Bolivien

Die schweizerische Entwicklungszusammenarbeit in Bolivien konzentriert sich auf die Bereiche Dezentralisierung und Menschenrechte, Anpassung an den Klimawandel sowie Arbeit und Einkommen. Die wachsende Verstädterung Boliviens stellt neue Herausforderungen an die Entwicklungszusammenarbeit. Neben der Entwicklung der ländlichen Gebiete geht es deshalb auch um die Verbesserung der Versorgung im periurbanen Raum.

Karte von Bolivien
© EDA

Seit 2005 verzeichnet Bolivien ein Wirtschafts- und Einkommenswachstum, das namentlich auf die Exporte von Erdgas, Erdöl und Bergbauerzeugnissen zurückzuführen ist. Die vom Staat durchgeführten Sozialprogramme zur Umverteilung der Einnahmen führten zu einer Verringerung der Armut. Trotzdem bleibt Bolivien das viertärmste Land Lateinamerikas. Ein Grossteil der Bevölkerung arbeitet unter sehr schwierigen Bedingungen im informellen Sektor. 

Die Schweiz setzt sich dafür ein, dass die zusätzlichen öffentlichen Mittel den am stärksten benachteiligten Menschen zugute kommen. Ländliche und periurbane Gebiete im Hochland und in den Andentälern stehen im Fokus der Bemühungen. Ihre Aktivitäten koordiniert die Schweiz mit anderen bilateralen Gebern sowie multilateralen Organisationen, die in Bolivien aktiv sind.

Dezentralisierung und Menschenrechte

Förderung von Autonomie und Mitwirkung auf kommunaler Ebene

Die schweizerische Entwicklungszusammenarbeit leistet einen wertvollen Beitrag im erfolgreich verlaufenden Dezentralisierungsprozess in Bolivien. Konkret trägt die Schweiz zur Verbesserung der Qualität der und des Zugangs zu den kommunalen Dienstleistungen bei.

Die Rechte der Frauen fördert die Schweiz unter anderem durch die Verbesserung des Zugangs von Gewaltopfern zu einem umfassenden Gemeinderechtsdienst.

Zur Verbesserung des Zugangs von benachteiligten Gruppen zur Justiz unterstützt die Schweiz beispielsweise die Bemühungen der Regierung zur Einrichtung alternativer Konfliktbeilegungsmechanismen. Die Kosten bei alternativen Konfliktmechanismen sind wesentlich tiefer und die durchschnittliche Dauer der Lösung eines Rechtsprobleme beträgt 3 Monate bei einer Schlichtung gegenüber bis zu 10 Jahren vor Gericht.

Anpassung an den Klimawandel

Risikoprävention und Verbesserung der Widerstandsfähigkeit

Die schweizerische Entwicklungszusammenarbeit verfügt über reiche Erfahrung was den Umgang mit natürlichen Ressourcen anbelangt. Die nachhaltige Nutzung der Böden und eine integrale Bewirtschaftung der Wassereinzugsgebiete stehen im Zentrum der Bemühungen.

Das Projekt zur Verringerung des Katastrophenrisikos («Disaster Risk Reduction» DRR) hilft Bolivien bei der Bewältigung der Auswirkungen von Naturkatastrophen auf die Bevölkerung, die Infrastruktur und die Wirtschaft. Die nationalen Planungs- und Investitionssysteme intensivierten nun auch dank der Schweiz spezifische in Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und DRR-Massnahmen auf den drei Ebenen des Staates (national, regional und lokal).

In den Städten stellt die Umweltverschmutzung eine Gefahr für die Gesundheit der Bewohner dar. Besonders stark betroffen sind die ärmsten Bevölkerungsgruppen, Frauen und Kinder. Die Schweiz unterstützt mit ihrem Programm mittelgrosse Gemeinden und Städte bei der Bewältigung ihrer Umweltprobleme, unter anderem bei der Organisation von Müllabfuhrdiensten und Behandlung von Abwasser.

Arbeit und Einkommen

Erhöhung der Produktivität und wirtschaftliche Diversifizierung

Zur Förderung der Wirtschaftsentwicklung in ländlichen Gebieten profitieren Produzenten von Zugang zu Finanzdienstleistungen und anderen Diensten, dank denen sie die Produktion, Verarbeitung und Vermarktung ihrer Güter und Dienstleistungen verbessern können.

Die DEZA engagiert sich auch im Bereich Fach- und Berufsausbildung. Jugendliche und Erwachsene ohne Abschluss haben mit einer Ausbildung grössere Chancen auf eine Anstellung oder eine selbständige Erwerbstätigkeit, und damit auf ein besseres Einkommen. 

Geschichte der Zusammenarbeit

Geschätztes Engagement dank langjähriger Bemühungen

Die schweizerische Entwicklungszusammenarbeit geniesst für ihr langjähriges und erfolgreiches Engagement in Bolivien hohes Ansehen. Seit 1968 ist die schweizerische Entwicklungszusammenarbeit in Bolivien aktiv, seit 1981 ist Bolivien Schwerpunktland der DEZA und seit 2017 ein Komplementärmassnahmenland des Staatsekretariats für Wirtschaft (SECO). Das Programm wird laufend den sozio-ökonomischen Bedingung des Landes angepasst.

Dokumente

Kooperationsstrategie Bolivien 2018-2021 (PDF, 3.2 MB, Deutsch)

Schweizer Kooperationsbericht 2013-2017 (PDF, 2.7 MB, Spanisch)

Kooperationsstrategie Bolivien 2013–2016 (PDF, Anzahl Seiten 29, 883.1 kB, Deutsch)

Latin Brief Juni 2017: Vorbeugen statt bestrafen: ein Leben ohne Gewalt für die Frauen in Bolivien 

Latin Brief Januar 2016: Deza fördert Ernährungssicherheit in Bolivien: Der Boom der Bohnen 

Latin Brief 1/2015: Die DEZA fördert praxisnahe Berufsbildung:
«Wir brauchen mehr Elektriker und weniger Anwälte» (PDF, Anzahl Seiten 4, 652.8 kB, Deutsch)

Latin Brief Juli 2013: «Wir alle sind Gemeinde» - Wie die DEZA die Dezentralisierung in Bolivien unterstützt

Artisanal and Small-scale Gold Mining in Latin America and Asia (Mongolia) (en) (PDF, Anzahl Seiten 8, 12.6 MB, Englisch)
SDC experiences with Formalization and Responsible Environmental Practices

Eine Welt 4/2011 (PDF, 11.1 MB, Deutsch)


Nr. 4/2011: Der urbane Planet - Eine Reportage aus La Paz/El Alto

Latin Brief April 2010: Wie Bolivien die Biodiversität schützt und die Armut bekämpft (PDF, Anzahl Seiten 4, 547.3 kB, Deutsch)

Eine Welt 4/2009 (PDF, Anzahl Seiten 36, 6.2 MB, Deutsch)


Nr. 4/2009: Finanzkrise / Reformen in Bolivien / Klimawandel und Menschenrechte

3 concrete Storys of ownership and local leadership of SDC in Bolivia, Benin and Nepal (en) (PDF, Anzahl Seiten 2, 836.7 kB)

Blog: Erfahrungsberichte aus Redaktionen
Die DEZA und die Schweizer Journalistenschule MAZ ermöglichen Schweizer Medienschaffenden Redaktionen in Ländern des Südens kennen zu lernen. In einem Blog erzählen die Journalisten und Fotografen von Ihren Erfahrungen in Bangladesch, Nepal, Laos, Bolivien und Tunesien.