Afghanistan

Die Schweiz unterstützt in Afghanistan besonders benachteiligte Personen, stärkt den afghanischen Transformationsprozess und trägt damit zu positiven Veränderungen in der Gesellschaft hin zu einem nachhaltigen Friedensprozess bei. Dies indem sie Institutionen auf subnationaler Ebene stärkt, zur guten Regierungsführung und Achtung von Menschenrechten beiträgt und sich anwaltschaftlich insbesondere für Frauen und Kinder einsetzt. Sie fördert weiter eine inklusive und nachhaltige sozioökonomischen Entwicklung.

Karte von Afghanistan
©DEZA 2014 Natural Earth

Afghanistan gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, über ein Drittel der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Die Abhängigkeit von der Auslandhilfe ist gross und die mangelnde Infrastruktur und schlechte Sicherheitslage haben einen negativen Einfluss auf die wirtschaftliche Situation. Politisch ist Afghanistan durch jahrzehntelange Gewaltkonflikte und Instabilität geprägt. Die Wahlen 2014 haben gezeigt, dass die grosse Mehrheit der Bevölkerung die Möglichkeit der politischen Partizipation aktiv wahrnimmt. Zum ersten Mal in der Geschichte des Landes erfolgte der Machtwechsel demokratisch.

Die Schweiz zeichnet sich in Afghanistan aus durch ihr langjähriges, fundiertes politisches, soziales und ökonomisches Kontextwissen und einem hohen Vertrauen, welche sowohl seitens der Regierung wie auch der Bevölkerung entgegen gebracht wird. Die Schweiz führt deshalb ihr Engagement zu Unterstützung und Verbesserung von Institutionen auf subnationaler Ebene, zur guten Regierungsführung, Anwaltschaft und die Achtung der Menschenrechte in ihrer aktuellen Landesstrategie 2015 – 2018 weiter. Ebenso werden die Ziele für eine inklusive und nachhaltige sozioökonomische Entwicklung weiter geführt.

Die Schweiz unterstützt Projekte im Nordosten, im zentralen Hochland und im Südosten und beteiligt sich mit anderen Gebern am Aufbau staatlicher Institutionen.

Gouvernanz und Menschenrechte

Menschenrechte, Zivilgesellschaft und Staatsaufbau

Die Schweiz unterstützt staatliche Institutionen, insbesondere auf subnationaler Ebene, und stärkt die Zivilgesellschaft durch Projektbeiträge zur Verbesserung der lokalen Gouvernanz. Die Bevölkerung erhält einen besseren Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen und wird vor Menschenrechtsverletzungen geschützt, was die sozioökonomische Entwicklung als Ganzes fördert. 

Ehrenmorden und häuslicher Gewalt entgegenwirken

Durch die Schweizer Unterstützung konnte die afghanische Menschenrechtskommission eine nationale Umfrage über Ehrenmorde und sexuelle Gewalt gegen Frauen durchführen. Dieses Projekt hat dazu beigetragen, die afghanische Bevölkerung auf Gewalt gegen Frauen zu sensibilisieren. Die Menschenrechtskommission hat 2013 über 5’700 Fälle von häuslicher Gewalt untersucht. 

Sozioökonomische Entwicklung

Bessere Lebensbedingungen für die ländliche Bevölkerung

Angesichts der verbreiteten Armut setzt sich die Schweiz für die sozioökonomische Entwicklung Afghanistans ein. Im Zentrum des Engagements stehen insbesondere marginalisierte, ländliche Haushalte, deren Lebensbedingungen es zu verbessern gilt. Das Management natürlicher Ressourcen, inklusive Katastrophenrisikominderung, und die Verbesserung Wertschöpfungsketten ländlicher Produkte von Bergbauernfamilien sind die Hauptaktionslinien. Besonderes Augenmerk gilt ebenfalls der Verbesserung der Grundbildung für Kinder, insbesondre Mädchen.  

Bessere Ernte durch effizientere Produktionsmittel

Dank verbessertem Saatgut und neuen Lagerräumen konnten rund 1000 Bauern und Bäuerinnen mehr Weizen, Gemüse und Kartoffeln ernten. Effizientere Bewässerungssysteme und die Herstellung von Kompost ermöglichen zusätzlich höhere Erträge. In den Regionen, in denen die Schweiz aktiv ist, hat die Bevölkerung dank nachhaltiger Wasserbewirtschaftung eine verbesserte Lebensgrundlage.

Humanitäre Hilfe

Die DEZA trägt zu Projekten von multilateralen Partnern bei und beteiligt sich an der Kernfinanzierung von Programmen. Dadurch unterstützt sie den Schutz von Flüchtlingen, Rückkehrern, intern Vertriebenen und von Naturkatastrophen betroffenen Personen, welche und Not- und humanitäre Hilfe benötigen. 

Herangehensweise und Partner

In einem kohärenten, ganzheitlichen Ansatz arbeitet die Schweiz eng mit den örtlichen Behörden, anderen Geberländern und internationalen Organisationen wie dem Entwicklungsprogramm (UNDP) oder dem Programm für menschliche Siedlungen (UN-Habitat) der Vereinten Nationen zusammen.

Alle Programme der Schweiz integrieren die Prinzipien der guten Regierungsführung und der Gleichstellung der Geschlechter sowie der verschiedenen sozialen und ethnischen Gruppen. Aufgrund des hohen Konfliktpotentials verursacht durch Armut und Gewalterfahrungen arbeitet die Schweiz mit einem konfliktsensitiven Ansatz.

Wichtige Partner der Schweiz in Afghanistan sind: 

  • Schweizerische Organisationen: «Helvetas Swiss Intercooperation», «Terre des Hommes»
  • ITECO
  • Internationale Organisationen: Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), «Aga Khan Foundation», Internationales Komitee vom Roten Kreuz (IKRK)
  • Ministerien
  • Organisationen der lokalen Zivilgesellschaft (Gemeinsam mit anderen europäischen Gebern)
  • Multilaterale Organisationen: Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), Hochkommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge (UNHCR), Welternährungsprogramm (WFP), Programm der Vereinten Nationen für menschliche Siedlungen (UN-Habitat)