Die Schweiz im internationalen Vergleich

Der Entwicklungshilfeausschuss der OECD publiziert regelmässig die wesentlichen Kennzahlen zur öffentlichen Entwicklungshilfe seiner Mitgliedsländer. Der prozentuale Anteil der öffentlichen Entwicklungshilfe am Bruttonationaleinkommen bildet die Basis des hier verwendeten Vergleichs.

Aktualisiert am 11. April 2019

Im Jahr 2018 beliefen sich die Nettoleistungen sämtlicher Mitgliedsländer des Entwicklungshilfeausschusses (Development Assistance Committee, DAC) für die öffentliche Entwicklungshilfe (Aide publique au développement, APD) auf 153 Milliarden USD. Die APD 2018 wurde zum ersten Mal gemäss der von der OECD neu verabschiedeten Subventionsäquivalent-Methode (grant-equivalent) berechnet. Diese misst den an die APD anrechenbaren Anteil von Darlehen entsprechend ihrer «Konzessionalität» (Vergünstigungsgrad).

Unter Berücksichtigung des Wechselkurses und der Inflation sowie, für Vergleichszwecke, durch Anwendung der bisherigen, auf Finanzströme basierten Methode, ist die Netto-APD 2018 um 2,7% zurückgegangen. Diese Abnahme erklärt sich durch eine rückläufige Anzahl Asylsuchenden innerhalb Europas; ohne den Einbezug der Asylkosten in den Geberländern ist die APD stabil geblieben.

12 der 29 Mitgliedsländer des DAC haben eine Erhöhung ihrer APD-Leistungen im Jahr 2018 ausgewiesen. 17 Länder, darunter die Schweiz, verzeichneten eine Abnahme. Fünf Länder haben das UNO-Ziel einer APD von 0,7% des Bruttonationaleinkommens (BNE) erreicht (Schweden, Luxemburg, Norwegen, Dänemark, Grossbritannien). Die durchschnittliche APD/BNE-Quote für die Mitgliedsländer der EU beträgt 0,47%.

Die APD/BNE-Quote der Schweiz beläuft sich im Jahr 2018 auf 0,44%, was ein Rückgang zum zweiten Jahr in Folge bedeutet. Diese Abnahme ist auf das Wachstum des BNE, auf die sinkenden Asylkosten, sowie auf die vom Parlament beschlossenen Sparmassnahmen bezüglich der Kredite der internationalen Zusammenarbeit zurückzuführen. Die Quote situiert sich dieses Jahr unter dem Durchschnitt der EU-Länder (0,47%).

Dennoch konnte die Schweiz ihren 8. Platz im internationalen Vergleich der APD/BNE-Quoten aller DAC-Mitglieder beibehalten. Bezüglich ihres absoluten Finanzvolumens sind die USA, Deutschland, Grossbritannien, Japan und Frankreich die Geberländer mit den grössten Zuwendungen. Die Schweiz fällt in diesem Klassement vom 11. auf den 12. Rang zurück.