Schweizer Schwerpunkte für den UNO-Sicherheitsrat
Der Bundesrat hat am 31. August 2022 vier thematische Prioritäten für den Schweizer Einsitz im UNO-Sicherheitsrat 2023/24 verabschiedet. Dies sind die Friedensförderung, der Schutz der Zivilbevölkerung in bewaffneten Konflikten, die Klimasicherheit und die Stärkung der Effizienz des UNO-Sicherheitsrats. Die Prioritäten wurden mit den Aussenpolitischen Kommissionen konsultiert. Die Schwerpunkte kurz erklärt:

Am 9. Juni 2022 hat die UNO-Generalversammlung die Schweiz als nichtständiges Mitglied in den UNO-Sicherheitsrat gewählt. Am 31. August 2022 hat der Bundesrat vier thematische Prioritäten für den Schweizer Einsitz verabschiedet. Im Sicherheitsrat will die Schweiz ihre aussenpolitischen Werte und Interessen vertreten. Sie will nachhaltigen Frieden fördern, die Zivilbevölkerung in bewaffneten Konflikten schützen, die Folgen des Klimawandels auf die Sicherheit angehen und die Effizienz des Rats stärken. Mit dem Einsitz kann die Schweiz ihren Verfassungsauftrag für «die dauerhafte Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen und für eine gerechte und friedliche internationale Ordnung» noch effektiver umsetzen. Zudem hat sie die Möglichkeit, sich als zwischen Konfliktparteien vermittelnde Akteurin für tragfähige Lösungen einzusetzen und einen Mehrwert für die internationale Gemeinschaft zu schaffen.
Das Festlegen von Prioritäten bedeutet nicht, dass die Schweiz andere Themen beiseite lässt. Gemäss ihrer Aussenpolitischen Strategie 2020-2023 strebt die Schweiz im Sicherheitsrat ein glaubwürdiges Engagement an – was die ganze Bandbreite der Agenda des Sicherheitsrats betrifft und in erster Linie im Tagesgeschäft zu den einzelnen Länderkontexten erfolgt.
Die thematischen Prioritäten der Schweiz im Detail:
Konsequente Fortsetzung
Der Einsitz der Schweiz als nichtständiges Mitglied im UNO-Sichereitsrat ist die konsequente Fortsetzung ihres Engagements für Frieden und Sicherheit auf globaler Ebene. Der Bundesrat reichte die Schweizer Kandidatur 2011 nach umfangreichen Konsultationen mit dem Parlament ein. Gemäss der Bundesverfassung leistet die Schweiz einen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben der Völker und wirkt beim Aufbau einer gerechten internationalen Ordnung mit. Dies ist auch erklärtes Ziel des UNO-Sicherheitsrats. Und es ist auch von hoher Bedeutung für ein so stark globalisiertes Land wie die Schweiz, das auf stabile Verhältnisse mit klaren internationalen Regeln angewiesen ist. Frieden und Stabilität sind für Prosperität und Entwicklung unerlässlich.
Weiteres Vorgehen
Ab Oktober 2022 wird die Schweiz im UNO-Sicherheitsrat einen Beobachterstatus haben und an allen Sitzungen teilnehmen können, wenn auch ohne Stimmrecht. Das EDA wird diese Möglichkeit nutzen, um die internen Koordinations- und Entscheidungsprozesse zu überprüfen und zu justieren, damit die Schweiz für den Einsitz ab dem 1. Januar 2023 optimal vorbereitet ist.
Der UNO-Sicherheitsrat und die Neutralität der Schweiz
Neutralität ist ein Vorteil für den Einsitz im UNO-Sicherheitsrat. Sie gibt einem Staat die Glaubwürdigkeit, zwischen Konfliktparteien zu vermitteln. Das Mandat des Sicherheitsrats ist, im Auftrag der Weltgemeinschaft Frieden und Sicherheit zu wahren. Als Mitglied im Sicherheitsrat würde die Schweiz einen Beitrag zum System der kollektiven Sicherheit der UNO leisten. Neutrale Staaten nehmen regelmässig Einsitz im Sicherheitsrat, wie beispielsweise Österreich oder aktuell Irland. 2015 legte der Bundesrat in einem Bericht dar, dass die Schweiz ihre Neutralität auch im Sicherheitsrat vollumfänglich ausüben kann.
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