgerschaft.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Die Schweiz anerkannte Indien nach dessen Unabhängigkeit 1947 und nahm diplomatische Beziehungen auf. Während der Auseinandersetzungen um Bangladesch vertrat die Schweiz zwischen 1971 und 1976 die Interessen Indiens in Pakistan und jene Pakistans in Indien. Indien verfügt über eine Botschaft in Bern sowie Generalkonsulate in Genf und Zürich.
1851 wurde in Basel und Mumbai das Handelshaus Volkart gegründet, das sein Filialnetz in Indien rasch ausbaute und seine Aktivitäten diversifizierte. Es wurde zum Rückgrat der wirtschaftlichen und konsularischen Präsenz der Schweiz in Indien. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stieg die Zahl der in Indien tätigen Schweizerinnen und Schweizer stark an.
Indien, Historisches Lexikon der Schweiz
Indien, Diplomatische Dokumente der Schweiz, Dodis
Links
- Schweiz und Indien
- Datenbank Staatsverträge
- Regierung von Indien (en)
- Länderinformationen, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO
- Handelsförderung, Switzerland Global Enterprise SGE
- Schweizerisch-Indische Handelskammer (en)
- Swissnex Indien
- Bundes-Exzellenz-Stipendien für ausländische Forschende und Kunstschaffende SBFI
- Swiss Vocational Education and Training Initiative India (SVETII)
- Globalprogramm Klimawandel, DEZA
- Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia
- Indien, Historisches Lexikon der Schweiz
- Indien, Diplomatische Dokumente der Schweiz, Dodis
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