Weshalb engagiert sich die Schweiz?

Die Schweizer Tradition der humanitären Hilfe und der Solidarität ist in der Bundesverfassung verankert. Gemäss Artikel 54 trägt die Schweiz namentlich zur Linderung von Not und Armut in der Welt bei. Dieses Engagement ist auch im Interesse der Schweiz. Politische, wirtschaftliche und ökologische Entwicklungen auf der ganzen Welt haben einen direkten Einfluss auf die Lebensqualität in unserem Land.

Die Schweiz kann die Armut nicht allein aus der Welt schaffen. Sie kann jedoch dazu beitragen, sie zu verringern, wenn sie solidarisch handelt. Diese Solidarität ist in der Bundesverfassung verankert. Gemäss Artikel 54 Absatz 2 trägt die Schweiz «namentlich bei zur Linderung von Not und Armut in der Welt, zur Achtung der Menschenrechte und zur Förderung der Demokratie, zu einem friedlichen Zusammenleben der Völker sowie zur Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen.»

Die internationale Zusammenarbeit ist ein integraler Bestandteil der Aussenpolitik und der Aussenwirtschaftspolitik der Schweiz. Sie ist Ausdruck der langjährigen humanitären Tradition der Schweiz.

Die Schweiz als verantwortungsvolle Akteurin

Die Schweiz profitiert in hohem Masse von der Globalisierung. Sie muss deshalb auch Verantwortung übernehmen. Der Erfolg, der Wohlstand und die Werte der Schweiz, aber auch ihr Einfluss auf internationaler Ebene verpflichten sie, ihre Stärken in den Dienst der Welt zu stellen und sich für die Ärmsten und Verletzlichsten einzusetzen.

Wenn sich die Schweiz dafür engagiert, Lösungen für die grossen Herausforderungen unserer Zeit zu finden und die weniger privilegierten Länder bei dieser Aufgabe zu unterstützen, kommt dies nicht nur den betreffenden Ländern zugute, sondern allen und auch ihr selber. In diesem Sinne zeugt die internationale Zusammenarbeit auch von einer verantwortungsvollen Strategie der Schweiz zur Bewältigung der Herausforderungen, denen sie selber gegenübersteht.

Im Interesse der Schweiz

Der Wohlstand und die Sicherheit der Schweiz hängen massgeblich von ihrem internationalen Umfeld ab. Bewaffnete Konflikte, Krisen oder Naturkatastrophen in anderen Regionen haben auch Auswirkungen auf die Schweiz, wenn sie die Weltwirtschaft schwächen und die Wertschöpfungsketten der Unternehmen beeinträchtigen, den Migrationsdruck erhöhen oder den Zugang der Schweiz zu natürlichen Ressourcen gefährden.

Die Schweiz hat somit ein strategisches Interesse an Frieden und Wohlstand in anderen Regionen, da dies erlaubt, die Migration aus Not oder Bedürftigkeit sowie die damit einhergehenden Herausforderungen zu vermindern und gleichzeitig Nutzen aus den Vorteilen der regulären Migration zu ziehen. Für die stark exportorientierten Schweizer Unternehmen liegen die Märkte der Zukunft nicht nur in den Industrieländern, sondern immer mehr auch in den aufstrebenden Volkswirtschaften Asiens, Osteuropas, Afrikas oder Lateinamerikas. Die natürlichen Ressourcen, von denen sie abhängen, befinden sich teilweise ebenfalls in diesen Ländern.