Grosses Horn von Afrika (Somalia, Äthiopien, Kenia, Südsudan, Eritrea, Dschibuti, Sudan)

Ernährungssicherheit, Gesundheit, Migration und Schutz, gute Regierungsführung sowie Staatsbildung und Friedensförderung inklusive Konfliktbewältigung stehen im Zentrum der Gesamtstrategie der Schweiz für das Grosse Horn von Afrika 2013–2016, welche vier separate Kooperationsstrategien umfasst. Diese greifen bisherige Resultate in der Region auf und unterstreichen das Engagement der DEZA in fragilen Kontexten.

© EDA

Das Grosse Horn von Afrika umfasst gemäss Definition der Zwischenstaatlichen Behörde für Entwicklung (IGAD) acht Länder (Äthiopien, Dschibuti, Eritrea, Kenia, Somalia, Sudan, Südsudan, Uganda).

Für das Engagement in einer so grossen und komplexen Region (rund 200 Millionen Menschen auf einem Gebiet von 4,5 Millionen km2, was etwa der Fläche Westeuropas entspricht) braucht es einen umfassenden politischen Ansatz. Vier separate Kooperationsstrategien unter der Verantwortung mehrerer operationeller Strukturen sorgen für ein koordiniertes Vorgehen und dafür, dass die Schweiz ihr Know-how möglichst wirksam einbringen kann.

  • Horn von Afrika
    Mit einem «Whole-of-Government»-Ansatz deckt die Strategie Äthiopien, Kenia und Somalia ab. Dschibuti wird über eine seit 2014 bestehende Partnerschaft mit der IGAD betreut. In Eritrea wird im Bedarfsfall und sofern die Voraussetzungen ein Engagement zulassen lediglich humanitäre Hilfe geleistet. Dies ist im Moment nicht der Fall.
  • Sudan
  • Südsudan

Damit in der gesamten Region und gegenüber IGAD eine politische Kohärenz gewährleistet bleibt, haben die Schweizer Akteure einen gemeinsamen Koordinationsmechanismus für das Grosse Horn von Afrika eingerichtet.

«Whole-of-Government»-Partnerschaft mit der IGAD

Am 4.7.2014 unterzeichnete die Schweiz ein Rahmenabkommen mit der IGAD. Dieses umfasst mehrere Unterabkommen für die gesamte Grossregion des Horns von Afrika in folgenden Bereichen:

Frieden und Sicherheit

Die Politische Direktion des EDA unterstützt operationelle Programme der IGAD in den Bereichen Föderalismus, Mediation und den Aufbau eines Frühwarnsystems für Konfliktsituationen.

Engagement in fragilen Kontexten und Prävention von Gewaltkonflikten

Migration

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) unterstützt und koordiniert die Aktivitäten der Schweiz im Rahmen des IGAD-Programms zum Aufbau regionaler und nationaler Kapazitäten für ein besseres Migrationsmanagement.

Migration 

Dürreresistenz

Die DEZA koordiniert die Aktivitäten der Schweiz und unterstützt die «Drought Disaster Resilience and Sustainability Initiative» (IDDRSI) der IGAD in Form von operationeller Hilfe an das Partnerschaftsprogramm FAO-IGAD und an das Landgouvernanz-Programm von UNECA und IGAD.  Möglich ist auch eine zukünftige Unterstützung des Programms für ein grenzüberschreitendes Wassermanagement.

Wasser

Geschichte der Zusammenarbeit

Langfristiges Engagement der Schweiz

Kenia war von den 1970er-Jahren bis 2006 ein Schwerpunktland der DEZA. Von 1990 bis 2012 investierte die Humanitäre Hilfe am Horn von Afrika in den Wiederaufbau, die Rehabilitation und die Konflikttransformation, insbesondere in den neu entstandenen Staaten während und nach den Bürgerkriegen. Gleichzeitig unterstützt die Schweiz seit Anfang des 21. Jahrhunderts über die Politische Direktion des EDA und das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) aktiv den Aufbau staatlicher Strukturen, die Friedensförderung und Minenräumungsprogramme.

Anpassung an die neuen Verhältnisse

2006 schloss die Humanitäre Hilfe ihr Büro in Asmara (Eritrea) und eröffnete ein neues Büro in Juba (Sudan, heute Südsudan). 2009 wurde in Nairobi (Kenia) ein humanitäres Regionalbüro für das Horn von Afrika (wieder)eröffnet, um die humanitäre Hilfe in Somalia, Kenia, Äthiopien und Dschibuti mit einem jährlichen Budget zwischen 14 und 20 Millionen Franken zu koordinieren. . 2011 wurde in Addis Abeba (Äthiopien) eine Antenne des Regionalbüros eröffnet.

Das Jahr 2011 war von bedeutenden Veränderungen für die DEZA geprägt:

  • Am 9.7.2011 stimmte die Bevölkerung des Südsudans einer Unabhängigkeit vom Sudan zu: Nunmehr zuständig für zwei Länder verdoppelt, die Humanitäre Hilfe der DEZA ihr Budget und verstärkt das Büro in Juba mit einem Programmbüro in Aweil (Nord Bahr el-Ghazal, Südsudan), das Projekte im Bereich Wasser und Sanitärversorgung durchführt.
  • Ebenfalls im Juli 2011 kamen Programme der globalen Zusammenarbeit in den Bereichen der Ernährungssicherheit und der Wasserversorgung dazu, die seither vom DEZA-Programmbüro in Addis Abeba betreut werden.
  • Im August 2011 genehmigte der Bundesrat zusätzliche 20 Millionen Franken zugunsten der Humanitären Hilfe, um die Folgen der grossen Dürre und der Hungersnot in Äthiopien, Kenia und Somalia zu mildern. Das Gesamtbudget des humanitären Regionalbüros der DEZA am Horn von Afrika belief sich somit auf 35 Millionen Franken.

Dank der «Whole-of-Government»-Strategie für das Grosse Horn von Afrika 2013–2016 und den vier erwähnten Kooperationsstrategien führt die Schweiz ihre bisherigen Anstrengungen zusammen und fügt am Horn von Afrika sowie teilweise im Südsudan neue Instrumente der Entwicklungszusammenarbeit hinzu.