Bilaterale Beziehungen Schweiz–Marokko
Die Schweiz und Marokko unterhalten gute und vielfältige diplomatische Beziehungen. Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern haben sich in den letzten Jahren im wirtschaftlichen und in vielen anderen Bereichen wie Verkehr oder Energie intensiviert. Die Schweiz führt mit Marokko einen engen Migrationsdialog und unterstützt Initiativen in den Bereichen Bildung, Technologie und Innovation. Marokko ist bei Schweizerinnen und Schweizern ein beliebtes Ferienziel.
Schwerpunkte der Schweiz in Marokko
1. Migration
Die Schweiz will den Migrationsdialog mit Marokko intensivieren mit dem Ziel, ein Migrationsabkommen abzuschliessen, das an weitere Kooperationsabkommen gekoppelt werden kann (etwa Polizeikooperation, Rechtshilfe oder soziale Sicherheit).
2. Nachhaltige Entwicklung
In Übereinstimmung mit der bestehenden Absichtserklärung setzt sich die Schweiz für eine verstärkte Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Verkehr und Landwirtschaft ein. Sie wird die Umsetzung der Erklärung konsequent fördern, indem sie den Expertenaustausch erleichtert und Projekte des Schweizer Privatsektors begleitet.
3. Bildung und neue Technologien
Die Schweiz begleitet die Reformen im Bildungssektor, auch in der Berufsbildung, indem sie spezifisches Fachwissen bereitstellt und Kontakte zu Akteuren in der Schweiz erleichtert. Sie unterstützt Initiativen von schweizerischen Hochschuleinrichtungen, die mit marokkanischen Bildungsstätten in den Bereichen Ausbildung, Technologie oder Innovation eine Zusammenarbeit suchen.
Forschende und Kunstschaffende aus Marokko können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.
Bundes-Exzellenz-Stipendien für ausländische Forschende und Kunstschaffende SBFI
Andere Bereiche der Zusammenarbeit
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Im Jahr 2025 importierte die Schweiz Produkte im Wert von 511 Millionen CHF aus Marokko und exportierte Waren im Wert von 469 Millionen CHF in das nordafrikanische Land. Das gesamte Handelsvolumen belief sich auf 980 Millionen CHF, was einem Anstieg von rund 33 % gegenüber 2024 entspricht. Mehr als 60 Schweizer Unternehmen sind in Marokko tätig und beschäftigen rund 8000 Personen
Die Schweiz hat eine Reihe von Abkommen mit dem Königreich Marokko abgeschlossen. Das Investitionsschutzabkommen zwischen der Schweiz und Marokko trat 2005 in Kraft, das Rahmenabkommen betreffend die technische, finanzielle und humanitäre Zusammenarbeit im Jahr 2013. Das Freihandelsabkommen zwischen Marokko und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) ist seit 1999 in Kraft.
Seit der Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung im Jahr 2021 haben die beiden Länder einen weiteren Schritt zur Stärkung ihrer Partnerschaft, insbesondere im wirtschaftlichen Bereich, vollzogen. Marokko gehört zudem zu den Schwerpunktländern des SECO. Für die Periode 2025–2028 wurde ein wirtschaftliches Kooperationsprogramm mit einem Budget von 25 Millionen CHF lanciert, das darauf abzielt, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, die Beschäftigung zu fördern und eine nachhaltige Entwicklung zu unterstützen.
Handelsförderung, Switzerland Global Enterprise SGE
Kooperationsprogramm 2025–2028, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO (Englisch)
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
Das Projekt PROCAMM veranschaulicht das langfristige Engagement der Schweiz in Marokko. Nach dem Erdbeben von 2023 fördert es nachhaltige Baupraktiken, indem natürliche Materialien und traditionelles Know-how genutzt werden, und stärkt gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit gegenüber Naturkatastrophen.
Darüber hinaus führt die Schweiz Projekte im Migrationsbereich durch, indem sie die sozioökonomische Integration von Arbeitsmigrantinnen und -migranten unterstützt und besonders verletzliche Gruppen schützt, insbesondere Personen mit internationalem Schutzbedarf sowie Frauen, Jugendliche und Minderjährige in Mobilität. Sie beteiligt sich zudem an der Umsetzung von Programmen des Europarates und von UNICEF in Marokko.
Kulturaustausch
Die Stiftung Pro Helvetia und ihre Aussenstelle in Kairo sind für die Förderung von Schweizer Kunst und Kultur im arabischen Raum zuständig. Sie pflegt Beziehungen zu marokkanischen Kulturschaffenden, unterstützt kulturelle Initiativen wie Dati Drouk – ein Ausbildungsprogramm für zeitgenössischen Tanz für junge Künstlerinnen und Künstler – und ermöglicht Residenzaufenthalte für Kunstschaffende.
Die Schweiz beteiligt sich aktiv am Festival des Musiques Sacrées in Fès sowie an Veranstaltungen der Frankophonie (z. B. «Nuit de l’humour francophone») gemeinsam mit internationalen Partnern und organisiert zudem verschiedene kulturelle Veranstaltungen.
Schweizerinnen und Schweizer in Marokko
Stand 2026 leben 1’711 Schweizer Staatsangehörige in Marokko.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Ende des 19. Jahrhunderts liessen sich die ersten Schweizer Kaufleute in Tanger nieder.
1921 eröffnete die Schweiz in Casablanca ein Konsulat, das 1947 nach Rabat verlegt wurde. 1956 anerkannte sie die Unabhängigkeit Marokkos. Im Zuge der Aufnahme diplomatischer Beziehungen eröffnete die Schweiz eine Gesandtschaft in Rabat, die 1960 den Rang einer Botschaft erhielt, und in Tanger führte sie von 1958 bis 1968 ein Konsulat. Heute hat sie Honorarkonsulate in Casablanca,Marrakesch und Agadir, sowie seit 2024 auch in Tanger
1959 eröffnete Marokko eine Vertretung in der Schweiz, die 1961 den Rang einer Botschaft erhielt.
Marokko, Historisches Lexikon der Schweiz
Diplomatische Dokumente der Schweiz, Dodis
Links
- Schweiz und Marokko
- Bundes-Exzellenz-Stipendien für ausländische Forschende und Kunstschaffende SBFI
- Datenbank Staatsverträge
- Handelsförderung, Switzerland Global Enterprise SGE
- SwissImpex
- Pro Helvetia (en)
- Marokko, Historisches Lexikon der Schweiz
- Diplomatische Dokumente der Schweiz, Dodis
Dokumente
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