Hunger in Afrika und im Jemen

Eine junge Mutter kümmert sich um ihr unterernährtes Kind vor einem von UNICEF unterstützten Gesundheitszentrum im Malualkon, Aweil, Südsudan.
Eine junge Mutter kümmert sich um ihr unterernährtes Kind vor einem von UNICEF unterstützten Gesundheitszentrum im Malualkon, Aweil, Südsudan. © UNICEF - Knowles Coursin

Seit Februar 2017 stehen verschiedene afrikanische Länder und der Jemen vor einer Hungersnot. Rund 20 Millionen Menschen sind von der Ernährungsunsicherheit betroffen, die auf bewaffnete Konflikte und das Klimaphänomen «El Niño» zurückzuführen ist. Die DEZA, die in diesen vier Ländern bereits aktiv ist, hat zusätzliche Mittel bereitgestellt, um die Nothilfe und die Aktivitäten der Entwicklungszusammenarbeit zu verstärken.

Besonders gravierend ist die Situation im Südsudan, wo fast fünf Millionen Menschen vom Hunger bedroht sind.  Auch in Nigeria leiden über fünf Millionen Menschen an Nahrungsmittelunsicherheit und Mangelernährung. Das Horn von Afrika litt bereits 2015 und 2016 an einer durch El Nino verstärkten, grossen Dürre, welche hohe Ernteausfälle und das Sterben von Nutztieren verursacht hat. Seither sind über 11  Millionen Menschen in Äthiopien, Kenia und Somalia stark mangelernährt. 

Ausbau der laufenden Aktivitäten

Die Schweiz reagiert auf die aktuelle Hungersnot in Afrika. Am 24. Februar 2017 hat die Humanitäre Hilfe der DEZA 15 Millionen Franken aus den Mitteln für Nothilfe bereitgestellt, um die Länder zu unterstützen, die besonders schwer vom Hunger betroffen oder bedroht sind. Dieser neue Beitrag wurde zusätzlich zu den bereits laufenden Aktivitäten der DEZA in Nigeria, im Südsudan, in Somalia und im Jemen gesprochen. Sie leitet und unterstützt dort seit Jahren Projekte für mehr Ernährungssicherheit und bessere Existenzgrundlagen der Bevölkerung sowie Aktivitäten in den Bereichen Wasser und Schutz der Zivilbevölkerung. Ebenfalls vor Ort befinden sich Expertinnen und Experten des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe, die für verschiedene UNO-Organisationen und die DEZA im Einsatz stehen.

Im Vorfeld dieser Katastrophe, die sich schon länger abgezeichnet hatte, hat die DEZA ihr Engagement in den vier Ländern regelmässig verstärkt. Für die vier Länder stand Anfang 2017 ein Betrag von 48 Millionen Franken bereit. Mit dem neuen Beitrag stellt die Schweiz im laufenden Jahr somit 63 Millionen Franken zur Finanzierung der humanitären Hilfe und der Aktivitäten der Entwicklungszusammenarbeit in Nigeria, im Südsudan, im Jemen und in Somalia zur Verfügung. Darüber hinaus leistete die Schweiz einen Beitrag von 5 Millionen Franken an den Zentralen Nothilfefonds der UNO (CERF), damit 2017 die Nothilfe in diesen Ländern finanziert werden kann.

Unterstützung der Aktivitäten des Welternährungsprogramms

Das Welternährungsprogramm (WFP) ist der zentrale Partner der Humanitäre Hilfe der DEZA bei der Bekämpfung von Hunger in der Welt.  Mit 69 Millionen Franken (2016) erhielt das WFP von allen UNO-Organisationen im humanitären Bereich den höchsten Beitrag.  Die Schweiz ist nicht nur eine bedeutende Geldgeberin des WFP, sondern auch eine wichtige Partnerin in der Entsendung von Fachpersonen. 

Die Humanitäre Hilfe der DEZA stellt regelmässig Expertinnen und Experten des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe.  Zusätzlich zum finanziellen Engagement, ist die Schweiz aktiv in der Geberkoordination.  Als Mitglied der humanitären Länderteams oder als Vorsitzende der Geberkoordinationsgruppen in Somalia setzt sich die Schweiz beispielsweise aktiv für effiziente Mittelverwendung und Krisenkoordination ein.