Hindukusch (Afghanistan, Pakistan)

Die Region Hindukusch umfasst die Länder Afghanistan und Pakistan, die durch das Hindukusch-Gebirge verbunden sind. Schwerpunkte des Schweizer Engagements in den beiden Ländern sind eine nachhaltige Armutsbekämpfung, gute Regierungsführung, die Einhaltung der Menschenrechte sowie die Verbesserung der Lebensbedingungen benachteiligter Bevölkerungsgruppen.

Karte der Region Hindukusch (Afghanistan, Pakistan)
© EDA

Die politische Lage in Afghanistan und Pakistan ist unbeständig, der Sicherheitssituation muss besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Ein schwacher Rechtsstaat, Korruption, Straflosigkeit, grosse sozio-ökonomische Ungleichheiten, häufige Naturkatastrophen sowie ethnische und konfessionsbedingte Konflikte erhöhen die Unsicherheit und belasten die Bevölkerung in grossem Masse. Ausserdem ist eine zunehmende religiöse Radikalisierung zu beobachten.

Die Schweiz setzt sich für die gute Regierungsführung, die Einhaltung der Menschenrechte sowie für die Verbesserung der Lebensbedingungen benachteiligter Bevölkerungsgruppen vor allem in ländlichen Gebieten ein. Eingebettet in Armutsminderungsstrategien der Regierungen und den Millennium-Entwicklungszielen (MDGs) der UNO tragen die Bemühungen der DEZA zu einer nachhaltigen Armutsreduktion und der Sicherung eines günstigen Entwicklungsumfelds bei.

Die DEZA arbeitet sowohl über diverse Implementierungspartner als auch direkt mit der Bevölkerung zusammen. Implementierungspartner sind Behörden auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene, internationale Organisationen wie die UNO und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), andere Geberländer sowie lokal und international tätige Nichtregierungsorganisationen.

Ländliche Entwicklung

Stärkung der Widerstandsfähigkeit (Livelihood Resilience)

Die Stärkung der Widerstandsfähigkeit der ländlichen Bevölkerung und speziell der Frauen gegenüber natürlichem und konfliktbezogenem Stress ist Ziel der Bemühungen. In der Hindukusch-Region fokussiert die Schweiz ihre Bemühungen dabei auf eine Verbesserung der Wasserbewirtschaftung, der ökonomischen Aktivitäten und der Grundschulbildung.

Konkret verfolgt die DEZA folgende Ziele:

  • Sicherstellung von Wasserversorgung und sanitären Einrichtungen
  • Auf-, Ausbau und Instandhaltung von kleinen und kleinsten Bewässerungssystemen
  • Verbesserung der Verdienstmöglichkeiten durch Diversifizierung der Landwirtschaft
  • Höhere Ernteerträge und effiziente Viehhaltung; Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen
  • Erhöhung der Grundschulbildung und der allgemeinen Bildungsqualität

Landwirtschaft und Ernährungssicherheit

Gouvernanz und Menschenrechte

Verantwortungsbewusste und inklusive Staatsführung

Vor allem auf sub-nationaler und lokaler Ebene fördert die DEZA eine verantwortungsbewusste und inklusive Staatsführung. Die Verfügbarkeit und der Zugang zur staatlichen Grundversorgung soll gesichert und die Menschenrechte respektiert werden.

Konkret verfolgt die DEZA folgende Ziele:

  • Stärkung der Regierungsstrukturen, der Zivilgesellschaft sowie lokaler Organisationen
  • Institutionelle Entwicklung auf allen Ebenen
  • Einhaltung der Menschenrechte
  • Reform von Justiz- und Sicherheitssektor
  • Dezentralisierung
  • Frauenförderung
  • Konfliktprävention und –transformation

Staats- und Wirtschaftsreformen

Humanitäre Hilfe

Hilfe für Vertriebene in Pakistan

Um die Lebensbedingungen von Flüchtlingen, intern Vertriebenen (IDP) und der gastbebenden Bevölkerung zu verbessern, unterstützt die DEZA entsprechende Bemühungen des Flüchtlingshilfswerks der UNO (UNHCR), dem World Food Programm (WFP) und dem IKRK mit finanziellen Beiträgen sowie dem Einsatz von Expertinnen und Experten des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH). Im Unterschied zu Flüchtlingen haben intern Vertriebene nach ihrer Vertreibung keine Staatsgrenze überschritten.

Unterstützung der sozial schwachen Bevölkerung in Afghanistan

Die DEZA unterstützt die Bemühungen des IKRK und der UNO zur Integration und zum Schutz von intern Vertriebenen sowie von zurückgekehrten Flüchtlingen mit finanziellen Beiträgen. Die Nahrungsmittelversorgung in von Dürren und Überflutung betroffenen Gegenden sowie Massnahmen zur Verringerung vor Naturrisiken sind ebenfalls Teil des Schweizer Engagements.

Migration