Bangladesch

Weniger Armut, mehr Mitsprache: Die Schweiz setzt sich in Bangladesch für einen breiteren Zugang der Bevölkerung zu Ressourcen, Dienstleistungen und politischen Entscheidungsträgern ein. Wirtschaftsentwicklung in ländlichen Gebieten, verknüpft mit effizienteren lokalen Regierungen tragen zur Armutsreduktion bei. Für mehr Nachhaltigkeit setzt die Schweiz auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Privatsektor.

Karte von Bangladesch
© EDA

Bangladesch hat grosse Fortschritte in der Armutsreduktion gemacht und gehört heute zu den Ländern mit niedrigem mittlerem Einkommen. Das sehr dicht besiedelte Land bleibt jedoch geprägt von starker sozialer Ungleichheit und einem hohen Anteil an Armen, gerade auch in den städtischen Gebieten. Knappe Ressourcen und die negativen Auswirkungen des Klimawandels prägen den Alltag. Die politischen Kräfteverhältnisse sind stark ungleich, politisch-religiöser Extremismus ist zu einem schwer einzudämmenden Sicherheitsrisiko geworden. Arbeitsmigration dient als willkommene Alternative zum übersättigten Arbeitsmarkt.

Die Verbesserung der Lebensbedingungen der armen und benachteiligten Bevölkerungsgruppen ist Ziel der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit. Im Rahmen der Kooperationsstrategie 2018−2021 konzentriert die Schweiz ihr Engagement auf wirtschaftliche Entwicklung, effizientere lokale Regierungen und besseren Schutz für Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten. Aspekte der guten Regierungsführung und Menschenrechte spielen dabei eine wichtige Rolle. Mehr Mitsprache benachteiligter Bevölkerungsgruppen soll zu mehr sozialer Gerechtigkeit beitragen.

Flüchtlingskrise von Myanmar

Bangladesch hat mehr als 650’000 Menschen aufgenommen, die vor der Gewalt in Myanmar geflohen sind, um im Grenzgebiet Cox’s Bazar Schutz zu suchen. Sie haben alles zurückgelassen und sind völlig mittellos. Zahlreiche Kinder haben zudem ihre Eltern verloren. 

Angesichts der Notlage hat die Schweiz seit den Gewaltausbrüchen im Jahr 2017 insgesamt 20 Millionen Franken bereitgestellt. Dank dem humanitären Engagement haben die Flüchtlinge Zugang zu Trinkwasser, Nahrung und sanitären Einrichtungen erhalten. Es konnten auch Unterkünfte für die vielen Schutzsuchenden aufgestellt werden. Die Humanitäre Hilfe der DEZA lieferte ferner Diagnoseausrüstungen und Geräte, um die Aufnahmekapazitäten in zwei Spitälern in der Region Cox’s Bazar zu erhöhen. Fünf Expertinnen und Experten des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe unterstützen die UNO-Organisationen vor Ort. Neben der Nothilfe beteiligt sich die DEZA an mittelfristigen Entwicklungsaktivitäten für die Gastgemeinschaften. 

Auf der anderen Seite der Grenze, in Myanmar, unterstützt die DEZA auch weiterhin humanitäre Operationen, die den konfliktbetroffenen Menschen im Staat Rakhine zugutekommen, auch wenn der Zugang eingeschränkt ist.

Demokratische Regierungsführung

Mehr Bürgernähe durch Mitwirkung

Die Schweizer Projekte im Bereich der lokalen Regierungsführung fördern die politische Mitsprache der lokalen Bevölkerung und unterstützen lokale Verwaltungsstrukturen bei der Erbringung wichtiger Dienstleistungen. Ziel ist ein verbessertes Zusammenspiel zwischen den Bürgerinnen und Bürgern, Lokalregierungen und Dienstleistungserbringern. Über Projekte im Menschenrechtsbereich stärkt die DEZA die Stimme von Benachteiligten zusätzlich. Mehr Mitsprache und eine erhöhte Rechenschaftspflicht der staatlichen Institutionen sind wichtige Voraussetzungen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung und soziale Stabilität Bangladeschs.

Staats- und Wirtschaftsreformen 

Wirtschaftliche Entwicklung

Bessere Marktchancen und mehr Einkommen

Mit Schweizer Unterstützung werden Marktteilnehmer besser untereinander vernetzt. Ein erleichterter Marktzugang erhöht das Einkommen armer Produzenten und Dienstleister und eröffnet zudem Geschäftsmöglichkeiten. Mit ihren Projekten unterstützt die DEZA die ländliche Bevölkerung beispielsweise in den Bereichen Milchverarbeitung, Fischfang und Krabbenzucht. Parallel dazu setzt sie sich für eine gerechtere Rollenteilung zwischen Mann und Frau ein. In enger Zusammenarbeit mit dem Privatsektor verhilft Berufsbildung insbesondere jungen Menschen zu einer Anstellung oder einer besser qualifizierten Tätigkeit, unter anderem im Textilsektor.

Auf nationaler Ebene engagiert sich die Schweiz in der Förderung der gesellschaftlichen Verantwortung der Unternehmen (Corporate Social Responsibility). Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO setzt sich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen insbesondere im Textilsektor ein, indem es das «Better Work-Programm» der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) unterstützt. Darüber hinaus profitiert Bangladesch von Zollbefreiungen für Entwicklungsländer.

Privatsektorenentwicklung und Finanzdiensleistungen 

Sichere Arbeitsmigration

Arbeitsmigration – etwa in die Golfstaaten – ist für Bangladesch ein wertvolles Instrument, um mit Überbevölkerung und dem gesättigten Arbeitsmarkt umzugehen. Gleichzeitig sind Rücküberweisungen eine wichtige Einkommensquelle. Arbeitsmigrantinnen und -migranten müssen jedoch besser auf die Herausforderungen und Risiken vorbereitet werden. Die DEZA setzt sich auf globaler, nationaler und lokaler Ebene für eine sicherere Arbeitsmigration im Dienste Bangladeschs ein.

Migration 

Humanitäre Hilfe

Nothilfe für Flüchtlinge und bei Naturkatastrophen

Naturkatastrophen und der Klimawandel erschweren die Lebensbedingungen der Bevölkerung Bangladeschs. Die Humanitäre Hilfe der DEZA unterstützt Betroffene von Naturkatastrophen.   

Hundertausende Flüchtlinge aus Myanmar haben im Südosten Bangladeschs Schutz gesucht. Die Meisten leben unter prekären Bedingungen in spontanen Lagern. Die Humanitäre Hilfe der DEZA  leistet Nothilfe, insbesondere bezüglich Nahrungssicherheit und Gesundheit, Zugang zu Trinkwasser und Hygiene sowie der Bereitstellung von Notunterkünften. Die Südzusammenarbeit der DEZA ergänzt dieses Engagement mit mittelfristigen Entwicklungsprojekten, von denen die Gastgemeinden in der betroffenen Region profitieren sollen.

Humanitäre Hilfe 

Herangehensweise und Partner

In einem kohärenten, ganzheitlichen Ansatz arbeitet die Schweiz eng mit den örtlichen Behörden, anderen Geberländern und internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen zusammen. Der Privatsektor ist ein weiterer wichtiger Partner der Schweiz.

Wichtige Partner der Schweiz in Bangladesch sind:

  • Lokale Behörden

  • Schweizerische NGOs: «Swisscontact», «Helvetas Swiss Intercooperation»

  • Organisationen der lokalen Zivilgesellschaft:  Menschenrechtsorganisation «Ain O Salish Kendra»; «Transparency International Bangladesh»

  • Vertreter des Privatsektors: «Industry Skills Councils», Textilunternehmen

  • Multilaterale Organisationen: Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), Internationale Arbeitsorganisation (ILO), Asiatische Entwicklungsbank (ADB), Internationale Organisation für Migration (IOM), Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP), Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF), UNO-Flüchtlingshilfe (UNHCR) 

Transversalthemen

Bangladesch ist durch soziale Ungleichheiten und eine hohe Korruptionsrate geprägt. Die Schweiz setzt ihre Genderpolitik konsequent in allen Projekten um und engagiert sich für die Gleichstellung von Mann und Frau. Die Programme der DEZA legen ein Schwergewicht auf Fragen der politischen und wirtschaftlichen Steuerung (Gouvernanz). Sie werden ständig auf mögliche Konflikte mit dem Kontext Bangladeschs geprüft und wo nötig angepasst.

Gleichstellung von Mann und Frau 

Aktuelle Projekte

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Verbesserte Gesundheitsversorgung in den Spitälern Cox’s Bazar, Bangladesch.

Frauen, Kinder und Männer in einem Chirurgische Station

15.05.2018 - 31.12.2018

Seit August 2017 sind über 700'000 Rohingyas vor der Gewalt im Bundesstaat Rakhine in Myanmar nach Bangladesch geflohen. Zusammen mit den bereits in früheren Krisen Geflohenen leben zurzeit ungefähr 900'000 Flüchtlinge aus Myanmar im Distrikt Cox’s Bazar im Süden von Bangladesch. Dieser enorme Zuwachs überfordert die drei Spitäler der Region. Die Humanitäre Hilfe der DEZA unterstützt die Spitäler mit einer verbesserten Infrastruktur und Schulungen in Labor-Analyse und Logistik.

Land/Region Periode Budget
Bangladesch

15.05.2018 - 31.12.2018


CHF 200'000



Bangladesch: Kurse erhöhen Job-Chancen für Arme in der Textil- und Baubranche

Drei Näherinnen einer Textilfabrik werden an ihren Arbeitsplätzen von drei weiteren Personen geschult.

01.04.2015 - 31.08.2019

Die Textil- und die Baubranche in Bangladesch verzeichnen hohe Wachstumsraten. Vielen armen Frauen und Männern fehlt jedoch das nötige Know-how, um qualifizierte Stellen zu erhalten. Bis 2019 will ein von der Schweiz und Grossbritannien gemeinsam finanziertes Projekt 110‘000 von ihnen dank betrieblicher Weiterbildung zu besseren Perspektiven verhelfen. Die bisherigen Resultate stimmen zuversichtlich.

Land/Region Thema Periode Budget
Bangladesch
Migration
Bildung
Berufsbildung und Fertigkeitentraining
Bildungspolitik
Arbeitsmigration
BILDUNG
BILDUNG
OTHER SOCIAL INFRASTRUCTURE AND SERVICES
HANDELSPOLITIK UND -REGULIERUNGEN
Berufsbildung und Fertigkeitentraining
Politik und Verwaltung im Bildungsbereich
Politik und Verwaltung im Beschäftigungsbereich
Politik und Verwaltung im Handelsbereich

01.04.2015 - 31.08.2019


CHF 5'500'000



Bangladesh Agricultural and Disaster Insurance Programme

01.09.2021 - 31.12.2028

Farmers will improve their productivity and resilience by gaining access to client-oriented and affordable agricultural insurance products. Insurance-cover will allow farmers to invest in higher-return activities, access credit and to recover faster when affected by weather, diseases and disasters. By building capacity of and facilitating coordination and linkages among key stakeholders, inclusive insurance markets will be developed to eventually cater for several million farmers.


Policy Reform on Local Governance (PROLOG II)

01.11.2020 - 31.12.2023

Decentralisation as a strategy for pro-poor political transformation has gained prominence globally as it places Local Governments on the driving seat for improved local public services. The project provides technical assistance to the Government of Bangladesh in the decentralization reform and increases accountability of the rural and urban municipalities towards their citizens including women and disadvantaged groups. Ultimately, citizens in municipalities will gain from public services responding to their needs.


Geplantes Projekt

SHOMOSHTI - Prosperity for the poor and disadvantaged

01.04.2020 - 30.06.2027

Rural households, engaged in agriculture and cottage industries, will benefit from a better wellbeing due to more income and savings, and improved nutrition, health and levels of education. The Shomoshti project will achieve this through a combined approach of facilitating markets to work for the poor and disadvantaged, and ensuring their effective access to social services and savings systems.


Local Economic Development (LED) Project

01.02.2020 - 30.09.2029

Small and medium entrepreneurs, their employees, and citizens will benefit from inclusive economic growth and equitable employment generation. Public and private sector actors will engage in joint local economic strategizing, planning and implementation. The improved framework conditions for inclusive business will result in more jobs, economic empowerment and ultimately increased sustainable income and well-being; particularly of the poor and disadvantaged.


Geplantes Projekt

Building Skills for Unemployed and Underemployed Labour (B-SkillFUL)

01.11.2019 - 31.10.2027

The Building Skills for Unemployed and Underemployed Labour project will develop the skills of poor and disadvantaged men and women at the grassroots level, to enhance their income through decent employment and move them out of poverty. The project will work with the Informal Sector Industry Skills Council to improve work conditions through partnerships with the private informal enterprises and private training providers.


Ashshash: for men and women who have escaped trafficking

01.10.2018 - 28.02.2029

20,000 people (of whom 70% women) who have experienced trafficking will be economically and socially rehabilitated. Public and private institutions will provide employment or in-kind support for entrepreneurship to men and women who have escaped trafficking. The Government will better address the prevention of trafficking, protection of victims, prosecution of traffickers in the revision and enacting of policies, and create partnerships, for bringing about systemic changes.


Prevention of violence and mitigation of conflicts during parliamentary election cycle

01.08.2018 - 31.05.2019

The national parliamentary elections foreseen for late 2018 will be important for Bangladesh’s future development. The risk of political unrest and violence in the run-up to the elections is likely to increase. Against this background a number of like-minded development partners have agreed on a package of accompanying measures to contribute to peaceful elections. SDC proposes to associate itself to this program.


Solidarités International: Post Emergency Multi Sectoral Response to the Rohingya Refugee Crisis

01.07.2018 - 30.06.2019

In order to improve the resilience capacities of both Rohingya refugees and host communities in Bangladesh’s Cox’s Bazar district, this project will provide water, sanitation and hygiene services and strengthen resilience and protection capacities through income generating activities. It will thereby address key humanitarian and development challenges jointly faced by refugee and host populations in the district.


Political Empowerment of Women Phase III

15.04.2018 - 14.01.2023

By focusing on women’s political empowerment, the project contributes to enhancing women’s full and effective participation and equal opportunities for leadership at all levels of decision-making, which leads towards a more inclusive society. With a more equitable governance system at the local level, citizens can hold institutions accountable and voice their needs and interests.


Empowering and Decentralizing Local Government Institutions to Manage Hygiene, Sanitation and Water Supply Service Delivery in Hard-to-Reach Areas of Bangladesh

01.12.2017 - 30.11.2020

The Hygiene, Sanitation and Water Fund (HYSAWA) will focus on enhancing capacities of local government institutions and communities to plan and manage hygiene, sanitation and water supply service delivery in an effective, accountable, transparent and inclusive manner for men, women and disadvantaged persons. Citizens will benefit from improved public services which are better targeted at those people who need them the most.

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