Genf wird Sitz des International Sustainability Standards Board
Die IFRS-Stiftung hat Genf als Sitz des International Sustainability Standards Board bestimmt. Dieser Entscheid stärkt die Position der Schweiz als internationales Zentrum für nachhaltige Finanzstandards und unterstreicht die Attraktivität der in Genf ansässigen internationalen Organisationen.

Die Stiftung für International Financial Reporting Standards (IFRS) hat heute die Eröffnung eines Büros des International Sustainability Standards Board (ISSB) in Genf bekannt gegeben. Es ergänzt die heutige Organisationsstruktur und wird zum Sitz dieses weltweit führenden Standardsetzungsgremiums für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Dieser Entscheid stärkt die Rolle der Schweiz als internationaler Standort für Gouvernanzfragen im Wirtschafts- und Finanzbereich und festigt die Position des internationalen Genf als Schnittstelle zwischen Finanzen, Nachhaltigkeit und multilateraler Zusammenarbeit.
Das 2021 von der IFRS-Stiftung gegründete ISSB, dessen Rechnungslegungsstandards in über 140 Ländern angewendet werden, hat die Aufgabe, internationale Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung für die Finanzmärkte zu entwickeln. Unternehmen sollen die Möglichkeit haben, Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen auf vergleichbare und zuverlässige Weise offenzulegen, namentlich im Klimabereich. Die vom ISSB veröffentlichten Standards entsprechen einer wachsenden Nachfrage nach einer harmonisierten nichtfinanziellen Berichterstattung. Bisher haben sich mehr als 45 Rechtsordnungen für die Anwendung der ISSB-Standards entschieden, und im Jahr 2027 werden sie bereits in 18 Rechtsordnungen zur Anwendung kommen.
Eine Anerkennung für das internationale Genf
Der Entscheid der IFRS-Stiftung zeigt, wie attraktiv die Schweiz und Genf für führende internationale Institutionen sind. Genf bietet ein einzigartiges Umfeld, das internationale Organisationen, internationale Finanzinstitutionen, akademische Zentren, philanthropische Stiftungen und private Akteure, die sich für eine nachhaltige Entwicklung einsetzen, vereint. Die Ansiedlung des ISSB wird dazu beitragen, Genf als Plattform für den Dialog und die Zusammenarbeit in Fragen der nachhaltigen Finanzen, des Klimawandels und der globalen wirtschaftlichen Gouvernanz zu stärken. Gleichzeitig wird der Austausch zwischen Regulierungsbehörden, Investoren, Unternehmen, akademischen Kreisen und internationalen Organisationen gefördert.
Ein Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Finanzplatzes
Die Schweiz zählt zu den weltweit führenden Zentren für Vermögensverwaltung, nachhaltige Finanzen und internationale Finanzdienstleistungen. Mit dem Ausbau der Aktivitäten des ISSB in Genf wird die Rolle der Schweiz bei der Entwicklung und Verbreitung internationaler Nachhaltigkeitsstandards gestärkt. Die ISSB-Standards sollen für Nachhaltigkeitsdaten das werden, was die Standards des International Accounting Standards Board (IASB) heute für die Finanzberichterstattung sind: eine globale Sprache, die Transparenz, Vergleichbarkeit und das Vertrauen der Anleger fördert. Ihre Verabschiedung wird zu einer besseren Evaluation von Nachhaltigkeitsrisiken, zu einer effizienteren Kapitalsteuerung und zur Bekämpfung von Greenwashing beitragen. Nachhaltigkeit ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor, da die verfügbaren Daten eine bessere Entscheidungsfindung sowohl im privaten als auch im öffentlichen Sektor ermöglichen.
Die Schweiz ist seit Langem eine führende Akteurin im internationalen Ökosystem der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Sie hat schon sehr früh den Aufbau von Institutionen und die Entwicklung von Standards und Kompetenzen unterstützt, die heute als Grundlage für globale Regulierungen dienen, insbesondere für die vom ISSB veröffentlichten IFRS-Standards. Die Ansiedlung des ISSB-Sitzes in Genf steht im Einklang mit dem Bestreben der Schweiz, die Rolle des internationalen Genf als globales Zentrum für Gouvernanz, Innovation und Multi-Stakeholder-Kooperation zu stärken. Wie bereits bei der Gründung der Stiftung Building Bridges im Jahr 2019 zeigt dieser Entscheid, dass Genf in der Lage ist, seine Brückenfunktion wahrzunehmen und die internationalen Nachhaltigkeitsziele mit den für die Umsetzung relevanten Akteuren aus Wirtschaft und Finanzen zu verbinden.
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